Facharzt Plastische Chirurgie Ausbildung – Schönheitschirurg werden

Schönheitschirurg werden. Wie wird man plastischer Chirurg? Wie lange dauert die Facharztausbildung in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie? Welche Inhalte kommen in der Weiterbildungsordnung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie dran? Wozu wird ein Logbuch in der Weiterbildung benötigt? Wo bewirbt man sich am besten als Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt oder Chefarzt der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie?

Alle Antworten erhalten Sie hier.

Der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die Plastische Chirurgie ist in Deutschland seit dem Jahr 1978 ein Teilgebiet der Chirurgie.    Dabei beschäftigt sich die Plastische Chirurgie mit formverändernden Eingriffen an den Organen oder Gewebeteilen, die aus funktionellen oder ästhetischen/rekonstruktiven Gründen für notwendig erachtet werden. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf dem sichtbaren Teil des Körpers. Das Ziel der Plastischen Chirurgie beinhaltet die Wiederherstellung und Verbesserung der Körperform und sichtbar eingeschränkter Körperfunktionen.

Zu den Aufgaben, die auf einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zukommen, gehören zum Beispiel die Entfernung von Tumoren mit anschließender Defektdeckung, der Brustwiederaufbau nach einer Brustentfernung oder die Behandlung von angeborenen Fehlbildungen, wie einer Lippen-Kiefer-Gaumespalte.

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie werden

Um Schönheitschirurg zu werden wird ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium und die damit verbundene Approbation vorausgesetzt. Im Anschluss kann der angehende Schönheitschirurg seine Facharztausbildung in der Plastischen Chirurgie beginnen. Dabei beginnt er als Assistenzarzt bzw. Arzt in Weiterbildung zu arbeiten. Nach der mehrjährigen Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie muss der Assistenzarzt eine Facharztprüfung bestehen. Wird die Facharztprüfung bestanden so erhält der Arzt den Facharzttitel: „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“.

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Dauer der Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die Weiterbildungszeit in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie beträgt 72 Monate. Dabei muss die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 72 Monate müssen:

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie (common Trunk) abgeleistet werden
    • umfasst 6 Monate Notfallaufnahme, 6 Monate Intensivmedizin und 12 Monate in der Chirurgie (davon 6 Monate Ambulanz)
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, davon können bis zu
    • 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oder Neurochirurgie oder 6 Monate in Anästhesiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe oder Pathologie angerechnet werden
    • 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden

Weiterbildungsordnung Facharzt Plastische und Ästhetische Chirurgie

  • Zu vermittelnde kognitive Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnde Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

1. Gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildungen im Gebiet Chirurgie

    Übergreifende Inhalte im Gebiet Chirurgie

    • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
      • Chirurgische Techniken und Instrumentengebrauch, insbesondere Inzision, Präparation, Retraktion, Naht- und Knotentechniken einschließlich Laseranwendung unter Berücksichtigung der verschiedenen Gewebestrukturen
      • Chirurgische perioperative Behandlung einschließlich Vorbereitung, Lagerungstechniken, Nachsorge und Komplikationsmanagement sowie Indikationsstellung zu weiterführenden Maßnahmen
    • Techniken der temporären Ruhigstellung und Fixationsverbände
      • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
    • Wundheilung und Narbenbildung
      • Wundmanagement und stadiengerechte Wundtherapie sowie Verbandslehre einschließlich verschiedene Wundauflagen, Unterdruck- und Kompressionstherapie
      • Defektdeckung bei akuten und chronischen Wunden
    • Grundlagen der medikamentösen Tumortherapie
      • Basisbehandlung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

    Lokalanästhesie und Schmerztherapie

      • Lokal- und Regionalanästhesien
      • Abklärung von peri- und postoperativen Schmerzzustände
      • Diagnostik und Therapie nach den dokumentierten Schmerztherapieplänen
      • Behandlung von Patienten mit komplexen Schmerzzuständen
      • Injektionen und Punktionen

    Notfall- und Intensivmedizin

      • Erkennung und Behandlung von akuten Notfällen einschließlich lebensrettenden Maßnahmen
      • Kardiopulmonale Reanimation
    • Pathophysiologie von schweren Verletzungen, des Polytraumas und deren Folgen
      • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
    • Differenzierte Beatmungstechniken
      • Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht-intubierten Patienten
    • Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
      • Mitbehandlung bei septischen Krankheitsbildern
    • Pharmakologie der Herz-Kreislauf-Unterstützung
      • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
      • Zentralvenöse Zugänge (Richtzahl: 20) 
      • Arterielle Kanülierung und Punktionen
      • Thorax-Drainage
      • das Legen eines transurethralen und/oder suprapubischen Katheters

    2. Spezifische Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

      Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

      • Einleitung und Durchführung von berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren einschließlich Durchgangsarztverfahren 
      • Grundlagen der Verwendung alloplastischer Materialien 
        • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung (Richtzahl: 10)

      Plastisch-chirurgische Notfälle

      • Behandlungsoptionen fachspezifischer akuter Organstörungen, Verletzungen, Infektionen, Durchblutungsstörungen, insbesondere der Hand, der Weichteile und der Haut 
        • Erstversorgung von komplexen Verletzungen 
          • Schwere Weichteilverletzungen (Richtzahl: 5)
          • Erstversorgung komplexer Handverletzungen und Amputationen sowie Therapieplanung (Richtzahl: 5)
          • Wundversorgung großer Gesichts- und Kopfwunden (Richtzahl: 10) 
          • Weichteilinfektionen (Richtzahl: 10)
          • Primäre Reposition von Luxationen und Frakturen an Hand und Handgelenk (Richtzahl: 10)
          • Extravasationen 
          • Escharotomie und Kompartmentspaltung (Richtzahl: 5)

      Diagnostische Verfahren

      • Indikation, Durchführung und Befunderstellung der intraoperativen radiologischen Befundkontrolle 
      • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebender Verfahren 
      • Weichteilsonographie (Richtzahl: 100)
      • Duplexsonographie der peripheren Gefäße

      Rekonstruktive plastische Eingriffe

      • Therapieoptionen bei tiefgehenden, ausgedehnten und fortschreitenden Entzündungen nach operativer Versorgung oder bei Weichteiluntergang mit Nekrosen von Haut, Faszien und Muskeln einschließlich Kompartmentsyndrom sowie angeborener Fehlbildungen, erworbener Erkrankungen und Verletzungen von funktionellen Strukturen
      • Grundlagen der chirurgischen Onkologie einschließlich der konservativen und operativen Behandlungsmethoden
      • Operationsschritte bei rekonstruktiven Eingriffen an Rumpf und Extremitäten, bei Narben- und Nabelhernien 
        • Débridement und Resektionen sowie Defektdeckung bei Infektionen und Tumoren einschließlich der septischen Traumachirurgie (Richtzahl: 25), davon 
          • allschichtige Resektionen bei Osteomyelitis (Richtzahl: 5)
        • Mikrochirurgische Gefäßanastomosen (Richtzahl: 20)
        • Erste Assistenz bei freien mikrovaskulär angeschlossenen Lappenplastiken einschließlich Hebung (Richtzahl: 5)
        • Erste Assistenz bei motorischen Ersatzplastiken (Richtzahl: 5)
        • Erste Assistenz bei mikrovaskulären gestielten Lappenplastiken (Richtzahl: 25)
        • Hauttransplantationen (Richtzahl: 25) 
        • Myokutane Lappenplastiken (Richtzahl: 5)
        • Rekonstruktive Eingriffe im Kopf- und Halsbereich (Richtzahl: 20), davon 
          • lokale Lappenplastiken (Richtzahl: 10)
          • gefäßgestielte Lappenplastiken (Richtzahl: 5) 
        • Erste Assistenz bei komplexen Rekonstruktionen im Kopf- und Halsbereich (Richtzahl: 5)
        • Rekonstruktive Eingriffe an der Thoraxwand (Richtzahl: 15), davon 
          • gefäßgestielte Lappenplastiken (Richtzahl: 10)
        • Rekonstruktive Eingriffe im Bereich der Mamma (Richtzahl: 20), davon 
          • Brustrekonstruktionen mit Expander, Implantat und/oder Eigengewebe (Richtzahl: 10) 
        • Rekonstruktive Eingriffe an Rumpf und Extremitäten, davon 
          • lokale Lappenplastiken (Richtzahl: 20), davon 
            • gefäßgestielte Lappenplastiken (Richtzahl: 10)
          • Defektdeckung bei Dekubitalulcera (Richtzahl: 10) 
        • Rekonstruktive Eingriffe am äußeren Genitale, z. B. bei Tumoren, Genitalverstümmelung 
        • Nervendekompressionen, auch bei Karpaltunnelsyndrom (Richtzahl: 20)
        • Primäre Koaptationen bzw. Transplantationen an Nerven (Richtzahl: 20), davon 
          • an stammnahen Nerven (Richtzahl: 5)
          • bei Transplantationen (Richtzahl: 5)
        • Wiederherstellung von Knorpel- und Knochenstrukturen an den Extremitäten (Richtzahl: 5)
        • Rekonstruktiv-plastische Eingriffe am Fuß einschließlich Korrekturen am knöchernen Skelett (Richtzahl: 5)

      Ästhetisch-chirurgische und körperformende Maßnahmen

      • Planung, Indikation, Aufklärung und Grenzen bei der Anwendung ästhetischer Maßnahmen unter Berücksichtigung psychologischer und psychosomatischer Exploration 
      • Standardisierte Fotodokumentation 
        • Ohrmuschelkorrekturen
      • Augenlidkorrekturen 
        • Eingriffe an der Mamma (Richtzahl: 25), davon 
          • Mammareduktionplastiken und Mastopexien (Richtzahl: 10) 
          • Augmentationsplastiken (Richtzahl: 5)
          • operative Korrektur von Gynäkomastie/Lipomastie (Richtzahl: 5) 
        • Aspirationslipektomien zur Körperkonturierung an Rumpf und Extremitäten (Richtzahl: 10) 
        • Abdominoplastiken (Richtzahl: 10)
        • Oberarm- oder Oberschenkelstraffungen (Richtzahl: 5)
        • Erste Assistenz bei der Septorhinoplastik (Richtzahl: 5)
        • Erste Assistenz bei Gesichts- und Halsstraffungen (Richtzahl: 5)

      Verbrennungsmedizinische Eingriffe

      • Diagnostik und Erstversorgung (Schwer-)Brandverletzter (Richtzahl: 20), davon 
        • Verbrennungen 2. Grades von mehr als 10 % der Körperoberfläche bei Erwachsenen (Richtzahl: 15)
        • Verbrennungen 3. Grades von mehr als 5 % der Körperoberfläche bei Erwachsenen (Richtzahl: 5)
        • Verbrennungen der Hände, Füße, im Gesichts- und Genitalbereich 
        • Verbrennungen 2. und 3. Grades bei Kindern 
      • Therapieroptionen bei Verbrennungen 2. und 3. Grades sowie bei durch elektrischen Strom verursachten thermischen Schäden oder entsprechender Schädigung durch chemische Substanzen, auch im Gesicht, an Hand, Fuß oder im Genitalbereich sowie bei schwerwiegenden, großflächigen exfolitativen Hauterkrankungen oder allergischen Hautreaktionen
        • Anwendung chirurgischer Hautersatzverfahren (Richtzahl: 50), davon 
          • nicht autolog (Richtzahl: 15)
        • Rekonstruktive Eingriffe bei Verbrennungen (Richtzahl: 5)
        • Narbenkorrekturen nach Verbrennungen (Richtzahl: 10)
      • Gewinnung und Verwendung von Hauttransplantaten einschließlich Keratinozytenzüchtung

      Handchirurgische Eingriffe

      • Angeborene Fehlbildungen und erworbene Erkrankungen und Verletzungen der Hand 
        • Eingriffe an der Hand, davon 
          • Dupuytrensche Kontrakturen unterschiedlicher Schweregrade (Richtzahl: 10)
          • Ringbandspaltungen (Richtzahl: 5)
          • Resektion von Ganglien sowie Synovialitis (Richtzahl: 10)
          • Strecksehnen-Naht (Richtzahl: 10)
          • Beugesehnen-Naht (Richtzahl: 5)
          • Bandersatzplastik einschließlich Bandnaht (Richtzahl: 5)
      • Fingeramputationen und Handverschmälerungen 
        • Erste Assistenz bei Replantationen und schweren komplexen Handverletzungen (Richtzahl: 5)
        • Operative Versorgung bei Infektionen im Bereich der Hand 
        • Osteosynthetische Versorgung der Hand im Rahmen von Replantationen (Richtzahl: 15)
      • Konservative Frakturbehandlung und Ruhigstellungsverfahren nach Handoperationen 
        • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen nach Handverletzungen

      Strahlenschutz

      • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
      • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
        • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

      Das Logbuch für die Facharztausbildung Plastische Chirurgie

      Das Logbuch ist ein verpflichtender Bestandteil der Weiterbildungsordnung, um ein Schönheitschirurg zu werden. Innerhalb des Logbuches werden alle Inhalte und Kenntnisse dokumentiert, die während der Facharztausbildung der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie vermittelt wurden. Wenn alle Inhalte der Weiterbildungsordnung erfolgreich absolviert wurden, muss der Arzt in Weiterbildung das vollständig ausgefüllte Logbuch unterschrieben bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben.

      Stellenangebote Plastische Chirurgie

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      Facharzt für Gefäßchirurgie, Facharztweiterbildung Gefäßchirurgie

      DGPRÄC – Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen

      Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) ist ein Berufsverband für plastische Chirurgen in Deutschland. Zusätzlich bildet der Berufsverband die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie und vertritt die wissenschaftlichen und berufsrechtlichen Interessen der Plastischen Chirurgie in Deutschland. Dabei vertritt der Berufsverband alle Bereiche der Plastischen Chirurgie: Rekonstruktive Chirurgie, Handchirurgie, Ästhetische Chirurgie und Verbrennungschirurgie. Um ein ordentliches Mitglied der DGPRÄC zu werden, wird der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie gefordert. Ärzte, die sich in der Facharztausbildung zum Plastischen und Ästhetischen Chirurgen befinden, können in Form einer assoziierten Mitgliedschaft partizipieren.