Hospitation im Krankenhaus: Die Arbeitsprobe für den Arzt

Hospitation Krankenhaus

Ärztevermittlung Hospitation Krankenhaus

Im Anschluss an ein Bewerbungsgespräch werden Ärzte häufig zu einer Hospitation im Krankenhaus eingeladen, um den guten Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch zu bestätigen. Für den Arzt ist die Hospitation eine super Möglichkeit, um sich einen realistischen Eindruck zu verschaffen, ob die Stelle für ihn geeignet ist.

Im Folgenden klären wir alle Fragen zur Hospitation für Mediziner im Krankenhaus.

Hospitation Krankenhaus

Ärztevermittlung  Hospitation Krankenhaus

Wichtige Themen für Ärzte

Diese Themen sind zusätzlich für Sie als Arzt oder Ärztin wichtig:

Autor: Leon Pobuda

Position: Geschäftsführer von Approbatio

Aktualisiert: 13.07.2021

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Hospitation Arzt: 3 wichtige Fakten

  • Maximale Vergütung: 9,50€ die Stunde
  • Qualifikation: Medizinstudium
  • Anwendung: Im Bewerbungsgespräch oder als Praktikum

Was ist eine Hospitation im Krankenhaus?

Bei einer Hospitation (von lateinisch hospitari, zu Gast sein) in einem Krankenhaus besucht ein Außenstehender (z.B. Arzt oder Pflegekraft) einen Arbeitsplatz, um diesen besser kennenzulernen. Der Hospitant kann sich also durch eine Hospitation ein genaues Bild von dem Arbeitgeber und seiner zukünftigen Arbeit machen.

Bei Ärzten wird eine Hospitation in der Regel im Anschluss an ein Vorstellungsgespräch vereinbart. Hierbei ist die Hospitation mit einer Arbeitsprobe gleichzusetzen. Der Hospitant wird während seiner Hospitation auf seine fachliche Eignung geprüft. Gleichzeitig versucht sich der Arbeitgeber natürlich zu repräsentieren.

Des Weiteren hospitieren nicht-approbierte ausländische Ärzte oftmals in einem Krankenhaus, um erste berufliche Erfahrungen in Deutschland zu sammeln. Dabei ist die Hospitation mit einem mehrwöchigen Praktikum gleichzusetzen.

Hospitation im Krankenhaus: Warum eine Hospitation Sinn macht

Ärzte, die ihren Arbeitgeber wechseln, sollten sich über ihre Wahl sicher sein. Gerade wenn man in der Klinik nicht das Personal und die Arbeitsweise kennt, ist eine Hospitation sinnvoll. Eine Hospitation gibt dem Arzt viel mehr Eindrücke als ein 20-minütiges Vorstellungsgespräch. Auf der anderen Seite hilft die Hospitation natürlich auch dem Chefarzt bei seiner Entscheidungsfindung. Durch die Hospitation kann der Chefarzt den Hospitanten besser Kennenlernen und einschätzen, ob der Bewerber von seiner Persönlichkeit und mit seinem fachlichen Wissen ins Team passt.

Für ausländische Ärzte, die sich im Approbationsprozess befinden, sind Hospitationen enorm wichtig. Durch mehrwöchige Hospitationen lernen ausländische Ärzte das deutsche Gesundheitssystem besser kennen und können fortwährend berufliche Erfahrungen sammeln. Sofern ein ausländischer Arzt seine Approbation in Deutschland erhalten hat, können ihm fachspezifische Hospitationen einen Vorteil bei der Suche nach einem Arbeitgeber verschaffen.  

Wichtige Themen für Ärzte

Diese Themen sind zusätzlich für Sie als Arzt oder Ärztin wichtig:

Hospitation Krankenhaus: Werden Hospitanten bezahlt?

Eine Hospitation im Krankenhaus wird in der Regel nicht vergütet, sofern es sich um eine Hospitation im Rahmen eines Personalauswahlprozesses handelt. Jedoch werden oftmals die Reisekosten übernommen und ggf. Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Ärzte verlieren durch eine Hospitation also nur einen Tag, gewinnen aber Sicherheit bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers.

Eine mehrwöchige Hospitation von Ärzten wird hingegen vergütet. Jedoch wird diese nicht nach dem Tarifvertrag bezahlt. Der Hospitant erhält maximal den Mindestlohn (9,50 Euro pro Stunde; Stand 2021). Das Hospitations-Gehalt im Krankenhaus unterscheidet sich also erheblich vom regulären Arzt-Gehalt.

Hospitation Arzt: Wie kann ich im Krankenhaus hospitieren?

Im Krankenhaus werden Hospitationen von den Klinikbetreibern oftmals nicht extra ausgeschrieben. Im Zuge eines Bewerbungsverfahrens werden Ärzte im Anschluss an ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch gefragt, ob sie im Krankenhaus hospitieren wollen. Aber auch, wenn der Chefarzt oder ein Vertreter des Krankenhauses nicht aktiv nach einer Hospitation fragt, können Ärzte eine Hospitation ansprechen. Erfahrungsgemäß wird das Interesse an einer Hospitation positiv bewertet.

Da Krankenhäuser sehr selten freie Stellen für eine mehrwöchige Hospitation bzw. ein Praktikum ausschreiben, müssen sich Ärzte initiativ bei einem Krankenhaus bewerben. Da die Bewerbung der erste Eindruck ist, den die Entscheidungsträger vom Arzt gewinnen, sollte der Assistenzarzt Lebenslauf übersichtlich, gepflegt und grammatikalisch korrekt aufbereitet werden.

Die Vorbereitung für eine Hospitation im Krankenhaus

Für die Hospitation im Krankenhaus ist es wichtig gut vorbereitet und ausgeschlafen zu sein. Hospitanten sollten sich am Tag ihrer Hospitation keine weiteren Termine vornehmen und sich einen Wecker stellen. Ein gepflegtes Äußeres sollte selbstverständlich sein. Ärzte sollten vorbereitend für ihre Hospitation ihre kompletten Arbeitsausrüstung mitnehmen. Neben dem Arztkittel auch Stethoskop, Stifte, Pupillenlampe, Pocketcards sowie weitere fachspezifische Ausrüstung. Es ist immer besser im Vorhinein zu klären, bei wem man sich anmelden muss und wen man kontaktiert, wenn man aus Krankheitsgründen etc. nicht erscheinen kann. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, ist es für Ärzte ratsam sich über das Krankenhaus, seine Geschichte und die Klinik, in der man hospitiert zu informieren.

Checkliste zur Vorbereitung einer Hospitation

  • Wie komme ich zum Krankenhaus? Wie ist die öffentliche Verkehrsanbindung?
  • Habe ich genügend Zeit für den Arbeitsweg eingeplant?
  • Wen kontaktiere ich, wenn ich mich verspäte oder absagen muss? Habe ich eine Telefonnummer von der Kontaktperson
  • Wo muss ich mich für meine Hospitation anmelden?
  • Wer ist während meiner Hospitation für mich zuständig?
  • Welche Aufgaben kommen auf mich zu?
  • Bin ich angemessen gekleidet?
  • Welche Fragen habe ich an die Kollegen?

Was Ärzte während der Hospitation beachten sollten

Während der Hospitation sollten sich Ärzte ganz normal verhalten und zu den richtigen Zeitpunkten brillieren können. Zunächst einmal wurde der Arzt eingeladen, weil man sich eine zukünftige Zusammenarbeit sehr gut vorstellen kann. Daher gibt es keinen Grund sich zu verstecken oder sich zu verstellen. Das große Stichwort hierbei ist Authentizität. Bei der Hospitation gehet es ja schließlich darum, dass sich beide Parteien besser kennenlernen. Für das besser Kennenlernen eignen sich natürlich Fragen. Andere Ärzte, die in dem Krankenhaus arbeiten, können super befragt werden und geben einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag. Die Äußerung von Kritik zu bestimmten Abläufen in der Klinik etc. sollte eher vermieden werden. Das Handy bleibt für den Zeitraum der Hospitation am besten ausgeschaltet. Auch wenn man eher Gast als Mitarbeiter ist, macht es immer einen guten Eindruck seine Hilfe anzubieten. Im Laufe des Hospitationstages wird der Chefarzt sicherlich auch fachliche Fragen stellen. Also ist es für jeden hospitierenden Arzt ratsam, sich auf eventuelle Fragen vorzubereiten.

Checkliste: Fragen während der Hospitation

Stellenschlüssel

  • Wie viele Vollzeitstellen gibt es in der Abteilung?
  • Ist die Klinik unterbesetzt?

Frühbesprechung

  • Gibt es eine Frühbesprechung?
  • Von wann bis wann wird die Frühbesprechung abgehalten?
  • Ist die Anwesenheit in der Frühbesprechung Pflicht?

Weiterbildung

  • Gibt es einen Plan für meine Facharztausbildung?
  • Wie oft im Jahr findet ein Weiterbildungsgespräch statt?
  • Bekomme ich in dem Krankenhaus mein Logbuch voll?

Einarbeitung

  • Bekomme ich eine geregelte Einarbeitung?
  • Wie lange dauert die Einarbeitung?
  • Wer ist für die Einarbeitung zuständig? Ein Oberarzt, ein Facharzt oder ein Assistenzarzt?

Supervision

  • ​Gibt es in dem Krankenhaus eine feste Oberarztvisite/Chefarztvisite?
  • Werden bei der Visite auch Patienten angeschaut?

Dienste

  • Wie werde ich für die Dienste geschult?
  • Wer bestimmt, wann ich dienstfähig bin? Gibt es hierfür feste Kriterien?
  • Wie viele Dienste muss ich pro Monat in Vollzeit bzw. Teilzeit machen?
  • Handelt es sich bei den Diensten um Schicht- oder Bereitschaftsdienste?
  • Kann ich während dem Bereitschaftsdienst schlafen? Wie lange kann ich durchschnittlich im Bereitschaftsdienst schlafen?

Überstunden

  • Mit wie vielen Überstunden muss ich pro Woche rechnen?

Teamklima in der Abteilung

  • Unternehmen die Teammitglieder auch etwas privat miteinander?
  • Wie ist die Zusammenarbeit mit den Pflegekräften?
  • Wie ist das Arbeitsverhältnis zu den Oberärzten?

Fortbildungen

  • Werden interne Fortbildungen angeboten?
  • Kann ich mir selber aussuchen welche Fortbildungen ich besuche?
  • Gibt es einen Zuschuss zu den Fortbildungskosten oder werden diese sogar vom Krankenhaus übernommen?

    Die Nachbereitung für eine Hospitation im Krankenhaus

    Im Anschluss an die Hospitation sollten sich Ärzte Zeit nehmen und ihre Eindrücke vom Hospitationstag reflektieren. Der Vergleich mit Eindrücken aus Hospitationen in anderen Krankenhäusern hilft eine gute Entscheidung zu treffen.

    Checkliste zur Nachbereitung einer Hospitation

    • Wie war die Atmosphäre im Team?
    • Wie war die Kommunikation?
    • Waren die Vorgesetzten sympathisch?
    • Wirkten die Kollegen zufrieden?
    • Wo könnte es Probleme geben?
    • Passen der Arbeitsort und die Arbeitsbedingungen?
    • Wie war der Personalschlüssel?
    • Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?
    • Was war positiv? Was war negativ?

    Leon Pobuda

    Geschäftsführer von Approbatio
    Personalpsychologe (M.Sc.)

    Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.