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Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 850 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Infektiologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatz-Weiterbildung Infektiologie absolviert. Innerhalb der Zusatzweiterbildung spezialisieren sich die Fachärzte auf die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung erregerbedingter Erkrankungen sowie die interdisziplinäre Beratung bei Fragen, die Infektionskrankheiten oder deren Ausschluss betreffen.

Um die Zusatzbezeichnung Infektiologie zu erhalten, absolvieren Ärzte nach ihrer Facharztausbildung die Zusatzweiterbildung Infektiologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die ZB Infektiologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

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Autor: Leon Pobuda

Position: Geschäftsführer von Approbatio

Aktualisiert: 17.10.2021

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Definition Zusatzweiterbildung Infektiologie

Die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung erregerbedingter Erkrankungen sowie die interdisziplinäre Beratung bei Fragen, die Infektionskrankheiten oder deren Ausschluss betreffen.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie?

In Deutschland gibt es 827 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Infektiologie.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

Die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie baut auf einer Facharztausbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung, in der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie oder in der Hygiene und Umweltmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharztausbildung
    • in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung,
    • in der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie oder
    • in der Hygiene und Umweltmedizin
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Für die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie wird eine spezifische Facharztanerkennung vorausgesetzt.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

Die Weiterbildungszeit für die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie beträgt 12 Monate, also 1 Jahr.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie dauert in Vollzeit 1 Jahr. 

Zusatzweiterbildung Infektiologie

Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

Infektionsprävention und Infektionsschutz

  • Individuelle und öffentliche Infektionsprävention, Prävention der Übertragung infektiöser Erreger
  • Meldung und Dokumentation von Infektionen/Infektionsketten, Mitwirkung bei infektionsepidemiologischen Erhebungen und bei Präventionsplanungen
  • Impfprophylaxe einschließlich Impf-Empfehlungen und Impf-Pläne, aktive und passive Immunisierung

Nosokomiale Infektionen

  • Screening und Dekolonisation von Infektionserregern einschließlich multiresistenter Erreger
  • Behandlung von Patienten mit Infektionen durch multiresistente Erreger, Meldung und Maßnahmen zur Übertragungsprävention, Dokumentation von Übertragungen und Management von Ausbrüchen

Infektions-Diagnostik

  • Pathomechanismen und Epidemiologie von Bakterien, Pilzen, Parasiten, Viren und anderen infektiösen Agenzien einschließlich ihres lokalisations- und erkrankungsspezifischen Erregerspektrums
  • Unterscheidung von Kolonisation und Infektion
  • Erregerspezifische Prä- und Postanalytik
  • Indikationsstellung zu diagnostischen und differentialdiagnostischen Verfahren sowie Auswahl geeigneter Untersuchungsmaterialien
  • Verfahren der mikrobiologischen und virologischen Diagnostik, insbesondere zur Identifizierung sowie Empfindlichkeitstestung
  • Interpretation von Untersuchungsergebnissen
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation bildgebender Verfahren bei Infektionskrankheiten

Antiinfektive Therapie

  • Pharmakologie, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik, Wirkungsspektrum, Resistenzentwicklung, Nebenwirkungen und Interaktionen von Antiinfektiva
  • Therapieempfehlung, Indikationsstellung sowie Auswahl, Dosierung, Therapiedauer und Applikation der antiinfektiven Therapie
  • Bewertung von Konzentrationsmessungen von Antiinfektiva in Körperflüssigkeiten
  • Interpretation von Resistenzstatistiken
  • Bewertung von Resistenztests im klinischen Kontext
  • Perioperative antibiotische Prophylaxe

Antibiotic Stewardship (ABS)

  • Prinzipien und Methoden von Antibiotic-Stewardship, Nebeneffekte der antiinfektiven Therapie und deren Prävention
  • Erfassung und Bewertung des Antiinfektiva-Verbrauchs
  • Anwendung der Empfehlungen zur Verordnung von Antiinfektiva
  • Teilnahme am fachübergreifenden Antibiotic-Stewardship-Team, z. B. Prävalenzerhebungen

Infektiologische Notfälle

  • Akut lebensbedrohliche Infektionen und infektiologische Notfälle
  • Beurteilung des Schweregrads von Infektionen
  • Erkennung von Infektionen mit hoher Kontagiosität
  • Therapie der Sepsis, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit

Systemische und Organ-Infektionen

  • Epidemiologie, Vorbeugung, Klassifikation, Pathophysiologie, Symptomatik, Erregerspektrum, operative und antimikrobielle Strategien, Wundbehandlung, operative und interventionelle Fokuskontrolle von Infektionskrankheiten
  • Interdisziplinäre infektiologische Beratung zu Differentialdiagnostik und Therapieoptionen systemischer und Organ-Infektionen einschließlich der Mitwirkung bei der Erstellung von Behandlungsplänen (infektiologischer Konsiliarservice) in Fällen (Richtzahl: 250)
  • Stufendiagnostik, Differentialdiagnose und Therapieoptionen bei
    • Blutstrominfektionen
    • Infektionen der Lunge, der Pleura und der oberen Atemwege
    • kardiovaskulären Infektionen
    • Harnwegs- und Niereninfektionen
    • abdominellen und gastrointestinalen Infektionen
    • Hepatitis
    • Infektionen und Infektionsprophylaxe bei Immundefekten und bei erworbener Immundefizienz
    • HIV-Infektionen und ihren Komplikationen
    • Infektionen des Nervensystems, parainfektiöse neurologische Manifestationen
    • Infektionen der Knochen und Gelenke
    • Haut- und Weichgewebeinfektionen
    • postoperative Wundinfektionen
    • Fremdkörper-assoziierte Infektionen
    • Fieber unklarer Genese

Infektiologische Behandlung

  • Behandlung opportunistischer Infektionen einschließlich Beherrschen der Infektionskomplikationen im Rahmen einer Immundefizienz
  • Langzeitbehandlung von Patienten mit chronischen Infektionen
  • Mitbehandlung von intensivpflichtigen Patienten mit schweren Infektionskrankheiten einschließlich Sepsis und septischem Schock
  • Behandlung von Mykobakteriosen, Pilzinfektionen und parasitären Erkrankungen
  • Behandlung ambulant erworbener und nosokomialer System- und Organinfektionen bei schweren Verläufen
  • Behandlung nosokomialer und fremdkörper-assoziierter Infektionen

Infektionen bei besonderen Patientengruppen

  • Infektionen bei pädiatrischen, geriatrischen Patienten, während der Schwangerschaft und bei Neugeborenen
  • Infektionen bei Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Nieren-, Leberinsuffizienz
  • Infektionen bei Reisenden und Tropenrückkehrern
  • Sexuell übertragbare Infektionen

Gehalt während der Zusatzweiterbildung Infektiologie

Fachärzte verdienen während ihrer Zusatzweiterbildung Infektiologie zwischen 6.196 Euro und 8.078 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Fachärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können Sie hier nachlesen: Facharzt Gehalt.

Das Logbuch für die Zusatzweiterbildung Infektiologie

Wie schon in der Facharztausbildung ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Zusatz-Weiterbildung Infektiologie kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Geschäftsführer von Approbatio
Personalpsychologe (M.Sc.)

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.