Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 1.400 Ärzte mit der Schwerpunktbezeichnung „Neonatologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie absolviert. Innerhalb der Schwerpunktweiterbildung Neonatologie spezialisieren sich die Fachärzte auf die Behandlung von typischen Erkrankungen von Neugeborenen und Frühgeborenen.

Um ein Neonatologe zu werden, absolvieren Fachärzte für die Kinder- und Jugendmedizin die Schwerpunktweiterbildung Neonatologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zum SP Neonatologie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Weiterbildung Neonatologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie

Neonatologie: Das Fachgebiet

Die Kinderkardiologie ist die Lehre von den angeborenen und erworbenen Krankheiten des Herzens bei Kindern. Sie ist ein eigenständiges Teilgebiet der Pädiatrie mit enger Verknüpfung zur allgemeinen Kardiologie und zur Kinderherzchirurgie.

In der Klinik erfolgt eine enge Zusammenarbeit zwischen der diagnostischen Kinderkardiologie, der invasiven Kinderkardiologie (z. B. Herzkatheterbehandlungen) und der Kinderherzchirurgie. Mithilfe dieser klinischen Interaktion wird das Erkennen und Behandeln von kindlichen angeborenen Herzfehlern so früh wie möglich gewährleistet.

Wie viele Fachärzte gibt es mit dem Schwerpunkt Neonatologie?

  • 1,429 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 43% Ärztinnen (620)
    • 57% Ärzte (809)

Voraussetzungen der Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie

Die Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie baut auf der Facharzt-Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
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Die Schwerpunktweiterbildung Neonatologie kann erst nach der Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin begonnen werden.

Dauer der Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie

Die Weiterbildungszeit für die Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie beträgt 24 Monate, also 2 Jahre.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie dauert in Vollzeit 2 Jahre. 

Schwerpunktweiterbildung Neonatologie

Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Neonatologie

Die Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Neonatologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie

Übergreifende Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie

  • Bewertung von Screeningbefunden und Einleitung adäquater Maßnahmen
  • Auswirkungen der Pharmakotherapie bei Schwangeren auf das Ungeborene und Neugeborene
  • Teilnahme an Perinatalkonferenzen
  • Mitwirkung an der pränatalen Beratung bei erwarteter Morbidität
  • Erstversorgung von Früh- und Neugeborenen jeden Gestationsalters
  • Gesprächsführung in Bezug auf spezielle Fragestellungen der Neonatologie mit Eltern und im Team, z. B. Aussichtslosigkeit von Therapiemaßnahmen, Therapiezieländerung
  • Palliativmedizinische Betreuung von Frühgeborenen und Reifgeborenen
  • Sterbebegleitung in der Neonatologie

Neonatologische Notfälle

  • Erstversorgung im Kreißsaal von Neugeborenen und Frühgeborenen mit vitaler Bedrohung (Richtzahl: 300), davon
    • Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht < 1.500 g (Richtzahl: 50)

Postnatale Adaptation und Störungen der Kreislaufumstellung

  • Durchführung der Hypothermie-Therapie des asphyktischen Neugeborenen
  • Diagnostik, Überwachung und Therapie von Störungen der Adaptation und Kreislaufumstellung

Störungen der Sauerstoffaufnahme und des Sauerstofftransportes

  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von Röntgenuntersuchungen im Kontext spezieller neonatologischer Krankheitsbilder und Fragestellungen
  • Diagnostik und Therapie von Störungen der Sauerstoffaufnahme und des Sauerstofftransportes
  • Differenzierte Beatmungstechniken und -entwöhnung einschließlich Surfactantapplikation bei invasiv beatmeten Neugeborenen (Richtzahl: 50)

Infektionen

  • Krankenhaushygienische Maßnahmen unter besonderer Berücksichtigung der Spezifika bei unreifen Frühgeborenen und auf der neonatologischen Intensivstation
  • Diagnostik, Therapie und Prophylaxe von Infektionen im Früh- und Neugeborenenalter

Neonatologische Krankheitsbilder

  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie komplexer neonatologischer Krankheitsbilder (Richtzahl: 100), davon
    • bei Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht < 1.500 g (Richtzahl: 50)
  • Pharmakotherapie bei Früh- und Neugeborenen
  • Berechnung enteraler und parenteraler Ernährung einschließlich der Berücksichtigung der Besonderheiten des Knochenstoffwechsels

Intensivmedizinische Maßnahmen

  • Bildgebende Diagnostik auf der neonatologischen Intensivstation unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Erkrankungen sehr unreifer Frühgeborener
  • Sonographie und Dopplersonographie bei neonatologischen Krankheitsbildern auf der
    Intensivstation und bei unreifen Frühgeborenen (Richtzahl: 200)
  • Durchführung intensivmedizinischer Messverfahren und Maßnahmen einschließlich der Beherrschung von Komplikationen
  • Intubation oder intratracheale Surfactantapplikation (Richtzahl: 30), davon
    • bei Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht < 1.500 g (Richtzahl: 20)
  • Zentrale Venenkatheter einschließlich Nabelgefäßkatheter (Richtzahl: 20)
  • Pleuradrainage Arterienkatheter Periphere Venenkatheter
  • Durchführung und Befunderstellung des amplitudenintegrierten Elektroenzephalogramm (aEEG)
  • Durchführung und Befunderstellung von funktionellen Echokardiographien

Transportbegleitung, Entlassungsmanagement und Nachsorge

  • Durchführung von Transporten kranker Reifgeborener und sehr unreifer Frühgeborener
  • Entlassungsmanagement und Nachsorge
  • Organisation von Netzwerken zur Unterstützung von Familien, sozialmedizinische Nachsorge, Nachbetreuung in sozialpädiatrischen Zentren und Frühfördereinrichtungen, Familienhebamme
  • Bewertung von Ergebnissen entwicklungsneurologischer Diagnostik hinsichtlich der Langzeitprognose, speziell nach schweren Erkrankungen während der Neonatalzeit und bei unreifen Frühgeborenen

Das Logbuch für die Weiterbildung Neonatologie

Wie schon in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin, ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Schwerpunkt-Weiterbildung Neonatologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Schwerpunkt Weiterbildung Neonatologie kann hier heruntergeladen werden.

Schwerpunkt-Weiterbildungen der Kinder- und Jugendmedizin 

Neben der Schwerpunktweiterbildung Neonatologie gibt es weitere Schwerpunkte in der Kinder- und Jugendmedizin:

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.