Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 530 Ärzte mit der Schwerpunktbezeichnung „Kinder-Kardiologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie absolviert. Innerhalb der Schwerpunktweiterbildung Kinder-Kardiologie spezialisieren sich die Fachärzte auf die Behandlung von angeborenen und erworbenen Krankheiten des Herzens bei Kindern

Um ein Kinder-Kardiologe zu werden, absolvieren Fachärzte für die Kinder- und Jugendmedizin die Schwerpunktweiterbildung Kinder-Kardiologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zum SP Kinder-Kardiologie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Weiterbildung Kinder-Kardiologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

Kinder-Kardiologie: Das Fachgebiet

Die Kinderkardiologie ist die Lehre von den angeborenen und erworbenen Krankheiten des Herzens bei Kindern. Sie ist ein eigenständiges Teilgebiet der Pädiatrie mit enger Verknüpfung zur allgemeinen Kardiologie und zur Kinderherzchirurgie.

In der Klinik erfolgt eine enge Zusammenarbeit zwischen der diagnostischen Kinderkardiologie, der invasiven Kinderkardiologie (z. B. Herzkatheterbehandlungen) und der Kinderherzchirurgie. Mithilfe dieser klinischen Interaktion wird das Erkennen und Behandeln von kindlichen angeborenen Herzfehlern so früh wie möglich gewährleistet.

Wie viele Fachärzte gibt es mit dem Schwerpunkt Kinder-Kardiologie?

  • 533 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 35% Ärztinnen (185)
    • 65% Ärzte (348)

Voraussetzungen der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

Die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie baut auf der Facharzt-Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
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Die Schwerpunktweiterbildung Kinder-Kardiologie kann erst nach der Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin begonnen werden.

Dauer der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

Die Weiterbildungszeit für die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie beträgt 24 Monate, also 2 Jahre.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie dauert in Vollzeit 2 Jahre. 

Schwerpunktweiterbildung Kinder-Kardiologie

Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

Die Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Kinder-Kardiologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

Übergreifende Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie

  • Beratung bei prä- und postoperativen Zuständen und ihre medikamentösen, operativen und katheterinterventionellen korrektiven bzw. palliativen Behandlungsmöglichkeiten einschließlich Herz- und Herz-Lungen-Transplantation unter Berücksichtigung ihrer kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen, Risiken und Limitationen
  • Intrauterine Therapieoptionen und Prognose von fetalen kardiovaskulären Fehlbildungen und Arrhythmien
  • Primäre und sekundäre Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen einschließlich von Herzrhythmusstörungen
  • Diagnostik und Therapie angeborener kardiovaskulärer Fehlbildungen und Erkrankungen
  • Prävention, Diagnostik und Therapie erworbener kardiovaskulärer Erkrankungen
  • Prävention, Diagnostik und weiterführende Therapie der arteriellen Hypertonie
  • Diagnostik und Therapie der pulmonalarteriellen Hypertonie
  • Beurteilung und Testung kardio-pulmonaler und vaskulärer Funktionen
  • Diagnostik und weiterführende Therapie der Herzinsuffizienz
  • Differentialtherapie zur Antikoagulation bei kardiovaskulären Erkrankungen
  • Beratung zu Kontrazeption sowie Schwangerschaftsrisiken und -verlauf bei angeborenen und erworbenen Herzerkrankungen

Diagnostische Verfahren

  • Ergometrie und Spiroergometrie (Richtzahl: 50)
  • Auswertung und Interpretation 12-Kanal-EKG (Richtzahl: 250)
  • Mitwirkung bei fetaler Echokardiographie (Richtzahl: 25)
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von Röntgen-Thoraxuntersuchungen mit kardiovaskulärer Pathologie
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation kardiovaskulärer Magnetresonanztomographie und Computertomographie
  • Durchführung und Befunderstellung von
  • transthorakalen Echokardiographien einschließlich dopplersonographischer Untersuchungen von thorakalen und herznahen Gefäßen (Richtzahl: 500)
  • transösophagealen Echokardiographien (Richtzahl: 25)
  • Stress-Echokardiographie und Echo- Kontrastuntersuchung
  • Interdisziplinäre Indikation zu nuklearmedizinischen Untersuchungen sowie Beurteilung ihrer diagnostischen Wertigkeit und Limitationen
  • Indikation, Durchführung und Befunderstellung von Rechts- und Linksherzkatheteruntersuchungen,
    auch mit Angiokardiographien (Richtzahl: 50)
  • Mitwirkung bei Katheterinterventionen des Herzens (Richtzahl: 30)

Herzrhythmusstörungen

  • Schrittmacherfunktionen und -typen
  • Indikationsstellung zur Schrittmacher-Therapie, Schrittmacher-Abfrage und Schrittmacher- Programmierung
  • Mitwirkung bei Schrittmacherimplantationen epimyokardial, transvenös
  • Mitwirkung bei Schrittmacherkontrollen (Richtzahl: 50)
  • Mitwirkung bei invasiven elektrophysiologischen Untersuchungen und interventionell ablativen Behandlungen
  • Indikationsstellung zur medikamentösen oder interventionell ablativen Behandlungen von Rhythmusstörungen
  • Langzeit-EKG einschließlich Event-Monitoring-Bewertung (Richtzahl:200)
  • Indikationsstellung und Durchführung apparativer antiarrhythmischer Therapie einschließlich mit Automatisiertem Externen Defibrillator (AED), davon
  • Kardioversionen/Defibrillationen (Richtzahl: 10)
  • Diagnostik und Therapie von postoperativen Herzrhythmusstörungen

Postoperative Therapie

  • Intensivmedizinische Behandlung im postoperativen Verlauf einschließlich maschineller Beatmung unter spezieller Berücksichtigung der hämodynamischen Situation sowie Beatmungsentwöhnung (Richtzahl: 50)
  • Spezifische kardiovaskuläre Therapie
    • der dekompensierten akuten und chronischen Herzinsuffizienz
    • der systemischen Entzündungsreaktion (systemic inflammatory response syndrome)
    • postoperativer Hämostasestörungen

Strahlenschutz

  • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

Das Logbuch für die Weiterbildung Kinder-Kardiologie

Wie schon in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Kardiologie kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Schwerpunkt-Weiterbildungen der Kinder- und Jugendmedizin 

Neben der Schwerpunktweiterbildung Kinder-Kardiologie gibt es weitere Schwerpunkte in der Kinder- und Jugendmedizin:

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.