Wozu ausländische Ärzte die Approbation brauchen

Damit ein Arzt in Deutschland als Arzt praktizieren darf, muss dieser über die Approbation verfügen. Dabei ist die Approbation für ausländische Ärzte ebenfalls die Voraussetzung, um den Berufstitel „Arzt“ führen zu dürfen und praktizieren zu können. Laut der Statistik der Bundesärztekammer vom 31.12.2018 gab es in Deutschland ca. 515.640 approbierte Ärzte. Ungefähr 50.000 ausländische Ärzte waren bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland berufstätig.

Unterstützung bei der Jobsuche?

Sie haben Ihre Approbation beantragt und freuen sich darauf in Deutschland endlich Karriere zu machen? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Unser Team aus erfahrenen Headhuntern berät Sie gerne und vermittelt Sie erfolgreich und kostenlos, damit Ihrer Karriere nichts im Wege steht!

Bewerben Sie sich bei uns ganz einfach initiativ: Jetzt initiativ bewerben und wir finden für Sie geeignete Arbeitgeber oder gucken Sie in unserer Stellenbörse vorbei: Stellenangebote für Ärzte. Durch unsere deutschlandweiten Kontakte zu Entscheidungsträgern in Deutschland verbessern wir Ihre Chancen.

Deutsche Approbation für ausländische Ärzte

Damit ausländische Ärzte in Deutschland praktizieren können, müssen diese die Approbation bei einer der zuständigen Landes- bzw. Bezirksregierung beantragen. Jedoch wird der Approbationsantrag in den meisten Fällen nicht direkt anerkannt. Ausschlaggebend dafür sind die verschiedenen Studieninhalte zwischen Deutschland und dem Ausland. Dementsprechend muss für die Anerkennung der Approbation die Gleichwertigkeitsprüfung für ausländische Ärzte (auch Äquivalenztest oder equivalency review gennant) erfolgreich absolviert werden. Hierbei unterscheiden sich zwei Gruppen von Verfahren bei der Approbationsbeantragung:

  1. Ärzte aus dem EU-Ausland
  2. Ärzte aus dem Nicht-EU-Ausland

1. Approbation für Ärzte außerhalb der EU

Damit ausländische Ärzte außerhalb des EU-Landes die Approbation beantragen können, müssen sie im Besitz einer Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis sein. Diese werden von den zuständigen Landes- oder Bezirksregierungen ausgestellt. Zusätzlich muss ein gültiger Arbeitsvertrag mit einem deutschen Krankenhaus oder einer deutschen Klinik vorliegen. Falls der Arbeitsvertrag zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht vorliegt, kann dieser in einigen Bundesländern nachgereicht werden. Weiterhin müssen ausländische Ärzte im Besitz eines Sprachzertifikats (B2) und Fachsprachzertifikats (C1) (diese Erhalten Sie durch die Fachsprachprüfung) sein, welches ihre Deutschkenntnisse bestätigt. Neben diesen Formalien werden noch weitere Dokumente für die Beantragung der Approbationsurkunde benötigt, welche im Detail auf der Homepage der einzelnen Landes- oder Bezirksregierungen zu finden sind.

Gleichwertigkeitsprüfung für ausländische Ärzte

Wenn alle erforderlichen Dokumente vorhanden sind, wird ein Antrag für die Gleichwertigkeitsprüfung gestellt. Bei dieser Gleichwertigkeitsprüfung überprüfen die Approbationsbehörden die Gleichwertigkeit der Ausbildungsinhalte des Antragstellers mit den deutschen Qualifikationsstandards. Hierbei werden eigentlich fast immer elementare Unterschiede in der Ausbildung festgestellt. Diese Defizite können mit einer einschlägigen Berufserfahrung ausgeglichen werden. Bewertet die Approbationsbehörde die Gleichwertigkeit nicht als ausreichend, so muss der Antragsteller eine Kenntnisprüfung ablegen. Bei bestandener Kenntnisprüfung wird die Approbation erteilt.

Kenntnisprüfung für auslädnische Ärzte bei Unterschieden in der Gleichwertigkeit

Die Kenntnisprüfung stellt sicher, dass der Antragsteller die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, um als Arzt in Deutschland praktizieren zu können. Dementsprechend ist das gesamte Wissen der deutschen Abschlussprüfung prüfungsrelevant. Geprüft werden die Fächer Innere Medizin und Chirurgie. Weiterführende Fragestellungen können sich ergänzend auf folgende Themengebiete beziehen: Notfallmedizin, Bildgebende Verfahren, Klinische Pharmakologie, Strahlenschutz und Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung. Weiterhin liegt es im Ermessen der zuständigen Behörde im Vorfeld der Prüfung Schwerpunkte zu setzen. Diese beziehen sich auf die festgestellten Unterschiede in der Gleichwertigkeitsprüfung. Beispielsweise kann nur ein Fach oder ein bestimmter Querschnittsbereich als prüfungsrelevant festgelegt werden. Das Format der Kenntnisprüfung ist eine mündlich-praktische Prüfung mit Patientenvorstellung und dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Hier geht es zu den detaillierten Informationen: Kenntnisprüfung.

2. Approbation für Ärzte aus dem EU-Ausland

Bei EU-Bürgern liegt automatisch eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für Deutschland vor. Dementsprechend können Ärzte aus der EU ohne Probleme die deutsche Approbation bei der zuständigen Landes- oder Bezirksregierung beantragen. Sofern die Gleichwertigkeit der Ausbildungsinhalte mit den deutschen Standards im Rahmen der Gleichwertigkeitsprüfung festgestellt werden und alle notwendigen Dokumente vorliegen (z.B.  B2 Sprachzertifikat für allgemeine Sprache und  C1 Fachsprachkenntnis Zertifikat für Medizin), wird dem Antragsteller die Approbation erteilt.

Approbation für ausländische Ärzte – Ein Überblick über die erforderlichen Dokumente

Die Voraussetzungen für die Erteilung der Approbation für ausländische Ärzte wird durch die ärztliche Approbationsordnung geregelt. Im Kern muss der Approbationsbeantragende folgende Dokumente vorlegen:

Benötigte UnterlagenEU-AuslandNicht-EU-Ausland
Deutschsprachiger Lebenslauf jaja
Medizindiplomjaja
Internship, Internatur, Praktikumszeitjaja
Geburtsurkundejaja
Heiratsurkunde (falls verheiratet)jaja
Erklärung über Straffreiheit im Heimatlandjaja
Polizeiliches Führungszeugnis (Ausland)jaja
Amtliches Führungszeugnis – Belegart 0 – (Inland)jaja
Kopie des gültigen Reisepasses oder Personalausweisesjaja
Sprachzertifikat, welches die Deutschkenntnisse mit mindestens B2 bescheinigtjaja
Fachsprachzertifikat für Medizin Niveau C1 (GER)jaja
Ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Arztberufesjaja
Gültiger Arbeitsvertragneinja

Antrag auf Erteilung der Berufserlaubnis

(*erfolgt bei EU-Bürgern automatisch)

jaja

Die Approbation für ausländische Ärzte beantragen

Für die Beantragung der Approbationsurkunde müssen sich Ärzte aus dem Ausland an eine zuständige Bezirksregierung bzw. Landesregierung wenden. Dabei können die Ärzte frei wählen, in welchem Bundesland sie die Approbation für ausländische Ärzte beantragen. Jedoch kann die Bearbeitungszeit der Approbation für ausländische Ärzte sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Dies hängt einerseits damit zusammen, ob die bei der Beantragung der Approbationsurkunde alle Unterlagen vollständig und ordnungsgemäß vorhanden sind. Andererseits zieht sich die Erteilung der Approbation in die Länge, wenn in dem Bundesland viele Ärzte die Approbation beantragt haben. Im Folgenden ist eine Liste mit den richtigen Ansprechpartnern für die Beantragung der Approbation für ausländische Ärzte:

Bundesland Organisation
Baden-WürttembergLandesprüfungsamt für Medizin und Pharmazie
Bayern/ OberbayernRegierung von Oberbayern
Bayern/ UnterfrankenRegierung von Unterfranken
BerlinLandesamt für Gesundheit und Soziales
BrandenburgLandesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit
BremenDie Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz
HamburgBehörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
HessenHessisches Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen
Mecklenburg- VorpommernLandesamt für Gesundheit und Soziales
Nordrhein- WestfalenBezirksregierung Münster
NiedersachsenNiedersächsischer Zweckverband zur Approbationserteilung (NiZza)
Rheinland-PfalzLandesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
SaarlandLandesamt für Soziales Zentralstelle für Gesundheitsberufe und Landesprüfungsamt