Facharztausbildung/-Weiterbildung Allgemeinchirurgie

Facharztausbildung Allgemeinchirurgie

Approbatio → Facharztausbildung  Weiterbildung Allgemeinchirurgie

In Deutschland arbeiten ungefähr 8.966 Ärzte mit dem Facharzttitel „Facharzt für Chirurgie“ bzw. „Facharzt für Allgemeinchirurgie“. Um diesen Titel zu erlangen, haben die Ärzte ihre Facharztausbildung in der Allgemeinchirurgie absolviert. Innerhalb der Weiterbildung Allgemeinchirurgie spezialisieren sich die Ärzte auf chirurgische Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen.

Um ein Facharzt für Allgemeinchirurgie zu werden, müssen Assistenzärzte ihre Facharztausbildung in diesem Fachgebiet absolvieren. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zur Weiterbildung Allgemeinchirurgie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Facharztausbildung Allgemeinchirurgie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Facharztausbildung Allgemeinchirurgie

Approbatio  Facharztausbildung  Weiterbildung Allgemeinchirurgie

Facharztausbildung Allgemeinchirurgie: Das Fachgebiet

Der Allgemeinchirurg befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von chirurgischen Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen. Dabei ist er der ideale chirurgische Primärarzt im Krankenhaus. Denn seine breiten Kenntnisse und Fähigkeiten erstrecken sich auf die Unfall-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. Durch seine sehr gefragten Fachkompetenzen fungiert der Allgemeinchirurg als Bindeglied zu den Chirurgen der anderen Fachbereiche. Weiterhin ist der Facharzt für Allgemeinchirurgie auch bei der Behandlung von gefäß-, thorax-, unfall- und viszeralchirurgischen Erkrankungen, Verletzungen und Infektionen beteiligt. Nach der erfolgreich bestandenen Facharztausbildung kann der Facharzt für Allgemeine Chirurgie in einem verkürzten Verfahren eine zusätzliche chirurgische Facharztqualifikation erhalten. Der Erwerb einer weiteren chirurgischen Facharztqualifikation stellt für viele Allgemeinchirurgen einen großen Anreiz dar, weil sie so in einer chirurgischen Spezialklinik arbeiten können.

Wie viele Fachärzte gibt es für die Allgemeinchirurgie?

  • 8.966 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 30% Ärztinnen (2.647)
    • 70% Ärzte (6.319)

Voraussetzungen für die Weiterbildung Allgemeinchirurgie

Grundvoraussetzung für den Beginn der Facharztausbildung Allgemeinchirurgie ist ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium und die damit verbundene Approbation als Arzt. Sind die Voraussetzungen erfüllt beginnt der Mediziner als Arzt in Weiterbildung bzw. Assistenzarzt zu arbeiten. In dieser Zeit absolviert der Assistenzarzt seine Facharztausbildung zum Allgemeinchirurgen. Im Anschluss an die mehrjährige Facharztausbildung in der Allgemeinchirurgie muss der Arzt in Weiterbildung eine Facharztprüfung absolvieren. Wird die Facharztprüfung bestanden so erhält der Arzt den Facharzttitel: „Facharzt für Allgemeinchirurgie“.

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Für die Facharztausbildung Allgemeinchirurgie wird ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt vorausgesetzt.

Facharztausbildung Allgemeinchirurgie: Das Gehalt

Assistenzärzte verdienen während ihrer Facharztausbildung Allgemeinchirurgie zwischen 4.694 Euro und 6.287 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Assistenzärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Assistenzarzt Gehalt.

Weiterbildung Allgemeinchirurgie

Dauer der Facharztausbildung Allgemeinchirurgie

Die Weiterbildungszeit in der Allgemeinchirurgie beträgt 72 Monate. Dabei muss die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 72 Monate müssen:

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet der Chirurgie (common Trunk) abgeleistet werden
    • umfasst 6 Monate Notfallaufnahme, 6 Monate Intensivmedizin und 12 Monate in der Chirurgie (davon 6 Monate Ambulanz)
  • 48 Monate für die Allgemeinchirurgie abgeleistet werden, davon
    • 12 Monate in der Orthopädie und Unfallchirurgie
    • 12 Monate in der Viszeralchirurgie
    • weitere 24 Monate in der Allgemeinchirurgie, davon können bis zu
      • 24 Monate in anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie abgeleistet werden
      • 12 Monate in Anästhesiologie, Anatomie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin und Gastroenterologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Pathologie oder Urologie abgeleistet/ angerechnet werden
      • 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden
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Die Facharztausbildung Allgemeinchirurgie dauert in Vollzeit 6 Jahre. 

Facharztausbildung für Allgemeinchirurgie

Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Allgemeinchirurgie

Die Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Allgemeinchirurgie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen & Fertigkeiten)

1. Gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildungen im Gebiet Chirurgie

Übergreifende Inhalte im Gebiet Chirurgie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Chirurgische Techniken und Instrumentengebrauch, insbesondere Inzision, Präparation, Retraktion, Naht- und Knotentechniken einschließlich Laseranwendung unter Berücksichtigung der verschiedenen Gewebestrukturen
  • Chirurgische perioperative Behandlung einschließlich Vorbereitung, Lagerungstechniken, Nachsorge und Komplikationsmanagement sowie Indikationsstellung zu weiterführenden Maßnahmen
  • Techniken der temporären Ruhigstellung und Fixationsverbände
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Wundheilung und Narbenbildung
  • Wundmanagement und stadiengerechte Wundtherapie sowie Verbandslehre einschließlich verschiedene Wundauflagen, Unterdruck- und Kompressionstherapie
  • Defektdeckung bei akuten und chronischen Wunden
  • Grundlagen der medikamentösen Tumortherapie
  • Basisbehandlung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

Lokalanästhesie und Schmerztherapie

  • Lokal- und Regionalanästhesien
  • Abklärung von peri- und postoperativen Schmerzzustände
  • Diagnostik und Therapie nach den dokumentierten Schmerztherapieplänen
  • Behandlung von Patienten mit komplexen Schmerzzuständen
  • Injektionen und Punktionen

Notfall- und Intensivmedizin

  • Erkennung und Behandlung von akuten Notfällen einschließlich lebensrettenden Maßnahmen
  • Kardiopulmonale Reanimation
  • Pathophysiologie von schweren Verletzungen, des Polytraumas und deren Folgen
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Differenzierte Beatmungstechniken
  • Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht-intubierten Patienten
  • Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
  • Mitbehandlung bei septischen Krankheitsbildern
  • Pharmakologie der Herz-Kreislauf-Unterstützung
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Zentralvenöse Zugänge (Richtzahl: 20) 
  • Arterielle Kanülierung und Punktionen
  • Thorax-Drainage
  • das Legen eines transurethralen und/oder suprapubischen Katheters

2. Spezifische Inhalte der Facharztausbildung Allgemeinchirurgie

Übergreifende Inhalte der Facharztweiterbildung Allgemeinchirurgie

  • Berufsgenossenschaftliche Heilverfahren einschließlich Durchgangsarztverfahren
  • Grundlagen der Verwendung alloplastischer Materialien

Notfalleingriffe

  •  

    Erkennung, Diagnostik, Therapie und interdisziplinäres Management für den Schwer- und Mehrfachverletzten Zugang zum Thorax (Richtzahl: 10)

  • Notfalleingriffe im Bauchraum, z. B. bei Ileus, Blutung, Peritonitis, Milzruptur, Hohlorganperforationen (Richtzahl: 20)

Diagnostische Verfahren

  • Sonographische Untersuchungen des Abdomens und Retroperitoneums
  • Sonographische Untersuchungen der Urogenitalorgane
  • Notfallsonographien (eFAST) Sonographie des Bewegungsapparats Rektosigmoidoskopie
  • Proktoskopie
  • Indikation, Durchführung und Befunderstellung von konventioneller Röntgendiagnostik, davon
  • Notfalldiagnostik: Röntgendiagnostik ohne CT im Rahmen der Erstversorgung bei Erwachsenen und Kindern
  • Skelett, Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett in angemessener Gewichtung
  • intraoperative radiologische Befundkontrolle

Weichteilverletzungen, Wunden und Verbrennungen

  • Weichteileingriffe, z. B. an Sehnen, Bändern, Muskeln, Haut und bei Infektionen
  • Prävention, Diagnostik und Therapie des zentralen und peripheren Kompartmentsyndroms
  • Diagnostik und Therapie unkomplizierter Weichteilverletzungen
  • Erkennung und Erstversorgung von komplexen Weichteilverletzungen und Verbrennungen
  • Resektion gutartiger oberflächlicher und peripherer Weichteiltumore (Kennzahl: 20)
  • Inzision und Exzision von Hautabszessen (Kennzahl: 20)

Konservative Therapiemaßnahmen

  • Konservative Behandlung einschließlich schmerztherapeutischer Maßnahmen bei Luxationen, Frakturen, Distorsionen (Kennzahl: 20)

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der Hand

  • Häufigste Verletzungen und Funktionsstörungen der Hand
  • Erkennung und Erstversorgung von komplexen Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der Hand
  • Diagnostik, konservative und operative Therapie von nicht-komplexen Verletzungen und Funktionsstörungen der Hand

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der viszeralen Organe und Gefäße

  • Implantation und Explantation von zentralvenösen Verweilkathetern, z. B. Portkatheter, Herzschrittmacher (Kennzahl: 20)
  • Inzision von Perianalabszessen Exzision von Perianalvenenthrombosen
  • Hämorrhoidenoperation einschließlich Therapie einer Fissur (Kennzahl: 20)
  • Operative Therapie von Hernien, davon
  • Leistenhernie (Kennzahl: 40)
  • Bauchwandhernie (Kennzahl: 10)
  • Narbenhernie (Kennzahl: 10)
  • Methoden der Gefäßfreilegung, Embolektomie und Thrombektomie
  • Methoden der Varizenoperation
  • Laparotomien und deren Verschluss, auch minimal invasiv (Richtzahl: 50)
  • Resektionen, Übernähungen, Exstirpationen, konventionelle, endoskopische und interventionelle Techniken, davon (Richtzahl: 150)
    • Appendektomie (Richtzahl: 25)
    • Cholecystektomie (Richtzahl: 35)
    • explorative Laparotomie und/oder  Laparoskopie (Richtzahl: 30)
    • Magenübernähung
    • Dünndarmresektion (Richtzahl: 10)
    • Stomaanlage und Stomarückverlagerung (Richtzahl: 10)
    • Eingriffe am Kolon

Verletzungen, Erkrankungen & Funktionsstörungen des Kopf- & Halsbereiches

  • Anomalien der anatomischen Strukturen des Halses
  • Zervikale Eingriffe, z. B. an der Schilddrüse, Tracheotomie, Lymphknoten-Probeexzision
    • an langen Röhrenknochen (Richtzahl: 10)
    • am distalen Radius (Richtzahl: 20)
    • am oberen Sprunggelenk (Richtzahl: 10)
    • bei subcapitaler Humerusfraktur (Richtzahl: 10)
    • am Ellenbogengelenk (Richtzahl: 10)

Verletzungen, Erkrankungen & Funktionsstörungen der Bewegungsorgane

  • Operationsschritte bei Erkrankungen und Verletzungen an Extremitäten, Wirbelsäule, Becken und Thorax
  • Weichteileingriffe, z. B. an Sehnen, Bändern, Muskeln, Haut, Weichteiltumoren (Richtzahl: 30)
  • Osteosynthesen bei Typ A- und B-Frakturen, davon (Richtzahl: insgesamt 120)
  • an langen Röhrenknochen (Richtzahl: 10)
  • am distalen Radius (Richtzahl: 20)
  • am oberen Sprunggelenk (Richtzahl: 10)
  • bei subcapitaler Humerusfraktur (Richtzahl: 10)
  • am Ellenbogengelenk (Richtzahl: 10)
  • Fixateur externe-Anlagen (Richtzahl: 10)
  • Versorgung von Frakturen an der Hüfte mit Duokopfprothesen und Osteosynthesen (Richtzahl: 30)
  • Operative Therapie bei Infektionen an Weichteilen, Knochen oder Gelenken (Richtzahl: 10)
  • Implantatentfernungen (Richtzahl: 50)

Strahlenschutz

  • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

Facharztausbildung Allgemeinchirurgie – Das Logbuch

Das Logbuch ist ein verpflichtender Bestandteil der Weiterbildungsordnung zum Allgemeinchirurgen. Innerhalb des Logbuches werden alle Inhalte und Kenntnisse dokumentiert, die während der Facharztausbildung vermittelt wurden. Wenn alle Inhalte der Weiterbildungsordnung erfolgreich absolviert wurden, muss das vollständig ausgefüllte Logbuch unterschrieben bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Zum Logbuch für die Facharztausbildung Allgemeinchirurgie gelangen Sie hier.

Facharztprüfung Allgemeinchirurgie

Die Facharztprüfung in der Allgemeinchirurgie ist die letzte Hürde auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinchirurgie. Hierbei handelt es sich um eine nicht-öffentliche, mündliche Prüfung, die etwa 30-45 Minuten dauert. Innerhalb der Facharztprüfung wird der gesamte Inhalt der Weiterbildung geprüft. Besteht der Arzt in Weiterbildung seine Facharztprüfung, wird ihm eine Facharzturkunde ausgestellt. Mit dieser ist der Facharzt nun berechtigt sich als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenkassen mit einer eigenen Praxis niederzulassen.

Stellenangebote für Allgemeinchirurgen

Sie suchen nach einer neuen Stelle im Fachbereich der Allgemeinchirurgie?

Sie wollen Ihren Facharzt für Allgemeinchirurgie machen und Ihre Karriere erfolgreich planen und gestalten?

Sie sind bereits ein Facharzt für Allgemeine Chirurgie und wollen einen weiteren Meilenstein gehen?

Dann informieren und bewerben Sie sich unter unseren Stellenangeboten für Ärzte. Approbatio unterstützt Sie sehr gerne und bringt Sie weiter!

Weiterbildungen für die Facharztausbildung Allgemeinchirurgie

Nach der Facharztausbildung Allgemeinchirurgie können die Fachärzte eine Zusatzbezeichnungen erhalten. Hierfür müssen die Allgemeinchirurgen eine Zusatzweiterbildung absolvieren. 

In welchen spezifischen Fachgebieten sich Allgemeinchirurgen fortbilden können sehen Sie hier:

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Diese Fortbildungsmöglichkeiten können Assistenzärzte bereits nach 24 Monaten als Assistenzarzt in der Allgemeinchirurgie wahrnehmen:

Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.