Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Im deutschen Gesundheitssystem arbeiten ungefähr 17.500 Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin absolviert. Durch die Zusatzweiterbildung spezialisieren sich die Fachärzte auf die Beurteilung, Beratung und Betreuung gesunder und kranker Menschen im Kontext von körperlicher Aktivität, Inaktivität sowie Training im Leistungs-, Breiten-, Rehabilitations- und Behindertensport.

Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die ZB Sportmedizin oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Ärztevermittlung → Facharztausbildung → Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Definition Zusatzweiterbildung Sportmedizin

Die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Beurteilung, Beratung und Betreuung gesunder und kranker Menschen im Kontext von körperlicher Aktivität, Inaktivität sowie Training im Leistungs-, Breiten-, Rehabilitations- und Behindertensport.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatz-Weiterbildung „Sportmedizin„?

In Deutschland gibt es 17.627 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Sportmedizin„.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin baut auf einer Facharztausbildung in einem Gebiet der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharztausbildung
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Für die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin wird eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung vorausgesetzt.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Die Weiterbildungszeit der Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin beträgt ca. 6 – 12 Monate.

Die Weiterbildung umfasst

  • einen 240 Stunden Weiterbildungs-Kurs gemäß § 4 Abs. 8 in Sportmedizin
    • Die Kurs-Weiterbildung kann durch 6 Monate Weiterbildung an einem sportmedizinischen Institut unter Befugnis an Weiterbildungsstätten ersetzt werden.
  • 120 Stunden sportärztliche Tätigkeit in einem Sportverein oder einer anderen vergleichbaren Einrichtung.
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Die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin dauert in Vollzeit ca. 6 – 12 Monate. 

Zusatzweiterbildung Sportmedizin

Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin

Grundlagen der Sportmedizin

  • Spezielle anatomische, physiologische, biochemische und pathophysiologische Grundlagen in Ruhe und unter akuter bzw. chronischer Belastung sowie deren Anpassungsreaktionen
  • Einfluss, Indikationen und Kontraindikationen von Bewegung und Sport auf verschiedene Erkrankungen
  • Überlastungen, Risiken und Gefährdungen bei körperlicher Aktivität und Sport sowie präventive bzw. kompensatorische Maßnahmen
  • Bewegungsspezifische Grundlagen, motorische Hauptbeanspruchungsformen, Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Sportartspezifische Techniken, Erscheinungsformen und Disziplinen der jeweiligen Sportarten und ihre sportmedizinische Relevanz
  • Bewegungs- und Trainingslehre sowie Sportdidaktik und Sportmethodik
  • Erfassung, Berücksichtigung, Einordnung und Bewertung akuter, chronischer und sportartspezifischer Belastungen aller beteiligter Organsysteme und deren Anpassungsreaktionen
  • Beratung und Betreuung zu präventiven, therapeutischen und rehabilitativen Bewegungsangeboten
  • Beurteilung von Rehabilitationsmaßnahmen und Belastbarkeit in den einzelnen Rekonvaleszenzphasen
  • Durchführung relevanter allgemeiner und sportartspezifischer Messmethoden und deren Bewertung, z. B. Spiroergometrie, Feldstufentest, Laktatabnahme/Laktatmessung

Spezifische sportmedizinische Aspekte

  • Besonderheiten von Geschlecht und Altersgang aller Organsysteme und Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von Lebensalter, Geschlecht und sportlicher Aktivität
  • Differenzierung zwischen entwicklungs-/altersbedingten, geschlechtsbezogenen Befunden (Altersinvolution/Trainingsmangel), Abweichungen von der Norm, Schwächen und Schäden der Organsysteme
  • Einfluss extremer Umweltbedingungen und Umweltbelastungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit
  • Besonderheiten von Impfungen im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität und Sport
  • Sportartspezifische Erste-Hilfe-Maßnahmen

Sportmedizinische Aspekte bei Erkrankungen

  • Sportartspezifische Techniken von Sportarten für Menschen mit Behinderungen in ihren Erscheinungsformen und Disziplinen und ihre sportmedizinische Relevanz
  • Betreuung von Menschen mit Behinderungen im Kontext körperlicher Aktivität und Sport
  • Sportartspezifische Techniken von Sportarten für Menschen mit chronischen Erkrankungen in ihren Erscheinungsformen und Disziplinen und ihre sportmedizinische Relevanz
  • Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei chronischen Erkrankungen
  • Beratung und Betreuung von Personen mit funktionellen Beeinträchtigungen, Schäden und chronischen Krankheiten im Kontext körperlicher Aktivität und Sport
  • Einfluss medikamentöser und physikalischer Therapie auf körperliche Aktivität und Sport

Ethische und rechtliche Aspekte der Sportmedizin und des Sports

  • Ethik sowie (Haft-, Standes-)Recht in der (Sport-)Medizin und im Sport
  • Strukturen und Organisation(en) des Sports und der Sportmedizin unter gesundheitlicher und gesellschaftlicher Perspektive

Ernährung, Pharmaka, Dopingproblematik

  • Grundlagen der Sporternährung (Makro-, Mikronährstoffe, Flüssigkeitsbedarf) unter Berücksichtigung verschiedener Leistungsklassen
  • Beratung und Bewertung von sportgerechter Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln sowie mögliche Substitution
  • Management und Bewertung erforderlicher Medikamenteneinnahme einschließlich exogener Hormongaben, z. B. Kontrazeptiva
  • Medikamentenmissbrauch und Doping, rechtliche Grundlagen und Anti-Doping-Regularien sowie Nachweisverfahren
  • Anti-Doping-Management

Praktische sportärztliche Tätigkeit in Vereinen oder vergleichbaren Institutionen

  • Beratung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen, Frauen, Männern, Menschen mit Behinderungen und Senioren in verschiedenen Gruppen, z. B. im Bereich Leistungs-, Breiten-, Rehabilitationssport (Richtzahl: 3)
  • Sportmedizinische Bewertung der Bewegungs- und Trainingslehre, der Sportdidaktik und Sportmethodik
  • Sportmedizinische Schulungsmaßnahmen von Übungsleitern

Gehalt während der Zusatzweiterbildung Sportmedizin

Fachärzte verdienen während ihrer Zusatzweiterbildung Sportmedizin zwischen 6.196 Euro und 8.078 Euro. Dabei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Fachärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Facharzt Gehalt.

Das Logbuch für die Zusatzweiterbildung Sportmedizin

Das Logbuch ist ebenfalls wie in der Facharztausbildung ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin. Mithilfe des Ausbildungslogbuches werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Sobald das Logbuch vollständig ausgefüllt ist, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Ärztekammer für die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.