Facharzt Thoraxchirurgie – Ausbildung & Karriere

Facharzt für Thoraxchirurgie werden. Wie wird man Thoraxchirurg? Wie lange dauert die Facharztausbildung zum Facharzt Thoraxchirurgie? Welche Inhalte kommen in der Weiterbildungsordnung zum Facharzt für Thoraxchirurgie dran? Wozu wird ein Logbuch in der Weiterbildung benötigt? Wo bewirbt man sich am besten als Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt oder Chefarzt der Thoraxchirurgie?

Alle Antworten erhalten Sie hier.

Facharzt Thoraxchirurgie

Der Facharzt für Thoraxchirurgie

Die Thoraxchirurgie ist ein eigenständiges Fachgebiet innerhalb der Chirurgie. Das Aufgabengebiet der Thoraxchirurgie umfasst die Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen im Bereich des Thorax (Brustraum). Zusätzlich beinhaltet die Thoraxchirurgie die Prävention und Diagnostik, in welcher auch instrumentelle Untersuchungsverfahren zum Einsatz kommen.

Als Facharzt für Thoraxchirurgie befasst sich der Arzt vorwiegend mit der operativen Behandlung von Lungenerkrankungen (z.B. Lungenkrebs), Rippenfellerkrankungen (z.B. Peritonealkarzinose), Erkrankungen des Brustkorbs  (z.B. Trichterbrust, Brustwandtumor).

Erkrankungen des Mediastinums (z.B. Thymuskarzinom) sowie Erkrankungen der Luftröhre (z.B. Luftröhrenkrebs). Bei der Behandlung von Erkrankungen zieht der Facharzt für Thoraxchirurgie, soweit es geht, minimal-invasive Operationen vor, damit das Infektionsrisiko gemindert wird. Zugleich steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit einer erfolgreichen und komplikationslosen Genesung.

Deutschlandweit sind derzeitig ca. 350 Fachärzte für Thoraxchirurgie tätig. Davon arbeiten die meisten Thoraxchirurgen in einer Klinik (ca. 330). Nur wenige arbeiten als Facharzt für Thoraxchirurgie in einem MVZ oder Sanitärsoffizier.

Facharzt für Thoraxchirurgie werden

Um ein Facharzt für Thoraxchirurgie zu werden, wird ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium und die damit verbundene Approbation als Arzt vorausgesetzt. Im Anschluss kann der angehende Thoraxchirurg seine Facharztausbildung in der Thoraxchirurgie beginnen. Dabei beginnt er als Assistenzarzt bzw. Arzt in Weiterbildung zu arbeiten. Nach der mehrjährigen Weiterbildung zum Facharzt fürThoraxchirurgie muss der Assistenzarzt eine Facharztprüfung bestehen. Wird die Facharztprüfung bestanden so erhält der Arzt den Facharzttitel: „Facharzt für Thoraxchirurgie“.

Dauer der Weiterbildung zum Facharzt für Thoraxchirurgie

Die Weiterbildungszeit in der Thoraxchirurgie beträgt 72 Monate. Dabei muss die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 72 Monate müssen:

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie (common Trunk) abgeleistet werden
    • umfasst 6 Monate Notfallaufnahme, 6 Monate Intensivmedizin und 12 Monate in der Chirurgie (davon 6 Monate Ambulanz)
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Thoraxchirurgie, davon können bis zu
    • 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie oder Innere Medizin und Pneumologie angerechnet werden 
    • 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden.
Facharztausbildung Thoraxchirurgie

Weiterbildungsordnung Facharzt Thoraxchirurgie

Die Weiterbildungsordnung Facharzt Thoraxchirurgie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnde kognitive Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnde Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

1. Gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildungen im Gebiet Chirurgie

Übergreifende Inhalte im Gebiet Chirurgie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Chirurgische Techniken und Instrumentengebrauch, insbesondere Inzision, Präparation, Retraktion, Naht- und Knotentechniken einschließlich Laseranwendung unter Berücksichtigung der verschiedenen Gewebestrukturen
  • Chirurgische perioperative Behandlung einschließlich Vorbereitung, Lagerungstechniken, Nachsorge und Komplikationsmanagement sowie Indikationsstellung zu weiterführenden Maßnahmen
  • Techniken der temporären Ruhigstellung und Fixationsverbände
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Wundheilung und Narbenbildung
  • Wundmanagement und stadiengerechte Wundtherapie sowie Verbandslehre einschließlich verschiedene Wundauflagen, Unterdruck- und Kompressionstherapie
  • Defektdeckung bei akuten und chronischen Wunden
  • Grundlagen der medikamentösen Tumortherapie
  • Basisbehandlung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

Lokalanästhesie und Schmerztherapie

  • Lokal- und Regionalanästhesien
  • Abklärung von peri- und postoperativen Schmerzzustände
  • Diagnostik und Therapie nach den dokumentierten Schmerztherapieplänen
  • Behandlung von Patienten mit komplexen Schmerzzuständen
  • Injektionen und Punktionen

Notfall- und Intensivmedizin

  • Erkennung und Behandlung von akuten Notfällen einschließlich lebensrettenden Maßnahmen
  • Kardiopulmonale Reanimation
  • Pathophysiologie von schweren Verletzungen, des Polytraumas und deren Folgen
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Differenzierte Beatmungstechniken
  • Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht-intubierten Patienten
  • Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
  • Mitbehandlung bei septischen Krankheitsbildern
  • Pharmakologie der Herz-Kreislauf-Unterstützung
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Zentralvenöse Zugänge (Richtzahl: 20) 
  • Arterielle Kanülierung und Punktionen
  • Thorax-Drainage
  • das Legen eines transurethralen und/oder suprapubischen Katheters

2. Spezifische Inhalte der Facharztausbildung Thoraxchirurgie

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Thoraxchirurgie

  • Stellenwert diagnostischer, endoskopischer und offener operativer Verfahren
  • Prinzipien der Lungentransplantation einschließlich Organspende, Organentnahme und Betreuung Lungentransplantierter
  • Indikationsstellung und Überwachung physiotherapeutischer Maßnahmen
  • Raucherberatung 
  • Strukturierte Raucherentwöhnung
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung

Thoraxchirurgische Notfälle

  • Trachealverletzungen
  • Ösophagobronchiale und tracheoarterielle Fisteln
  • Diagnostik und Therapie von Pneumothorax, Hämothorax, Pleuraempyem, Serothorax, Hämoptysen/Hämoptoe, akuter Dyspnoe/Aspiration, Thoraxtrauma, insbesondere im Rahmen eines Polytraumas 
  • Notfallthorakotomie/-sternotomie einschließlich Brustwandstabilisierung, video-assistierte thorakoskopische Verfahren (VATS) (Richtzahl: 20)
  • Pleurapunktionen und Drainageeinlage (Richtzahl: 50)
  • Akutmaßnahmen bei pulmonaler Dekompensation
  • Dilatative und/oder chirurgische Tracheotomie (Richtzahl: 5)

Diagnostische Verfahren

  • Starre und flexible Tracheobronchoskopie (Richtzahl: 50)
  • Thorakoskopische (partielle) Pleurektomie (Richtzahl: 20)
  • Lymphknoten-Probeexzision und Lymphknoten-Entnahme (Richtzahl: 10)
  • Befundinterpretation von Bodyplethysmographie, Blutgasanalyse, 6-Minuten-Gehtest, Spiroergometrie 
  • Sonographie des Thorax Richtzahl: 100) 
  • Indikation, Durchführung und Befunderstellung der intraoperativen radiologischen Befundkontrolle 
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebender Verfahren

Infektionen

  • Thorakale Infektionen
  • Dekortikation, offen oder thorakoskopisch (Richtzahl: 5)
  • Vakuumtherapie am Thorax (Richtzahl: 5) 
  • Offene Eingriffe bei Infektionen am Weichgewebe und am knöchernen Thorax einschließlich Thoraxfensteranlage und Thorakoplastik (Richtzahl: 5) 

Fehlbildungen

  • Offene und endoskopische Korrekturverfahren bei z. B. Pectus carinatum und Pectus excavatum, Lungensequestern, mediastinalen Zysten, Lobäremphysem

Funktionelle Störungen und Lungengerüsterkrankungen

  • Tracheobronchomalazie, Emphysem/Bullae, interstitielle Lungenerkrankungen, Zwerchfelldysfunktion, Zwerchfellparese, Zwerchfellhochstand, Hyperhidrosis 
  • Lungenvolumenreduktion bei COPD
  • Diagnostische Keilresektion einschließlich Bullaresektion (Richtzahl: 10)
  • Thorakale Sympathektomie

Tumorerkrankungen

  • Benigne und maligne Tumorerkrankungen und Metastasen an Trachea, Lunge, Pleura, Thoraxwand, Diaphragma und Mediastinum 
  • Paraneoplastische Syndrome 
  • Grundlagen der Strahlentherapie 
  • Portanlage  (Richtzahl: 10)
  • Mediastinoskopie einschließlich videoassistierter mediastinoskopischer Lymphadenektomie (VAMLA) (Richtzahl: 10)
  • Komplette ipsilaterale thorakale Lymphknoten-Dissektion (Richtzahl: 30)
  • Keilresektion (Richtzahl: 20)
  • Segmentektomie (Richtzahl: 5)
  • Lobektomie einschließlich Pneumonektomie (Richtzahl: 30) 
  • Thorakoskopische Pleurodese (Richtzahl: 15)
  • Erste Assistenz bei erweiterten Resektionen, z. B. Manschettenresektion, Resektion am Tracheobronchialbaum, am Gefäßsystem, Operation mit intraperikardialer Resektion (Richtzahl: 10)
  • Perikard-/Zwerchfellresektion und Ersatz (Richtzahl: 5)
  • Resektion mediastinaler Tumore einschließlich angrenzender Organe (Richtzahl: 5)
  • Brustwandresektion und Rekonstruktion (Richtzahl: 5)

Strahlenschutz

  • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

Das Logbuch für die Facharztausbildung Thoraxchirurgie

Das Logbuch ist ein verpflichtender Bestandteil der Weiterbildungsordnung, um ein Thoraxchirurg zu werden. Innerhalb des Logbuches werden alle Inhalte und Kenntnisse dokumentiert, die während der Facharztausbildung der Thoraxchirurgie vermittelt wurden. Wenn alle Inhalte der Weiterbildungsordnung erfolgreich absolviert wurden, muss der Arzt in Weiterbildung das vollständig ausgefüllte Logbuch unterschrieben bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben. Zum Logbuch für die Facharztausbildung Thoraxchirurgie gelangen Sie hier.

Stellenangebote Thoraxchirurgie

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Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT)

Die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) ist der Berufsverband für die Thoraxchirugie. Zur Aufgabe der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) gehört die Weiterentwicklung des Fachgebiets, einschließlich der fachbezogenen Intensivmedizin. Weiterhin besteht ein Schwerpunkt in der engen Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern sowie der Erfahrungs- und Meinungsaustausch mit Wissenschaftlern und Fachgesellschaften aus dem In- und Ausland. Somit nimmt die Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie die Belange der Lehre (Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung), der Forschung und der Krankenversorgung wahr.