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Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

In Deutschland arbeiten ungefähr 2.000 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Handchirurgie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie absolviert. Innerhalb der Zusatzweiterbildung spezialisieren sich die Fachärzte auf die Vorbeugung, Erkennung, operative und nicht operative Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen und Tumoren sowie die Rekonstruktion nach Erkrankungen oder Verletzungen der Hand und des distalen Unterarms.

Um ein Handchirurg zu werden, absolvieren Ärzte nach ihrer Facharztausbildung die Zusatzweiterbildung Handchirurgie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die ZB Handchirurgie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

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Autor: Leon Pobuda

Position: Geschäftsführer von Approbatio

Aktualisiert: 17.10.2021

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Definition Zusatzweiterbildung Handchirurgie

Die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung, operative und nicht operative Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen und Tumoren sowie die Rekonstruktion nach Erkrankungen oder Verletzungen der Hand und des distalen Unterarms.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie?

In Deutschland gibt es 1.958 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Handchirurgie.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

Die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie baut auf den Facharztausbildung in der Allgemeinchirurgie, Kinderchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie oder Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharztanerkennung in
    • Allgemeinchirurgie, Kinderchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie oder Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

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Für die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie wird eine spezifische Facharztanerkennung vorausgesetzt.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

Die Weiterbildungszeit für die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie beträgt 24 Monate, also 2 Jahre.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie dauert in Vollzeit 2 Jahre. 

Zusatzweiterbildung Handchirurgie

Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie

  • Spezielle Anatomie der Hand
  • Gutachtenerstellung (Richtzahl: 10)
  • Lokal- und Regionalanästhesien an der Hand (Richtzahl: 20)
  • Berufsgenossenschaftliche Heilverfahren
  • Interdisziplinäre Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differentialindikation und Befundinterpretation

Notfälle

  • Handchirurgische Notfallmaßnahmen bei komplexen Handverletzungen (Richtzahl: 10)
  • Operative Eingriffe, davon
    • Amputationen an Hand und Unterarm (Richtzahl: 6)
    • thermische, chemische, elektrische Verletzungen, Hochdruckeinspritzverletzungen, Kompartment-Syndrome der Hand (Richtzahl: 5)

Infektionen

  • Ätiologie und Pathogenese von Infektionen der Hand
  • Konservative Behandlungen bei Infektionen der Sehnen und Gelenke der Hand
  • Operative Eingriffe bei Infektionen (Richtzahl: 20), davon
    • tiefe Wund- und Sehnenscheideninfektionen (Richtzahl: 10)
    • Paronychie, Panaritium (Richtzahl: 5)
    • Osteomyelitis, septische Arthritis (Richtzahl: 5)
  • Differentialdiagnose und Therapieoptionen von systemischen entzündlichen Erkrankungen, Gichtarthropathien und Kollagenosen an der Hand
  • Eingriffe bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, z. B. Tenosynovialektomien, Gelenksynovialektomien und Sehnenrekonstruktionen bei Rheuma (Richtzahl: 20)

Tumorerkrankungen

  • Ätiologie und Pathogenese von Neoplasien der Hand
  • Tumorresektionen, davon
    • Weichteiltumore (Richtzahl: 10)
    • Knochentumore (Richtzahl: 5)
    • tumorähnliche Läsionen, z. B. Ganglion (Richtzahl: 10)
  • Teilnahme und Vorstellung von Patienten in interdisziplinären Tumorkonferenzen
  • Erstellung von Nachsorgeplänen

Diagnostik

  • Anatomische und funktionelle Untersuchungstechniken an Hand und Handgelenk
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von bildgebenden Verfahren der Hand einschließlich MRT, CT, Angiographie und Sonographie

Handfehlbildungen

  • Differentialdiagnose und Therapieoptionen von Handfehlfehlbildungen einschließlich konservativer und operativer Therapiekonzepte

Knochen und Gelenke

  • Ätiologie und Pathogenese von Verletzungen und degenerativen Schäden von Knochen und Gelenken
  • Konservative Frakturbehandlungen (Richtzahl: 20)
  • Luxationsbehandlungen (Richtzahl: 5)
  • Diagnostische Nervenblockaden an Gelenken (Richtzahl: 5)
  • Operative Eingriffe, davon
    • geschlossene Repositionen und Fixierung (Richtzahl: 10)
    • offene Repositionen und Osteosynthesen (Richtzahl: 15)
    • Korrekturosteotomien (Richtzahl: 5)
    • Pseudarthrosenbehandlung (Richtzahl: 10), davon
      • Skaphoidpseudarthrosen (Richtzahl: 5)
    • Knochentransplantationen (Richtzahl: 10)
    • Naht und sekundäre Rekonstruktionen der Seitenbänder und der palmaren Platte (Richtzahl: 10)
    • Naht und sekundäre Rekonstruktionen der Bänder des Handgelenks (Richtzahl: 10)
    • Denervierungen (Richtzahl: 5)
    • Arthrolysen (Richtzahl: 5)
    • Arthroplastiken (Richtzahl: 10)
    • Arthrodesen und Teilarthrodesen (Richtzahl: 15)
    • diagnostische und therapeutische Arthroskopien (Richtzahl: 20)

Periphere Nerven und Gefäße

  • Grundlagen der elektrophysiologischen Untersuchung an peripheren Nerven
  • Ätiologie und Pathogenese von traumatischen Schäden und Kompressionssyndromen
  • Operative Eingriffe, davon
    • mikrochirurgische Wiederherstellung von Stammnerven (Richtzahl: 5)
    • mikrochirurgische Wiederherstellung von Digitalnerven (Richtzahl: 15)
    • Nervenrekonstruktion mit Transplantat oder Transposition (Richtzahl: 5)
    • Neurolysen (Richtzahl: 5)
    • Neuromresektion (Richtzahl: 5)
    • bei Karpaltunnelsyndrom (Richtzahl: 10)
    • bei Rezidiv-Karpaltunnelsyndrom (Richtzahl: 5)
    • bei Nervenkompressionssyndromen anderer Lokalisation, z. B. Ulnarisrinnensyndrom, Pronator-teres-Syndrom, Supinatorsyndrom (Richtzahl: 10)
    • mikrochirurgische Arterien- oder Venennähte (nicht bei Replantationen/Revaskularisationen) (Richtzahl: 15)
    • oder Gefäßrekonstruktionen bei Veneninterponaten
    • Replantationen oder Revaskularisationen (Richtzahl: 5)

Haut- und Weichteilmantel der Hand

  • Ätiologie und Pathogenese von Schädigungen des Haut- und Weichteilmantels der Hand
  • Operative Eingriffe, davon
    • freie Hauttransplantationen (Richtzahl: 10)
    • gestielte lokale Lappenplastiken (Richtzahl: 10)
    • gestielte Fernlappenplastiken oder freie Lappenplastiken (Richtzahl: 5)
    • partielle Aponeurektomien bei Morbus Dupuytren (Richtzahl: 10)
    • Rezidiv-Operationen bei Morbus Dupuytren (Richtzahl: 5)

Sehnen

  • Ätiologie und Pathogenese von traumatischen und degenerativen Sehnenschäden der Hand einschließlich Sehnenengpass-Syndromen
  • Grundlagen und Techniken der Versorgung von Sehnenverletzungen einschließlich differenzierter Nachbehandlungskonzepte
  • Operative Eingriffe, davon
    • Ringbandspaltungen (Richtzahl: 10)
    • Beugesehnennähte (Richtzahl: 15)
    • Strecksehnennähte (Richtzahl: 15)
    • Sehnenrekonstruktionen mit Transplantat und Ringbandrekonstruktionen (Richtzahl: 5)
    • Tenolysen (Richtzahl: 10)
    • Sehnenumlagerungen als motorische Ersatzoperation (Richtzahl: 5)

Prävention, Rehabilitation und Nachsorge

  • Maßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen und Bewegungsstörungen nach Verletzungen, bei degenerativen Veränderungen und bei komplexen regionalen Schmerzsyndromen
  • Indikationsstellung, Planung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen, z. B. bei komplexen regionalen Schmerzsyndromen
  • Indikationsstellung, Planung und Überwachung der Rehabilitation und Nachsorge bei Verletzungen und Erkrankungen der Hand

Gehalt während der Zusatzweiterbildung Handchirurgie

Fachärzte verdienen während ihrer Zusatzweiterbildung Handchirurgie zwischen 6.196 Euro und 8.078 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Fachärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können Sie hier nachlesen: Facharzt Gehalt.

Das Logbuch für die Zusatzweiterbildung Handchirurgie

Wie schon in der Facharztausbildung ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Zusatz-Weiterbildung Handchirurgie kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Geschäftsführer von Approbatio
Personalpsychologe (M.Sc.)

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.