Facharztausbildung/- Weiterbildung Augenheilkunde

Facharztausbildung Augenheilkunde

Approbatio → Facharztausbildung → Weiterbildung Augenheilkunde

In Deutschland arbeiten ungefähr 7.867 Ärzte mit dem Facharzttitel „Facharzt für Augenheilkunde“. Um diesen Titel zu erlangen, haben die Ärzte ihre Facharztausbildung in der Augenheilkunde absolviert. Innerhalb der Weiterbildung Augenheilkunde spezialisieren sich die Ärzte auf die Erkrankungen des Sehorganes und seiner Adnexe einschließlich der Optometrie und der plastisch-rekonstruktiven Operationen in der Periorbitalregion.

Um ein Facharzt für Augenheilkunde zu werden, müssen Assistenzärzte ihre Facharztausbildung in diesem Fachgebiet absolvieren. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zur Weiterbildung Augenheilkunde zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Facharztausbildung Augenheilkunde oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Facharztausbildung Augenheilkunde

Approbatio → Facharztausbildung → Weiterbildung Augenheilkunde

Facharztausbildung Augenheilkunde: Das Fachgebiet

Das Fachgebiet der Augenheilkunde spezialisiert sich auf die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation der anatomischen und funktionellen Veränderungen des Sehorgans und seiner Adnexe einschließlich der Optometrie und der plastisch-rekonstruktiven Operationen in der Periorbitalregion.

Wie viele Fachärzte gibt es für die Augenheilkunde?

  • 7.867 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 49% Ärztinnen (3.846)
    • 51% Ärzte (4.021)

Voraussetzungen für die Facharztausbildung Augenheilkunde

Um die Facharztausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde beginnen zu können, muss ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die dazugehörige Approbation als Arzt vorliegen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt kann der angehende Assistenzarzt in einer Weiterbildungsstätte (z.B. Krankenhaus) seine Facharzt-Weiterbildung Augenheilkunde beginnen. Nach der mehrjährigen Facharztausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde muss der angehende Ophthalmologe eine Facharztprüfung ablegen. Wird diese Facharztprüfung erfolgreich absolviert, wird dem Arzt der Titel „Facharzt für Augenheilkunde“ erteilt.

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Für die Facharztausbildung Augenheilkunde wird ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt vorausgesetzt.

Facharztausbildung Augenheilkunde: Das Gehalt

Assistenzärzte verdienen während ihrer Facharztausbildung Augenheilkunde zwischen 4.694 Euro und 6.287 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Assistenzärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Assistenzarzt Gehalt.

Dauer der Weiterbildung Augenheilkunde

Die Dauer der Weiterbildung Augenheilkunde beläuft sich auf 60 Monate, also 5 Jahre. Dabei muss die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 absolviert werden. 

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Die Facharztausbildung Augenheilkunde dauert in Vollzeit 5 Jahre. 

Facharztausbildung Augenheilkunde

Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Augenheilkunde

Die Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Augenheilkunde unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen & Fertigkeiten)

Inhalte der Weiterbildung Augenheilkunde

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Augenheilkunde

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung einschließlich formulargebundener Gutachten, z. B. augenärztliche Führerscheingutachten (Richtzahl: 25)
  • Infiltrations- und Regionalanästhesien (Richtzahl: 100), davon
    – subkonjunktivale, parabulbäre oder retrobulbäre Anästhesien (Richtzahl: 50)
  • Grundlagen der Ergo-, Sport- und Verkehrsophthalmologie
  • Tropenophthalmologische und reisemedizinische Augenerkrankungen

Fachgebundene genetische Beratung

  • Grundlagen hereditärer und multifaktorieller Krankheitsbilder und Entwicklungsstörungen
  • Interpretation und Aussagekraft genetischer Untersuchungsergebnisse (Sensitivität, Spezifität, prädiktiver Wert)
  • Methodische, psychosoziale und ethische Aspekte der genetischen Beratung und Diagnostik einschließlich pharmakogenetischer Tests
  • Erkennung fachbezogener genetisch bedingter Krankheitsbilder oder Entwicklungsstörungen
  • Fachgebundene genetische Beratung bei diagnostischer und prädiktiver genetischer Untersuchung

Notfälle

  • Diagnostik und Therapie augenärztlicher Notfallsituationen
  • Mitbehandlung polytraumatisierter Patienten im interdisziplinären Team

Lider, Tränenwege und Orbita

  • Diagnostik und konservative Therapie entzündlicher, degenerativer und tumoröser Erkrankungen der Lider, Tränenwege und der Orbita
  • Operative Eingriffe, z. B. plastisch-chirurgische Operationen des Entropiums, des Ektropiums, der Blepharochalasis, des Chalazions, Dehnung und Strikturspaltung der Tränenwege (Richtzahl: 50)
  • Erste Assistenz bei Enukleationen und komplexen plastisch-rekonstruktiven und ästhetischen Eingriffen an Lidern, Tränenwegen und Orbita

Bindehaut, Hornhaut und Sklera

  • Diagnostik und konservative Therapie entzündlicher, degenerativer, dystrophischer und tumoröser Erkrankungen der Bindehaut, Hornhaut und Sklera
  • Einfache chirurgische Eingriffe an Bindehaut und Hornhaut, z. B. Fremdkörperentfernung, Wundnaht, Parazentese (Richtzahl: 50)
  • Erste Assistenz bei komplexen intraokularen Eingriffen an Bindehaut und Hornhaut, z. B. Keratoplastik, Amnionmembrantransplantation

Uvea, Retina und Glaskörper

  • Diagnostik und konservative Therapie von entzündlichen, degenerativen, dystrophischen und tumorösen Erkrankungen an Uvea, Retina und Glaskörper
  • Laserchirurgische Eingriffe an der Retina (Richtzahl: 50)
  • Intravitreale operative Medikamenteneinbringungen (Richtzahl: 25)
  • Erste Assistenz bei Eingriffen an der Netzhaut und am Glaskörper, z. B. Vitrektomie, Amotiooperation

Endokrine Störungen

  • Diagnostik und Therapie der Augenbeteiligung bei endokrinen Störungen, z. B. endokrine Orbitopathie
  • Untersuchungen der gesamten Netzhaut bei Diabetes mellitus
     (Richtzahl: 150)

Strabologische, kinder- und neuro-ophthalmologische Erkrankungen

  • Ophthalmologische Abklärung von Kopfschmerzen
  • Behandlung der Erkrankungen, Funktionsstörungen und Verletzungen des Sehorgans, der Sehbahn und der Hirnnerven einschließlich deren Komplikationen
  • Behandlung paretischer und nicht paretischer Stellungs- und Bewegungsstörungen der Augen, der okulären Kopfzwangshaltungen und des Nystagmus
  • Behandlung kindlicher Sehschwächen
  • Chirurgische Eingriffe an geraden Augenmuskeln (Richtzahl: 10)
  • Erste Assistenz bei Augenmuskeloperationen höheren Schwierigkeitsgrades

Tumorerkrankungen

  • Diagnostik und Therapie der gutartigen und bösartigen Tumoren des Auges, der Lider, der Tränenwege und der Orbita, sowie Augen- und Orbitametastasen anderer Malignome

Strabologische, kinder- und neuro-ophthalmologische Erkrankungen

  • Ophthalmologische Abklärung von Kopfschmerzen
  • Behandlung der Erkrankungen, Funktionsstörungen und Verletzungen des Sehorgans, der Sehbahn und der Hirnnerven einschließlich deren Komplikationen
  • Behandlung paretischer und nicht paretischer Stellungs- und Bewegungsstörungen der Augen, der okulären Kopfzwangshaltungen und des Nystagmus
  • Behandlung kindlicher Sehschwächen
  • Chirurgische Eingriffe an geraden Augenmuskeln (Richtzahl: 10)
  • Erste Assistenz bei Augenmuskeloperationen höheren Schwierigkeitsgrades

Prävention und Rehabilitation

  • Untersuchungen zur Früherkennung, davon
    • Amblyopie (Richtzahl: 100)
    •  Glaukom (Richtzahl: 100)
    • Makuladegeneration (Richtzahl: 100)
  • Beratung zu Risikofaktoren für eine Entwicklung von Amblyopie, Glaukom und Makuladegeneration
  • Einleitung von rehabilitativen Maßnahmen bei Sehbehinderten
  • Beratung über und Anpassung von vergrößernden Sehhilfen (Richtzahl: 50)

Diagnostische Verfahren

  • Durchführung und Befunderstellung von Untersuchungsverfahren an allen Augenabschnitten, insbesondere
    • Spaltlampenuntersuchung
    • Ophthalmoskopie
    • Augeninnendruckmessung
    • Gonioskopie (Richtzahl: 100)
    • sonographische Untersuchungen des Auges und seiner Adnexe (Richtzahl: 100)
    • Biometrien der Achsenlänge des Auges Richtzahl: (50)
    • elektrophysiologische Untersuchungen (Richtzahl: 25)
    • Fluoreszenzangiographie (Richtzahl: 50)
    • optische Kohärenztomographie und/oder Papillentomographie (Richtzahl: 300)
    • Hornhautdickenmessung, sonographisch oder optisch (Richtzahl: 25)
    • Keratometrien oder Hornhauttopografien (Richtzahl: 5)
    • Hornhautendothelmikroskopie

Optometrie

  • Optometrische Untersuchungstechniken, insbesondere
    • subjektive und objektive Refraktionsbestimmung bei Erwachsenen und Kindern
    • Skiaskopie bei Kindern im Vorschulalter (Richtzahl: 50)
    • Bestimmung und Brillenkorrekturen von Refraktionsfehlern (Richtzahl: 250)
    • Durchführung und Befunderstellung von Untersuchungen verschiedener Funktionen des Sehvermögens, z. B. des Gesichtsfeldes, des Farbsinns mit Anomaloskop und anderen Verfahren, des Kontrast- oder Dämmerungssehens (Richtzahl: 300)
  • Abgleich von funktionellen Befunden mit den morphologischen Befunden
  • Kontaktlinsenanpassungen und Kontaktlinsenkontrollen (Richtzahl: 50)

Glaukomerkrankungen

  • Diagnostik und konservative Therapie von Glaukomen
  • Operative Eingriffe bei Glaukom, z. B. LaserIridotomie, Trabekuloplastik, Zyklokryokoagulation, Zyklofotokoagulation (Richtzahl: 25)
  • Erste Assistenz bei komplexen Eingriffen bei Glaukom, z. B. Trabekulektomie

Linse und refraktive Chirurgie

  • Diagnostik der Katarakt und anderer Linsenerkrankungen
  • Laserchirurgische Eingriffe am Vorderabschnitt des Auges, z. B. Kapsulotomie (Richtzahl: 25)
  • Diagnostik und Indikationsstellung für refraktivchirurgische Verfahren
  • Erste Assistenz bei Eingriffen an der Linse und bei refraktiv-chirurgischen Maßnahmen

Ophthalmopathologie

  • Grundlagen der feingeweblichen Untersuchung des Auges und seiner Anhangsgebilde
  • Abgleich von histopathologischen Befunden mit morphologischen Untersuchungsbefunden
  • Einordnung von histologischen Befunden des Auges und seiner Anhangsgebilde in das Krankheitsbild (Richtzahl: 25)

Weiterbildung Augenheilkunde – Das Logbuch

Für die Weiterbildung Augenheilkunde ist das Ausbildungslogbuch ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Augenheilkunde. In diesem Logbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Damit ein Arzt für die Facharztprüfung zum Facharzt für Augenheilkunde zugelassen wird, muss das Logbuch der Weiterbildung vollständig ausgefüllt bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Das Muster-Logbuch kann hier heruntergeladen werden.

Facharztprüfung Augenheilkunde

Die Facharztprüfung in der Augenheilkunde ist die letzte Hürde auf dem Weg zum Facharzt für Augenheilkunde. Hierbei handelt es sich um eine nicht-öffentliche, mündliche Prüfung, die etwa 30-45 Minuten dauert. Innerhalb der Facharztprüfung wird der gesamte Inhalt der Weiterbildung geprüft. Besteht der Arzt in Weiterbildung seine Facharztprüfung, wird ihm eine Facharzturkunde ausgestellt. Mit dieser ist der Facharzt nun berechtigt sich als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenkassen mit einer eigenen Praxis niederzulassen.

Augenheilkunde Stellenangebote

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Approbatio unterstützt Sie sehr gerne und bringt Sie weiter!

Weiterbildungen für die Facharztausbildung Augenheilkunde

Nach der Facharztausbildung Augenheilkunde können die Fachärzte eine Zusatzbezeichnungen erhalten. Hierfür müssen die Fachärzte für Augenheilkunde eine Zusatzweiterbildung absolvieren.

In welchen spezifischen Fachgebieten sich Fachärzte für Augenheilkunde fortbilden können sehen Sie hier:

A

B

E

F

H

I

K

M

N

P

R

S

Diese Fortbildungsmöglichkeiten können Assistenzärzte bereits nach 24 Monaten als Assistenzarzt in der Augenheilkunde wahrnehmen:

Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.