Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie & Reproduktionsmedizin

In Deutschland arbeiten ungefähr 200 Ärzte mit der Schwerpunktbezeichnung „Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin absolviert.

Um ein Gynäkologischer Endokrinologe und Reproduktionsmediziner zu werden, absolvieren Fachärzte für die Frauenheilkunde und Geburtshilfe die Schwerpunktweiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zum SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Weiterbildung oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie & Reproduktionsmedizin

Ärztevermittlung → Facharztausbildung → Weiterbildung Gynäkologie und Geburtshilfe → SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Gynäkologische Endokrinologie: Das Fachgebiet

Die gynäkologische Endokrinologie befasst sich mit der Erkennung und Behandlung von hormonell bedingten Erkrankungen bei der Frau. Dabei ist die gynäkologische Endokrinologie in allen Lebensabschnitten relevant. Besonders relevant wird die gynäkologische Endokrinologie bei Zyklusstörungen, bei einem Kinderwunsch, bei der Familienplanung und bei Beschwerden in den Wechseljahren.

Behandlungsspektrum der gynäkologischen Endokrinologie

Eine der Hauptaufgaben der gynäkologischen Endokrinologie liegt in der Behandlung eines unerfüllten Kinderwunsches sowie der Betreuung von Patientinnen mit spezifischen Fragestellungen zur Verhütung. Zum weiteren Behandlungsspektrum gehören Menstruationsstörungen, menstruationsabhängige Migräne und menstruationsabhängige epileptische Anfälle (katameniale Epilepsie) sowie die Behandlung von vermehrter Behaarung (Hirsutismus), Polyzystisches Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) und Haarausfall. Außerdem werden Frauen mit der Tendenz zu gehäuften Fehlgeburten (habitueller Abort) von gynäkologischen Endokrinologen zur Erörterung der Ursachen und Behandlung betreut. Zusätzlich umfasst die gynäkologische Endokrinologie unterschiedliche Aspekte der Transsexualität sowie die Erhaltung der Fruchtbarkeit vor einer geplanten Therapie (Fertilitätsprotektion).

Reproduktionsmedizin: Das Fachgebiet

Die Reproduktionsmedizin spezialisiert sich auf die natürliche und künstliche Fortpflanzung des Menschen sowie auf die Störungen, die währenddessen auftreten können. Bei der Reproduktionsmedizin handelt es sich um ein interdisziplinär ausgerichtetes Fachgebiet der Medizin, welches neben den Fachgebieten der Urologie, Gynäkologie und Andrologie auch die Genetik und Rechtsmedizin umfasst.

Behandlungsspektrum der Reproduktionsmedizin

Der Schwerpunkt der Reproduktionsmedizin liegt in der Diagnostik und Therapie von Sterilität und ungewollter Kinderlosigkeit bei Männern und Frauen. Hierbei werden zwei Arten von Methoden unterschieden:

1. Methoden, die die natürliche Zeugung unterstützen

Dabei kommen diagnostische Verfahren zum Einsatz, die 

  • die Ursachen einer Unfruchtbarkeit (Infertilität) von Männern und Frauen erkennen, 
  • die eine bestehende Impotenz behandeln, 
  • die operativ die weiblichen Geschlechtswege öffnen oder 
  • die den Eisprung (Ovulation) unterstützend hormonell Behandeln.

2. Methoden zur Behandlung einer assistierten Reproduktion

Die häufigsten Gründe, die eine Unfruchtbarkeit einer Frau bedingen und eine künstliche Befruchtung erfordern sind u.a.: Zyklusstörunge, fortgeschrittenes Alter, Myome, Verwachsungen, Entzündungen, Endometriose, Eierstockzysten oder psychische Faktoren.

Wie viele Fachärzte gibt es mit dem Schwerpunkt „Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin“?

  • 203 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 77% Ärztinnen (157)
    • 23% Ärzte (46)

Voraussetzungen der SP-Weiterbildung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Die Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin baut auf der Facharzt-Weiterbildung Gynäkologie und Geburtshilfe auf. Jedoch kann die Schwerpunktweiterbildung schon ab dem letzten Jahr der Facharztausbildung begonnen werden.

Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe bzw. letztes Jahr in der WB.
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Die Schwerpunktweiterbildung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin setzt eine abgeschlossene Facharztausbildung in der Gynäkologie und Geburtshilfe voraus.

Dauer der Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Die Weiterbildungszeit für die Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin beträgt 36 Monate, also 3 Jahre.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin dauert in Vollzeit 3 Jahre. 

Schwerpunktweiterbildung Gynäkologische Endokrinologie & Reproduktionsmedizin

Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Die Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin 

Notfälle

  • Prävention, Diagnostik und Therapie des Überstimulationssyndroms (OHSS) 

Endokrine Störungen

  • Diagnostik und Therapie geschlechtsspezifischer endokriner, neuroendokriner und fertilitätsbezogener Dysfunktionen, Erkrankungen und Fehlbildungen des inneren Genitale in der Pubertät, der Adoleszenz, der fortpflanzungsfähigen Phase, dem Klimakterium und der Peri- und Postmenopause 
  • Gynäkologisch-endokrinologische Diagnostik und Therapie bei Transsexualität 
  • Diagnostik und Therapie der Fertilität und des Hormonhaushalts unter Berücksichtigung psychosomatischer Einflüsse 
  • Diagnostik und Therapie bei Störungen des Androgenhaushaltes, bei Hirsutismus, bei Störungen des Prolaktinhaushaltes 
  • Diagnostik und Therapie endokrin bedingter Funktions- und Entwicklungsstörungen der weiblichen Brust 
  • Endokrin bedingte Alterungsprozesse 

Unerfüllter Kinderwunsch

  • Fertilitätsbezogene Beratung, Diagnostik und Therapie des Kinderwunschpaares unter Einbeziehung männlicher Anamnesedaten, Genital- und Hormonbefunde sowie Spermiogrammparameter 
  • Durchführung von assistierten Fertilisationsmethoden einschließlich hormoneller
    Stimulation, Insemination (Richtzahl: 50)
  • In-vitro-Fertilisation (IVF) und intrazytoplasmatische Spermatozoen-Injektion (ICSI) (Richtzahl: 50)
  • Kryokonservierungsverfahren im Rahmen der assistierten Reproduktion (Richtzahl: 25)
  • Berücksichtigung von körperlichen Befunden und einflussnehmenden Faktoren auf die Schwankungsbreite der Spermiogrammparameter und auf das Fertilitätspotential 
  • Spermiogrammanalysen und Ejakulat-Aufbereitungsmethoden und Funktionstests (Richtzahl: 50)
  • Ejakulatuntersuchungen gemäß Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen 
  • Diagnostik und Therapie der Endometriose im Rahmen der Kinderwunschbehandlung (Richtzahl: 20)
  • Größere fertilitätschirurgische Eingriffe einschließlich hysteroskopischer und laparoskopischer Verfahren, z. B. bei Endometriose, in der Tuben-, Myom- und Ovarchirurgie (Richtzahl: 20)

Tumorerkrankungen

  • Fertilitätsrelevante endokrin aktive Tumore 
  • Beratung zu fertilitätsprotektiven Maßnahmen bei onkologischen Erkrankungen (Richtzahl: 10)
  • Entnahme und Kryokonservierung von Ovargewebe und/oder Eizellen einschließlich der Vorkernstadien (Richtzahl: 10)

Das Logbuch für die Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Wie schon in der Facharztausbildung Gynäkologie uns Geburtshilfe, ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Schwerpunkt Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin kann hier heruntergeladen werden.

Schwerpunkt-Weiterbildungen der Gynäkologie und Geburtshilfe

Neben der Schwerpunktweiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin gibt es weitere Schwerpunkte in der Gynäkologie:

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.