Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 300 Ärzte mit der Schwerpunktbezeichnung „Kinder-Hämatologie und -Onkologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie absolviert. Innerhalb der Schwerpunktweiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie spezialisieren sich die Fachärzte auf die Diagnose und Behandlung von Krebs- und Blutkrankheiten von Kindern und Jugendlichen.

Um ein Kinder-Hämatologe und -Onkologe zu werden, absolvieren Fachärzte für die Kinder- und Jugendmedizin die Schwerpunktweiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zum SP Kinder-Hämatologie und -Onkologie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

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Kinder-Hämatologie und -Onkologie – Das Fachgebiet

Die pädiatrische Onkologie und Hämatologie ist das Spezialgebiet innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Krebs- und Blutkrankheiten beschäftigt. Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen unterscheiden sich grundlegend von denen der Erwachsenen. So kommen zum Beispiel bei Kindern überwiegend Krebsarten vor, die man bei Erwachsenen nicht oder nur selten findet. Kinder und Jugendliche mit bösartigen Erkrankungen müssen daher von Pädiatern behandelt werden, die auf die Kinderkrebsheilkunde spezialisiert sind und über langjährige Erfahrung in diesem Bereich verfügen.

Wie viele Fachärzte gibt es mit dem Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie?

  • 282 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 46% Ärztinnen (130)
    • 54% Ärzte (152)

Voraussetzungen der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie baut auf der Facharzt-Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
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Die Schwerpunktweiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie kann erst nach der Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin begonnen werden.

Dauer der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Die Weiterbildungszeit für die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie beträgt 24 Monate, also 2 Jahre. 

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. 

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Die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie dauert in Vollzeit 2 Jahre. 

Schwerpunktweiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Die Weiterbildungsordnung der SP-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Übergreifende Inhalte der Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

  • Diagnostik bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen, Tumorerkrankungen und hämo- staseologischen Erkrankungen unter Berück- sichtigung immunologischer und (molekular-) genetischer Untersuchungsverfahren
  • Interdisziplinäre Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Therapieverfahren sowie deren prognostische Beurteilung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit einschließlich regelmäßiger Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen, davon
    • Falldarstellungen (Richtzahl: 20)
  • Management multimodaler Therapiestudien
  • Aufklärung und situationsgerechte Kommunikation mit Patienten und Angehörigen einschließlich psychosozialer Aspekte bei lebensbedrohlichen oder fortgeschrittenen onkologischen und hämatologischen Erkrankungen

Hämatologisch-onkologische Erkrankungen und Tumorerkrankungen

  • Weiterführende Diagnostik einschließlich Stadieneinteilung und konservative Therapie solider Tumoren
  • Vorbeugung, Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Blutgerinnungsstörungen einschließlich hämorrhagischer Diathesen und Beurteilung von Blutungs- und Thromboemboliegefährdung
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie von benignen Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie von malignen Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe
  • Autologe und allogene Stammzelltransplantation
  • Indikationsstellung zur Stammzelltransplantation
  • Behandlung von bakteriellen, viralen und mykotischen Infektionen
  • Notfalltherapie, z. B. bei Tumorlyse, Einflussstauung, Intoxikation, Paravasat, Sepsis
  • Nachsorge und Einleitung von rehabilitativen Maßnahmen
  • Therapie von Rezidiven und Therapie- Folgeschäden

Untersuchungs- und Behandlungsverfahren

  • Punktionen und Biopsien des Knochenmarks
  • Zytologische Beurteilung von Ausstrich,- Tupf- oder Quetschpräparaten des Knochenmarks (Richtzahl: 100)
  • Punktion des Liquorraums, auch mit intrathekaler oder intraventrikulärer Instillation chemotherapeutischer Medikamente (Richtzahl: 50)
  • Sonographische Untersuchungen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen (Richtzahl: 100)
  • Transfusion von Blut und Blutbestandteilen
  • Spezielle palliativmedizinische Betreuung bei Patienten mit Systemerkrankungen und malignen Tumoren

Medikamentöse Tumortherapie und Supportivtherapie

  • Pharmakologie und Wirkungsweise medikamentöser Tumortherapie
  • Indikationsstellung zur medikamentösen Tumortherapie unter Berücksichtigung von Komorbiditäten
  • Planung und Überwachung der medikamentösen Therapie bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes einschließlich der Prävention, Erkennung und Behandlung spezifischer Nebenwirkungen von Tumortherapeutika
  • Medikamentöse Therapie bei Patienten mit Tumoren des Fachgebietes in Behandlungsfällen (Richtzahl: 100),
    davon
    • zytostatisch
    • zielgerichtet
    • immunmodulatorisch
    • antihormonell
  • Grundlagen der Supportivtherapie bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes
  • Prophylaktische und interventionelle Supportivtherapie, insbesondere Antiemese, Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung, Infektionsprophylaxe und Therapie von Infektionen, Antikoagulation

Das Logbuch für die Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Wie schon in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der die Schwerpunkt-Weiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Schwerpunkt-Weiterbildungen der Kinder- und Jugendmedizin 

Neben der Schwerpunktweiterbildung Kinder-Hämatologie und -Onkologie gibt es weitere Schwerpunkte in der Kinder- und Jugendmedizin:

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.