Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Onkologie

Schwerpunkt für gynäkologische Onkologie. Was sind die Voraussetzungen für den SP gynäkologische Onkologie? Wie lange benötigt man für die Erlangung des Schwerpunktes für die gynäkologische Onkologie. Welche Inhalte werden in der Weiterbildung des Schwerpunktes behandelt? Wozu wird das Logbuch benötigt? Wo bewirbt man sich am besten als Facharzt, Oberarzt oder Chefarzt der Gynäkologie?

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Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Onkologie

Ärztevermittlung → Facharztausbildung → Weiterbildung Gynäkologie → Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologie

Die gynäkologische Onkologie

Die gynäkologische Onkologie ist ein Spezialisierung innerhalb der Frauenheilkunde (Gynäkologie) und fokussiert sich auf die Diagnostik und Therapie von malignen Tumorerkrankungen des weiblichen Körpers. Dabei besteht das Ziel der gynäkologischen Onkologie in der individuellen und bestmöglichen Behandlung von Frauen mit Tumorerkrankungen an der Brust und am weiblichen Geschlechtsorgan. Ein weiteres Ziel der Disziplin liegt in der Weiterentwicklung der Forschung. Hierbei steht vor allem die Optimierung bestehender Behandlungsmethoden und die Erforschung neuer Behandlungsmethoden im Vordergrund, um die Überlebenszeit der Betroffenen zu verlängern bzw. die Genesungschancen zu verbessern. 

Voraussetzungen für den SP gynäkologische Onkologie

Damit der Schwerpunkt für gynäkologische Onkologie anerkannt wird, wird eine abgeschlossene Facharztausbildung der Frauenheilkunde und Geburtshilfe vorausgesetzt. Jedoch kann der Arzt die Weiterbildung für den Schwerpunkt ab dem letzten Jahr in der Facharztausbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde beginnen.

Dauer der Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologische Onkologie

Die Dauer zur Erlangung des Schwerpunktes „gynäkologische Onkologie“ umfasst 36 Monate. Diese müssen bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 absolviert werden. Davon können

  • bis zu 12 Monate während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden

  • 6 Monate in Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie angerechnet werden

  • 6 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden

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Die Schwerpunktweiterbildung gynäkologische Onkologie dauert in Vollzeit 3 Jahre. 

Schwerpunkt gynäkologische Onkologie

Inhalte der Weiterbildungsordnung für den Schwerpunkt gynäkologische Onkologie

Die Weiterbildungsordnung der Schwerpunktweiterbildung gynäkologische Onkologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Gynäkologische Onkologie

Notfälle

  • Behandlung von medikamentösen und operativen Komplikationen nach onkologischen Behandlungen, z. B. febrile Neutropenie, Sepsis, Ileus, Paravasat 
  • Diagnostik und Therapie der primären Tumorblutung 
  • Mitbehandlung strahlentherapeutischer Komplikationen 

Tumorerkrankungen

  • Diagnostik und Therapie bösartiger Erkrankungen des weiblichen Genitale und der Brust einschließlich hereditärer onkologischer Krankheitsbilder 
  • Organerhaltende oder radikale Operationen gutartiger, prämaligner oder maligner Erkrankungen der Mamma einschließlich Exploration der regionalen Lymphabflussgebiete (Richtzahl: 100)
  • Organerhaltende oder radikale Operationen gutartiger, prämaligner oder maligner Erkrankungen des weiblichen Genitale sowie systematischer inguinaler, pelviner, paraaortaler Lymphonodektomie, Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SNB) einschließlich fertilitätserhaltender Maßnahmen (Richtzahl: 100)
  • Rekonstruktive Eingriffe im Zusammenhang mit onkologischen Behandlungen (Richtzahl: 50), insbesondere 
    • am weiblichen Genital
    • an der Bauchdecke
    • an der Brust
  • Indikationsstellung zur gynäkologischen Strahlentherapie
    Spezielle Rezidivdiagnostik und -behandlung (Richtzahl: 25)
  • Psychoonkologische Betreuung
  • Einleitung von rehabilitativen Maßnahmen
  • Tumornachsorge (Richtzahl: 50)
  • Spezielle palliativmedizinische Betreuung bei Patienten mit lebenslimitierenden gynäkologischen Krankheiten 

Therapieassoziierte endokrine Dysfunktionen

  • Beratung über die Möglichkeiten der Fertilitätserhaltung 
  • Prävention, Differentialdiagnose und Therapieoptionen endokriner Dysfunktionen im Rahmen onkologischer Behandlung einschließlich Bewertung möglicher Risiken und Nebenwirkungen 

Medikamentöse Tumortherapie und Supportivtherapie

  • Interdisziplinäre Indikationsstellung zu chirurgischen, interventionellen und nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren 
  • Regelmäßige Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen, davon 
    • Falldarstellung (Richtzahl: 20)
  • Pharmakologie und Wirkungsweise medikamentöser Tumortherapie 
  • Indikationsstellung zur medikamentösen Tumortherapie unter Berücksichtigung von Komorbiditäten 
  • Planung und Überwachung der medikamentösen Therapie bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes einschließlich der Prävention, Erkennung und Behandlung spezifischer Nebenwirkungen von Tumortherapeutika 
  • Medikamentöse Therapie bei Patienten mit Tumoren des Fachgebietes in Behandlungsfällen (Richtzahl: 100), davon 
    • zytostatisch 
    • zielgerichtet 
    • immunmodulatorisch 
    • antihormonell 
  • Grundlagen der Supportivtherapie bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes 
  • Prophylaktische und interventionelle Supportivtherapie, insbesondere Antiemese, Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung, Infektionsprophylaxe und Therapie von Infektionen, Antikoagulation

Logbuch der Schwerpunkt-Weiterbildung gynäkologischen Onkologie

Ebenso wie in der Facharztausbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist das Ausbildungs-Logbuch ein verpflichtender Bestandteil der Weiterbildung für den Schwerpunkt der gynäkologischen Onkologie. In diesem Logbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Das Muster-Logbuch kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.