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Facharztausbildung Biochemie

Facharztausbildung Biochemie

In Deutschland arbeiten ungefähr 35 Ärzte mit dem Facharzttitel „Facharzt für Biochemie“. Um diesen Titel zu erlangen, haben die Ärzte ihre Facharztausbildung in der Biochemie absolviert. Innerhalb der Weiterbildung Biochemie spezialisieren sich die Ärzte auf die molekularen Interaktionen und Umwandlungen im menschlichen Organismus, die Struktur und Funktion von Zellen und Organen sowie ihrer Interaktion.

Um ein Facharzt für Biochemie zu werden, müssen Assistenzärzte ihre Facharztausbildung in diesem Fachgebiet absolvieren. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zur Weiterbildung Biochemie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Facharztausbildung Biochemie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Facharztausbildung Biochemie

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Autor: Leon Pobuda

Position: Geschäftsführer von Approbatio

Aktualisiert: 11.07.2021

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Facharztausbildung Biochemie: Das Fachgebiet

Das Fachgebiet der Biochemie spezialisiert sich auf die molekularen Interaktionen und Umwandlungen im menschlichen Organismus, die Struktur und Funktion von Zellen und Organen sowie ihrer Interaktion. Explizit eingeschlossen ist das Gebiet der Pathobiochemie, das die molekularen Grundlagen von Erkrankungen umfasst.

Wie viele Fachärzte gibt es für die Biochemie?

  • 35 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 26% Ärztinnen (9)
    • 74% Ärzte (26)

Voraussetzungen für die Facharztausbildung Biochemie

Um die Facharztausbildung zum Facharzt für Biochemie beginnen zu können, muss ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die dazugehörige Approbation als Arzt vorliegen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt kann der angehende Assistenzarzt in einer Weiterbildungsstätte (z.B. Krankenhaus) seine Facharzt-Weiterbildung Biochemie beginnen. Nach der mehrjährigen Facharztausbildung zum Facharzt für Biochemie muss der angehende Facharzt eine Facharztprüfung ablegen. Wird diese Facharztprüfung erfolgreich absolviert, wird dem Arzt der Titel „Facharzt für Biochemie“ erteilt.

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Für die Facharztausbildung Biochemie wird ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt vorausgesetzt.

Dauer der Weiterbildung Biochemie

Die Dauer der Weiterbildung Biochemie beläuft sich auf 48 Monate, also 4 Jahre. Dabei muss die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 absolviert werden. Innerhalb der 60 Monate 

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten

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Die Facharztausbildung Biochemie dauert in Vollzeit 4 Jahre. 

Facharztausbildung Biochemie: Das Gehalt

Assistenzärzte verdienen während ihrer Facharztausbildung Biochemie zwischen 4.694 Euro und 6.287 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Assistenzärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Assistenzarzt Gehalt.

Facharztausbildung Biochemie

Weiterbildungsordnung Facharztausbildung Biochemie

Die Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Biochemie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen & Fertigkeiten)

Inhalte der Weiterbildung Biochemie

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Biochemie

  • Strukturen und Funktionen der Biomoleküle wie Proteine, Nukleinsäuren, Kohlenhydrate, Lipide, niedermolekulare Verbindungen und Spurenelemente
  • Stoffwechsel und seine Regulation, enzymatische Katalyse
  • Molekulare Grundlagen von Erkrankungen
  • Methoden zur Trennung, Aufreinigung, Identifizierung und Quantifizierung von Biomolekülen
  • Methoden der Molekularbiologie
  • Modellorganismen

Zelluläre Biochemie und Molekularbiologie

  • Nukleinsäuren und Genexpression, Chromatinstruktur und Epigenetik, DNA-Reparatur und Genom-Editierung
  • Aufbau und Dynamik des Zytoskeletts, Katalyse von Bewegungen in der Zelle
  • Genese, Dynamik und Kommunikation von Zellorganellen
  • Regulation und Entgleisung des Zellzyklus, Onkogenese
  • Infektion von Zellen durch Viren und andere Mikroorganismen

Systemische Biochemie

  • Ernährung
  • Säure-Basen- sowie Wasser- und ElektrolytHaushalt
  • Spezielle biochemische Funktionen einzelner Organe und Körperflüssigkeiten

Bioinformatik

  • Anwendung von Datenbanken und in silico-Methoden, z. B. multiple Alignments, Struktur- und Funktionsvorhersagen aus Proteinsequenzen

Biophysikalische Chemie

  • Nicht-kovalente Wechselwirkungen
  • Multiple Gleichgewichte und Kinetik enzymkatalysierter Reaktionen und ganzer Stoffwechselwege
  • Resonante und Schwingungs-Spektroskopie, Hydrodynamik und Kalorimetrie

Signaltransduktion

  • Extra- und intrazelluläre Signaltransduktion, Unterschiede von Signalwegen, Zell-ZellKommunikation, Apoptose(regulation)
  • Biochemie der Reizwahrnehmung wie Sehen, Riechen, Hören, Schmecken, Fühlen

Methodik

  • Grundlagen der aktuellen und gängigen biochemischen Methoden
  • Grundlegende biochemische Methoden, z. B. Photometrie, Spektroskopie, Chromatographie, Elektrophorese, Blotting, immunologische Nachweismethoden, Zentrifugation
  • Grundlegende molekularbiologische Methoden, z. B. Klonierung, rekombinante Expression, Polymerase-Kettenreaktion (PCR), Sequenzierung
  • Spezielle biochemische und molekularbiologische Methoden, z. B. CRISPR/Cas-Methode, Strukturaufklärung mittels Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), Elektronenmikroskopie und Röntgenkristallographie, Microarrays
  • Grundlagen der bildgebenden Verfahren

Forschung und Lehre

  • Methoden der guten wissenschaftlichen Praxis
  • Konzeptionierung, Durchführung einschließlich Publikation von Forschungsprojekten auf einem aktuellen Gebiet der Biochemie
  • Didaktische Grundlagen der universitären Lehre
  • Vermittlung der biochemischen und molekularbiologischen Grundlagen durch Lehrveranstaltungen, insbesondere in Vorlesungen, Seminaren und Praktika

Weiterbildung Biochemie – Das Logbuch

Für die Weiterbildung Biochemie ist das Ausbildungslogbuch ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Biochemie. In diesem Logbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Damit ein Arzt für die Facharztprüfung zum Facharzt für Biochemie zugelassen wird, muss das Logbuch der Weiterbildung vollständig ausgefüllt bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Das Muster-Logbuch kann hier heruntergeladen werden.

Facharztprüfung Biochemie

Die Facharztprüfung in der Biochemie ist die letzte Hürde auf dem Weg zum Facharzt für Biochemie. Hierbei handelt es sich um eine nicht-öffentliche, mündliche Prüfung, die etwa 30-45 Minuten dauert. Innerhalb der Facharztprüfung wird der gesamte Inhalt der Weiterbildung geprüft. Besteht der Arzt in Weiterbildung seine Facharztprüfung, wird ihm eine Facharzturkunde ausgestellt. Mit dieser ist der Facharzt nun berechtigt sich als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenkassen mit einer eigenen Praxis niederzulassen.

Weiterbildungen für die Facharztausbildung Biochemie

Nach der Facharztausbildung Biochemie können die Fachärzte eine Zusatzbezeichnungen erhalten. Hierfür müssen die Fachärzte für Biochemie eine Zusatzweiterbildung absolvieren.

In welchen spezifischen Fachgebieten sich Fachärzte für Biochemie fortbilden können sehen Sie hier:

Diese Fortbildungsmöglichkeit können Assistenzärzte bereits nach 24 Monaten als Assistenzarzt in der Biochemie wahrnehmen:

Leon Pobuda

Geschäftsführer von Approbatio
Personalpsychologe (M.Sc.)

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.