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Zusatz-Weiterbildung Allergologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 11.000 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Allergologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatz-Weiterbildung Allergologie absolviert. Innerhalb der Zusatzweiterbildung spezialisieren sich die Fachärzte auf die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung der durch Allergene und Pseudoallergene ausgelösten Erkrankungen verschiedener Organsysteme einschließlich der immunologischen Aspekte.

Um ein Facharzt mit der ZB Allergologie zu werden, absolvieren Ärzte nach ihrer Facharztausbildung die Zusatzweiterbildung Allergologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die ZB Allergologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Allergologie

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Autor: Leon Pobuda

Position: Geschäftsführer von Approbatio

Aktualisiert: 17.10.2021

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Definition der Zusatzweiterbildung Allergologie

Die Zusatz-Weiterbildung Allergologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung der durch Allergene und Pseudoallergene ausgelösten Erkrankungen verschiedener Organsysteme einschließlich der immunologischen Aspekte.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatz-Weiterbildung Allergologie?

In Deutschland gibt es 10.066 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Allergologie.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Allergologie

Die Zusatz-Weiterbildung Allergologie baut auf der Facharztausbildung in den Gebieten Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin oder Kinder- und Jugendmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharztanerkennung in den Gebieten:
    • Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin oder Kinder- und Jugendmedizin
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Für die Zusatz-Weiterbildung Allergologie wird eine spezifische Facharztanerkennung vorausgesetzt.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Allergologie

Die Weiterbildungszeit für die Zusatz-Weiterbildung Allergologie beträgt 18 Monate bei einem Weiter­bil­der für Aller­go­lo­gie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3, davon können bis zu

  • 12 Monate während der Weiter­bil­dung in Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde, Haut- und Geschlechts­krank­hei­ten, Innere Medi­zin und Pneu­mo­lo­gie und/oder Kinder- und Jugend­me­di­zin bei einem Weiter­bil­der für Aller­go­lo­gie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 abge­leis­tet werden
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Die Zusatz-Weiterbildung Allergologie dauert in Vollzeit 1,5 Jahre. 

Zusatzweiterbildung Allergologie

Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Allergologie

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Allergologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Allergologie

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Allergologie

  • Immunologische und allergologische Grundlagen, Eigenschaften und Ökologie der Allergene, Allergenextrakte einschließlich der Insektengifte
  • Immundefekte und Regulationsstörungen
  • Immuntoleranz und Autoimmunität
  • Epidemiologie allergischer Erkrankungen
  • Allergencharakterisierung und Allergenverbreitung
  • Auslöser und Symptomatik von Pseudoallergien einschließlich Therapieoptionen
  • Allergenkarenz und Allergen-Elimination
  • Therapieallergene-Verordnung (TAV)
  • Psychogene Symptome und somatopsychische Reaktionen im Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen
  • Psychosoziale und berufsbedingte Aspekte allergischer Erkrankungen

Allergologische Krankheitsbilder

  • Symptomatik, Genetik/Epigenetik, Differentialdiagnose und Therapieoptionen allergischer Erkrankungen
    • der Atemwege, insbesondere Asthma
    • an Hals, Nasen, Ohren und Augen, z. B. allergische Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, chronische Rhinosinusitis
    • an der Haut, z. B. Urtikaria und Angioödem, atopisches Ekzem, Kontaktdermatitis, Mastozytose
  • Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen

Nahrungsmittelallergien

  • Epidemiologie, Einteilung, Symptomatik, Differentialdiagnose, Therapieoptionen sowie Prognose von Nahrungsmittelallergien und – unverträglichkeiten einschließlich Risikofaktoren, Augmentationsfaktoren
  • Diagnostik von Nahrungsmittelallergien und Therapie von Nahrungsmittelreaktionen

Insektengiftallergien

  • Epidemiologie, Symptomatik, Therapieoptionen sowie Prognose von Insektengiftallergien, nicht allergischen Reaktionen auf Insekten/Insektenstiche
  • Diagnostik von Insektengiftallergien und Therapie von Insektengiftreaktionen

Medikamentenallergien

  • Epidemiologie, Definition und Typen von Medikamentenallergien und -unverträglichkeiten sowie Management und Therapieoptionen
  • Diagnostik von Arzneimittelallergien und Therapie von Arzneimittelreaktionen
  • ASS-Deaktivierung bei Samter-Trias

Anaphylaxie

  • Definition, Symptome, Schweregrade, Epidemiologie, Auslösefaktoren, Augmentationsfaktoren sowie Differentialdiagnose bei Anaphylaxie
  • Therapie der Anaphylaxie gemäß Schweregrad einschließlich des anaphylaktischen Schocks
  • Beratung des Patienten zum Umgang mit Notfallmedikation

Diagnostik von Allergien

  • Prinzipien der allergologischen Diagnostik
  • Erhebung und Dokumentation der speziellen allergologischen Anamnese
  • Methoden zum Nachweis von Sensibilisierungen
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von serologischen und pharmakologischen in-vitro- Testverfahren
  • Bestimmung sensibilisierender Antikörper vom Soforttyp (Ig E)
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation zellulärer in-vitro-Testverfahren, z. B. Antigen- abhängige Lymphozytenstimulation, Durchflusszytometrie, Histamin- und Leukotrien- Freisetzung
  • Kutan- und Epikutantest bei Soforttyp- und Spättyp- Reaktionen bei Patienten (Richtzahl: 200)
  • Funktionsteste der Lunge
  • Indikationsstellung und Durchführung gebietsbezogener Provokationsteste bei Patienten, z. B. nasal, bronchial, oral, parenteral (Richtzahl: 50)

Therapie von Allergien

  • Prinzipien der allergologischen Therapie
  • Medikamentöse und physikalische Therapie, Karenzmaßnahmen sowie alternative Therapieformen
  • Ernährungsberatung einschließlich Eliminationsdiäten
  • Patientenschulungsprogramme
  • Wirkmechanismen, Vorteile, Risikofaktoren, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Formen der allergen-spezifischen Immuntherapie (ASIT)
  • Indikationsstellung und Durchführung der spezifischen Immuntherapie bis zur Erhaltungsdosis einschließlich der Erstellung des Behandlungsplans und von Therapieverlaufskontrollen bei Patienten, z. B. mittels Stichprovokationstestung (Richtzahl: 25)

Prävention, arbeits- und umweltmedizinische Aspekte

  • Einleitung von Maßnahmen der primären, sekundären und tertiären Prävention bei Risikogruppen und bereits Erkrankten
  • Berufliche Risikofaktoren für allergische Sensibilisierung
  • Allergisch bedingte Berufskrankheiten, insbesondere des Respirationstraktes und der Haut
  • Kriterien zur Anerkennung einer allergisch bedingten Berufskrankheit
  • Toxikologie der Umweltschadstoffe
  • Umweltbedingte Risikofaktoren für allergische Sensibilisierung
  • Symptomatik und Differentialdiagnose umweltmedizinischer Erkrankungen

Gehalt während der Zusatzweiterbildung Allergologie

Fachärzte verdienen während ihrer Zusatzweiterbildung Allergologie zwischen 6.196 Euro und 8.078 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Fachärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können Sie hier nachlesen: Facharzt Gehalt.

Das Logbuch für die Zusatzweiterbildung Allergologie

Wie schon in der Facharztausbildung ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Allergologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Zusatz-Weiterbildung Allergologie kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Geschäftsführer von Approbatio
Personalpsychologe (M.Sc.)

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.