Facharztausbildung Viszeralchirurgie – Alles Zur Weiterbildung

Facharztausbildung Viszeralchirurgie

Approbatio → Facharztausbildung → Weiterbildung Viszeralchirurgie

Wie kann man Facharzt für Viszeralchirurgie werden? Welche Inhallte kommen in der Facharztausbildung Viszeralchirurgie dran? Wie lange Dauert die Weiterbildung zum Viszeralchirurgen? Wozu wird ein Logbuch in der Facharztweiterbildung Viszeralchirurgie benötigt? Wo sollten sich Ärzte der Viszeralchirurgie unbedingt bewerben?

Hier erhalten Sie alle Antworten.

Facharztausbildung Viszeralchirurgie

Approbatio → Facharztausbildung → Weiterbildung Viszeralchirurgie

Facharztausbildung Viszeralchirurgie – Das Fachgebiet

Die Viszeralchirurgie ist ein selbständiger Fachbereich innerhalb der Chirurgie. Der Begriff Viszeralchirurgie leitet sich aus dem Lateinischen „viscera“ ab und bedeutet so viel wie „Eingeweide“. Dementsprechend ist die Viszeralchirurgie, die Chirurgie des Bauchraumes und der Bauchwand, der endokrinen Drüsen und der Weichteile. Dabei befasst sich die Abdominalchirurgie (oder Bauchchirurgie) mit der operativen Behandlung der menschlichen Organe im Viszeralbereich. Somit fällt der gesamte Verdauungstrakt inklusive Speiseröhre, Magens, Dünn- und Dickdarm, Enddarm, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Milz in den Verantwortungsbereich der Viszeralchirurgie. Des Weiteren wird der Facharzt für Viszeralchirurgie bei operativen Eingriffen an der Schilddrüse, Nebenschilddrüse sowie bei der Behandlung von Eingeweidebrüchen und Transplantation von Bauchhöhlenorganen (z.B. Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm) tätig.

Wie viele Fachärzte gibt es für die Viszeralchirurgie?

  • 3.117 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 32% Ärztinnen (987)
    • 68% Ärzte (2.130)

Voraussetzungen der Weiterbildung Viszeralchirurgie

Grundvoraussetzung für den Beginn der Facharztausbildung in der Viszeralchirurgie ist ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium und die damit verbundene Approbation als Arzt. Sind die Voraussetzungen erfüllt beginnt der Mediziner als Arzt in Weiterbildung bzw. Assistenzarzt zu arbeiten. In dieser Zeit absolviert der Assistenzarzt seine Facharztausbildung zum Viszeralchirurgen. Im Anschluss an die mehrjährige Facharztausbildung in der Viszeralchirurgie muss der Arzt in Weiterbildung eine Facharztprüfung absolvieren. Wird die Facharztprüfung bestanden so erhält der Arzt den Facharzttitel: „Facharzt für Viszeralchirurgie“.

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Für die Facharztausbildung Viszeralchirurgie wird ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt vorausgesetzt.

Facharztausbildung in der Viszeralchirurgie

Facharztausbildung Viszeralchirurgie: Das Gehalt

Assistenzärzte verdienen während ihrer Facharztausbildung Viszeralchirurgie zwischen 4.694 Euro und 6.287 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Assistenzärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Assistenzarzt Gehalt.

Dauer der Facharztausbildung Viszeralchirurgie

Die Weiterbildungszeit zum Facharzt Viszeralchirurgie beträgt 72 Monate. Dabei muss die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 72 Monate müssen:

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie (common Trunk) abgeleistet werden
    • umfasst 6 Monate Notfallaufnahme, 6 Monate Intensivmedizin und 12 Monate in der Chirurgie (davon 6 Monate Ambulanz)
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Viszeralchirurgie, davon können bis zu
    • 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in Anästhesiologie, Anatomie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin und Gastroenterologie, Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Pathologie oder Urologie angerechnet werden
    • 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden
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Die Facharztausbildung Viszeralchirurgie dauert in Vollzeit 6 Jahre. 

Weiterbildung Viszeralchirurgie

Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Viszeralchirurgie

Die Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Viszeralchirurgie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

1. Gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildungen im Gebiet Chirurgie

Übergreifende Inhalte im Gebiet Chirurgie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Chirurgische Techniken und Instrumentengebrauch, insbesondere Inzision, Präparation, Retraktion, Naht- und Knotentechniken einschließlich Laseranwendung unter Berücksichtigung der verschiedenen Gewebestrukturen
  • Chirurgische perioperative Behandlung einschließlich Vorbereitung, Lagerungstechniken, Nachsorge und Komplikationsmanagement sowie Indikationsstellung zu weiterführenden Maßnahmen
  • Techniken der temporären Ruhigstellung und Fixationsverbände
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Wundheilung und Narbenbildung
  • Wundmanagement und stadiengerechte Wundtherapie sowie Verbandslehre einschließlich verschiedene Wundauflagen, Unterdruck- und Kompressionstherapie
  • Defektdeckung bei akuten und chronischen Wunden
  • Grundlagen der medikamentösen Tumortherapie
  • Basisbehandlung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

Lokalanästhesie und Schmerztherapie

  • Lokal- und Regionalanästhesien
  • Abklärung von peri- und postoperativen Schmerzzustände
  • Diagnostik und Therapie nach den dokumentierten Schmerztherapieplänen
  • Behandlung von Patienten mit komplexen Schmerzzuständen
  • Injektionen und Punktionen

Notfall- und Intensivmedizin

  • Erkennung und Behandlung von akuten Notfällen einschließlich lebensrettenden Maßnahmen
  • Kardiopulmonale Reanimation
  • Pathophysiologie von schweren Verletzungen, des Polytraumas und deren Folgen
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Differenzierte Beatmungstechniken
  • Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht-intubierten Patienten
  • Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
  • Mitbehandlung bei septischen Krankheitsbildern
  • Pharmakologie der Herz-Kreislauf-Unterstützung
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Zentralvenöse Zugänge (Richtzahl: 20) 
  • Arterielle Kanülierung und Punktionen
  • Thorax-Drainage
  • das Legen eines transurethralen und/oder suprapubischen Katheters

2. Spezifische Inhalte der Facharztausbildung Viszeralchirurgie

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Viszeralchirurgie

  • Berufsgenossenschaftliche Heilverfahren einschließlich Durchgangsarztverfahren
  • Grundlagen der Verwendung alloplastischer Materialien

Viszeralchirurgische Notfälle

  • Traumamanagement von Schwer- und Mehrfachverletzten, auch mit einem Injury Severity Score (ISS) von mindestens 16 Punkten 
  • Notfalleingriffe im Bauchraum, z. B. bei Ileus, Blutung, Peritonitis, Milzruptur, Hohlorganperforationen einschließlich abdomineller Vakuumtherapie (VAC) (Richtzahl: 20)

Diagnostsche Verfahren

  • Sonographische Untersuchungen des Abdomens und des Retroperitoneums (Richtzahl: 400)
  • Sonographische Untersuchungen der Urogenitalorgane (Richtzahl: 200)
  • Duplexsonographie der abdominiellen und retroperitonealen Gefäße sowie des Mediastinum (Richtzahl: 100)
  • Notfallsonographien (eFAST) (Richtzahl: 50) 
  • Richtungsweisende Sonographien der Halsregion (Richtzahl: 50)
  • Endosonographie des Rektums 
    • Ösophagogastroduodenoskopie (Richtzahl: 50)
    • Koloskopie (Richtzahl: 50)
    • Rektosigmoidoskopie (Richtzahl: 50)
    • Proktoskopie (Richtzahl: 50) 
    • Indikation, Durchführung und Befunderstellung der intraoperativen radiologischen Befundkontrolle 
    • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebender Verfahren

Weichteilverletzungen, Wunden und Verbrennungen

  • Weichteileingriffe, z. B. an Sehnen, Bändern, Muskeln, Haut, Weichteiltumoren und bei Infektionen
  • Prävention, Diagnostik und Therapie des zentralen und peripheren Kompartmentsyndroms 
  • Diagnostik und Therapie unkomplizierter Weichteilverletzungen 
  • Diagnostik von komplexen Weichteilverletzungen sowie Wunden, die eine plastische Deckung erfordern und Wunden, die mit einer Knochenverletzung einhergehen 
  • Diagnostik und Therapie von thermischen und chemischen Wunden außerhalb von Gesicht, Hand, Fuß oder Genitalbereich 
  • Resektion gutartiger oberflächlicher und peripherer Weichteiltumore (Richtzahl: 20)
  • Inzision und Exzision von Hautabszessen (Richtzahl: 20)

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der viszeralen Organe und Gefäße

  • Implantation und Explantation von intravenösen Portkathetern (Richtzahl: 20)
  • Operative Versorgung von Perianalabszessen 
  • Exzision von Perianalvenenthrombosen 
  • Hämorrhoidenoperation einschließlich Therapie einer Fissur (Richtzahl: 20) 
  • Analfistel
  • Lymphknotenbiopsie bzw. -dissektion (Richtzahl: 5)
  • Operative Therapie von Hernien, auch minimal invasiv, davon 
    • Leistenhernie (Richtzahl: 40)
    • Bauchwandhernie (Richtzahl: 10)
    • Narbenhernie (Richtzahl: 10)
  • Gefäßfreilegung, Embolektomie und Thrombektomie 
  • Varizenoperation 
  • Leber-Probeexzision 
  • Laparotomien und deren Verschluss (Richtzahl: 50) 
  • Laparoskopien (Richtzahl: 50)
  • Resektionen, Übernähungen, Exstirpationen, konventionelle, endoskopische und interventionelle Techniken, auch minimal invasiv, insbesondere 
    • Appendektomie (Richtzahl: 20)
    • Cholecystektomie (Richtzahl: 35)
    • Explorative Laparotomie und/oder Laparoskopie (Richtzahl: 30)
    • Magenübernähung 
    • Endoskopische und offene perkutane endoskopische Gastrostomie-Anlagen (PEG) 
    • Dünndarmresektion (Richtzahl: 10)
    • Stomaanlage und Stomarückverlagerung (Richtzahl: 10) 
    • Eingriffe am Kolon (Richtzahl: 30)
    • Fundoplicatio einschließlich minimal invasiver Verfahren (Richtzahl: 5) 
    • Splenektomie (Richtzahl: 3)
    • Magenteilresektion (Richtzahl: 3)
    • Leberwedgeresektion (Richtzahl: 3)
    • Enddarmoperation (Richtzahl: 10) 
    • komplexe Adhäsiolyse (Richtzahl: 10) 
    • Erste Assistenz bei Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade, z. B. Pankreasresektion, Gastrektomie, Rektumresektion (Richtzahl: 80)
  • Grundlagen der operativen Technik von Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade, z. B: hepatobiliäre Eingriffe, Operationen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), Roux-Y-Gastric Bypass, Adrenalektomie, Multiviszeralresektion
  • Transplantationschirurgie

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen des Kopf- und Halsbereichs

  • Indikationsstellung zur operativen Therapie und Nachbehandlung von Parathyreoidektomien 
  • Zervikale Eingriffe, z. B. Tracheotomie, Lymphknoten-Probexcision 
  • Thyreoidektomie und Neck-Dissektion bei malignen Erkrankungen 
  • Eingriffe an der Schilddrüse (Richtzahl: 25), davon
    • Schilddrüsenresektion (Richtzahl: 20)

Strahlenschutz

  • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

Facharztausbildung Viszeralchirurgie – Das Logbuch

Das Logbuch ist ein verpflichtender Bestandteil der Weiterbildungsordnung zum Viszeralchirurgen und ständiger Begleiter des Assistenzarztes. Innerhalb des Logbuches werden alle Inhalte und Kenntnisse dokumentiert, die während der Weiterbildung zum Facharzt für Viszeralchirurgie vermittelt wurden. Wenn alle Inhalte der Weiterbildungsordnung erfolgreich absolviert wurden, muss das vollständig ausgefüllte Logbuch unterschrieben bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Zum Logbuch für die Facharztausbildung Viszeralchirurgie gelangen Sie hier.

Facharztprüfung Viszeralchirurgie

Die Facharztprüfung in der Viszeralchirurgie ist die letzte Hürde auf dem Weg zum Facharzt für Viszeralchirurgie. Hierbei handelt es sich um eine nicht-öffentliche, mündliche Prüfung, die etwa 30-45 Minuten dauert. Innerhalb der Facharztprüfung wird der gesamte Inhalt der Weiterbildung geprüft. Besteht der Arzt in Weiterbildung seine Facharztprüfung, wird ihm eine Facharzturkunde ausgestellt. Mit dieser ist der Facharzt nun berechtigt sich als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenkassen mit einer eigenen Praxis niederzulassen.

Stellenangebote Viszeralchirurgie

Sie suchen nach einem neuen Job in der Viszeralchirurgie?

Sie wollen Facharzt für Viszeralchirurgie werden und Ihre Karriere erfolgreich planen und gestalten?

Sie sind bereits ein Facharzt für Viszeralchirurgie und wollen einen weiteren Meilenstein gehen?

Egal, ob Sie eine Assistenzarztstelle, Facharztstelle, Oberarztstelle oder Chefarztstelle in der Viszeralchirurgie suchen, informieren und bewerben Sie sich auf unserer Stellenbörse: Stellenangebote für Ärzte.

Approbatio unterstützt Sie sehr gerne und bringt Sie weiter!

Weiterbildungen für die Facharztausbildung Viszeralchirurgie

Nach der Facharztausbildung Viszeralchirurgie können die Fachärzte eine Zusatzbezeichnung erhalten. Hierfür müssen die Viszeralchirurgen eine Zusatzweiterbildung absolvieren. In welchen spezifischen Fachgebieten sich Fachärzte für Viszeralchirurgie fortbilden können sehen Sie hier:

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Diese Fortbildungsmöglichkeiten können Assistenzärzte bereits nach 24 Monaten als Assistenzarzt in der Viszeralchirurgie wahrnehmen:

DGAV – Deutsche Gesellschaft für Viszeralchirurgie

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) ist eine medizinische Fachgesellschaft für Allgemein- & Viszeralchirurgen in ganz Deutschland. Die Aufgabe der Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) besteht in der Förderung der Wissenschaft und Praxis durch  Weiter- und Fortbildungen, Qualitätssicherung auf dem Gebiet der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verwandten Disziplinen, wie der Gastroenterologie, Gynäkologie oder Unfallchirurgie. Insbesondere jüngere Ärzte werden durch die DGAV gefördert, beispielsweise durch Hospitations-Stipendien. Die Mitgliederzahl des DGAV beläuft sich auf ca. 5.200 Mitglieder.

Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.