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Der Urologe – Facharzt für Urologie

Urologe

Wann sollte man zum Urologen gehen? Das ist im Internet eine der am häufigsten gestellten Fragen im Bereich der Medizin. Deshalb werden wir Ihnen detailliert vorstellen, was die Krankheitsbilder und Aufgaben des sogenannten „Männerarztes“ sind.

Urologe

Der Facharzt für Urologie ist per Definition bei Erkrankungen, Verletzungen, Funktionsstörungen und weiteren Beschwerden im Bereich der Geschlechtsorgane und Harnorgane der richtige Ansprechpartner. Der Urologe therapiert diese Beschwerden nicht nur sondern ist auch im Bereich der Vorsorge, Diagnose und Nachsorge inklusive Rehabilitation tätig.

Autor: Maximilian Köhler

Position: Spezialist E-Commerce

Aktualisiert: 16.09.2021

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Was ist ein Urologe?

Da der Urologe im Volksmund oft als „Männerarzt“ betitelt wird, wird oft davon ausgegangen, dass sich der Urologe nur mit Geschlechtskrankheiten des Mannes befasst. Dies ist jedoch nur ein Teil seines Aufgabenbereiches. Der Tätigkeitsbereich des Urologen umfasst neben den Geschlechtsorganen auch den gesamten Bereich der Harnorgane, also Harnröhre, Harnblase, Harnleiter und Niere. Somit wird er sowohl vom Mann als auch der Frau bei Problemen der Harnwege, wie zum Beispiel Harnsteinen aufgesucht. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass laut Statistik der Bundesaerztekammer circa 17% der Fachkräfte für Urologie in Deutschland weiblich sind.

Unterschied Urologe – Androloge

Die Andrologie befasst sich mit den spezifischen Problemen des Mannes. Bei allem was die Geschlechtsorgane betrifft, ist der Urologe nur für den Mann der richtige Ansprechpartner.
Sollten Sie also beispielsweise unter Erektionsstörungen oder Impotenz leiden müssen Sie sich an die Praxis eines Urologen wenden. Der Tätigkeitsbereich des Fachmedizieners umfasst alles im Zusammenhang mit den Hoden, Hodenleitern, Nebenhoden, Penis, Samenbläschen, Samenleiter oder Prostata.

Vorsorge und Früherkennung

Im Bereich der Vorsorge beschäftigen sich Urologen vor allem mit der Früherkennung von Tumoren und Gewebeveränderungen im Bereich der Hoden, After oder Beckenboden. Um Veränderungen in diesen Bereichen zu erkennen, nutzt er in der Regel die Tastuntersuchung. Im Unterschied zum Urologen bezeichnet man einen Arzt, der sich auf Erkrankungen am Enddarm spezialisiert hat, allerdings als Proktologen.

Was behandelt ein Urologe? – Krankheitsbilder

Da es sich beim Urogenitaltrakt um ein sehr komplexes System innerhalb des menschlichen Körpers handelt, ist das Behandlungsspektrum des Facharztes für Urologie sehr breit gefächert.

Erektile Dysfunktion

Kann ein Mann in mehr als zwei Dritteln der Versuche keine Erektion bekommen oder aufrechterhalten, die für den Geschlechtsverkehr ausreichend ist, leidet er unter einer Erektionsstörung. Dies bedeutet, dass der Penis nicht hart genug für den erwünschten Vorgang wird oder vorzeitig erschlafft.  Zu den Ursachen dieser Erektionsprobleme gehören neben verschiedenen Erkrankungen oft auch Stress. Oft sind Männer im fortgeschrittenen Alter hiervon betroffen.

Prostataentzündung

Leidet ein Patient unter schmerzhaftem Wasserlassen oder häufigem Harndrang, kann es sich um eine sogenannte Prostatitis handeln. Weitere Symptome können kleine Urinportionen, Schmerzen im Damm- und Blasenbereich und sogar Fieber und Schüttelfrost sein. Hierbei verursachen in das Organgewebe eingedrungene Bakterien eine akute oder sogar chronische Entzündung.

Harnwegsinfektion

Als Harnwegsinfektion bezeichnet man eine bakterielle Entzündung der Harnröhre, Harnblase (Blasenentzündung bzw. Zystitis), Harnleiter oder Nieren (Nierenbeckenentzündung bzw. Pyelonephritis).
Ausgelöst werden können solche Beschwerden durch über die Harnröhre eindringende fremde Krankheitserreger. Harnwegsentzündungen treten bei Frauen deutlich öfter auf als bei Männern. Symptome für Harnwegsinfektionen können Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Urinieren oder sogar Blut im Urin sein.

Harninkontinenz

Wenn ein Betroffener Urin nur noch unkontrolliert oder unwillkürlich abgeben kann, handelt es sich um die so genannte Blasenschwäche. Hierbei ist der Körper nicht mehr in der Lage den Blaseninhalt zu speichern und Betroffene können nicht mehr steuern, wann Sie urinieren. Folgen hiervon können psychosoziale Beschwerden wie Depressionen, Sexualstörungen, sozialer Rückzug oder Verminderung der Leistungsfähigkeit sein.
Ursachen sind neben Stress häufig auch das Alter, Schäden im Bereich der Harnröhre oder speziell bei der Frau auch eine Geburt sein.

Nierensteine

Hierbei handelt es sich um auskristallisierte Bestandteile des Urins, die sich sowohl in den Nieren als auch im Nierenbecken und den ableitenden Harnwegen bilden können. Bei der auch als Nephrolithiasis bezeichneten Erkrankung wandern die Nierensteine in den Harnleiter und verursachen dort Schmerzen beim Wasserlassen, Krämpfe sowie Übelkeit und Erbrechen. Sind die Nierensteine klein genug werden Sie jedoch einfach ausgeschieden und verursachen keine Probleme.
Die Ursache für Nierensteine ist eine Übersättigung des Urins mit steinbildenden Substanzen wie zum Beispiel Calcium. 
Das Verhältnis von betroffenen Männern zu Frauen liegt hier bei 7 zu 5.

Niereninsuffizienz

Bei der sogenannten Nierenschwäche oder Nierenversagen sind die Nieren nur noch eingeschränkt oder gar nicht in der Lage das Blut zu reinigen. Somit können für den Körper schädliche Abbauprodukte nicht mehr über die Harnwege ausgeschieden werden und sammeln sich im Blutkreislauf an. Durch die verkalkten Arterien können Herzprobleme oder sogar Herzinfarkte und Schlaganfälle hervorgerufen werden. Versagen beide Nieren komplett, führt die Krankheit bei Betroffenen ohne entsprechende Behandlung zum Tod.

Wechseljahre des Mannes

Erreicht ein Mann das 40. Lebensjahr verändert sich sein Testosteronhaushalt und man spricht von der einer sogenannten Andropause. Symptome können verminderte Leistungskraft, Osteoporose und Veränderungen der Libido sein.

Was macht der Urologe? – Tätigkeitsüberblick

Um betroffenen Patienten im Bereich der Diagnose, Vorsorge und Therapie möglichst effizient helfen zu können, verfügt der Urologe über verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Die wichtigsten Techniken stellen wir ihnen im Folgenden übersichtlich dar.

Urinuntersuchung

Um Krankheiten wie Harnwegsentzündungen oder Diabetes zu diagnostizieren greift der oft zur sogenannten Urognostik. Hierbei wird der Urin auf Bestandteile wie zum Beispiel Blut, Zucker, Eiweiß oder aber auch Bakterien und Krankheitserreger untersucht. Dies geschieht in der Regel in einem Labor. Der Urin wird hier auf Chemische Eigenschaften mithilfe von Teststreifen und auf physikalische Eigenschaften wie Farbe, Trübung, Dichte teilweise auch unter Einsatz eines Mikroskopes, untersucht.

Ultraschalluntersuchung

Um Erkrankungen wie Nieren- oder Blasensteine, Tumore oder Fehlbildungen zu diagnostizieren, greift der Facharzt für Urologie oft auf die sogenannte Sonografie zurück. Um ein Bild der betroffenen Körperregion zu erhalten, werden Ultraschallwellen ins Gewebe des Betroffenen gesendet. Nach Abschluss der Ultraschalluntersuchung erhält der Urologe ein sogenanntes Sonogramm. Das Verfahren ist völlig schmerzfrei.

Prostatabiopsie

Besteht ein Verdacht auf Prostatakrebs, zum Beispiel nachdem der Urologe die Prostata per Abtastverfahren untersucht hat, wird eine rektale Prostatabiopsie vorgenommen. Hierbei werden über den Enddarm mithilfe einer Endorektalsonde Gewebeproben aus der Prostata genommen. Die Gewebeproben werden im Anschluss von einem Pathologen untersucht.

    Urographie

    Um Erkrankungen wie Nieren- und Blasensteine, Tumore oder Fehlbildungen zu diagnostizieren untersucht der Urologe Niere, Harnleiter und Blase mithilfe von Röntgenstrahlen. Hierbei wird dem Körper ein sogenanntes Kontrastmittel, meist über eine Vene oder einen Katheter, zugeführt. Im Anschluss erhält der Fachmediziner ein Bild des harnleitenden Systems.

    Zystoskopie

    Um Harnröhren-, Blasen- oder Prostataerkrankungen abzuklären, greift der Urologe oft zur Blasenspiegelung. Hierbei nutzt der Facharzt ein sogenanntes Urethro- Zystoskop, ein spezielles Endoskop ausgestattet mit einer Kamera, Lichtquelle sowie einer Spühl- und Absaugeinrichtung. Der Arzt führt dieses dünne, längliche medizinische Gerät über die Harnröhre bis hin zur Harnblase oder Prostata ein. Mithilfe der Kamera erhält der Urologe so ein farbiges Bild des zu untersuchenden Bereiches. Außerdem kann er mit dem Zystoskop kleinere Steine entfernen, kleine Blutungen stillen und Gewebeproben entnehmen.

    Zystometrie

    Um die Funktion der Harnblase zu untersuchen, nutzt der Facharzt die sogenannte Harnblasendruck-Messung. Hierbei werden Druck und Kapazität der Harnblase überprüft. Zu Beginn des Verfahrens muss die Harnblase vollständig entleert sein. Nach und nach wird die Harnblase mittels eines Katheters mit Kochsalzlösung gefüllt. Sobald die Harnblasenkapazität erschöpft ist, wird die Blase wieder entleert. Währenddessen misst der Urologe den Druck innerhalb der Harnblase und den Druck im Bauchraum und zeichnet ihn auf.

    Ausbildung zum Urologen

    Sobald ein angehender Facharzt sein Medizinstudium abgeschlossen hat, kann er die erforderliche mindestens 60-monatige Weiterbildung im Fachbereich der Urologie absolvieren. Nach Abschluss dieser sowohl in einer Klinik als auch in einer ambulanten Praxis (bis zu 12 Monate) abzuleistenden Fortbildung erlangt der Mediziner die Facharztkompetenz zum Urologen.
    Während der Weiterbildung zum Facharzt verdient ein Assistenzarzt im ersten Ausbildungsjahr circa 4.600 Euro monatlich. Nach einiger Zeit steigt dieses Gehalt auf bis zu 5.900 Euro an.


    Die wichtigsten Inhalte der Weiterbildung umfassen folgende Bereiche:

    • Vorbeugung, Diagnose, Therapie sowie Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen sowie Fehlbildungen im Bereich des männlichen Urogenitalsystems
    • Vorbeugung, Diagnose, Therapie sowie Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen sowie Fehlbildungen im Bereich der weiblichen Harnorgane
    • Früherkennung und Vorbeugung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen im Bereich des Urologischen Systems
    • Palliative Betreuung zur Schmerzlinderung bei Patienten, deren Krankheitsursachen nicht mehr bekämpft werden können
    • Gründe für die Entstehung von urologischen Tumoren
    • Diagnose und Therapie erektiler Dysfunktionen, sowie weiterer andrologischer Störungen
    • Sterilisation und (Re-)Fertilisierung des Mannes, sowie Sexualberatung und Beratung zur Familienplanung

    Weitere Informationen zum Thema Facharztausbildung gibt es hier:
    Facharztausbildung

    Was verdient ein Urologe?

    Ein angestellter Facharzt für Urologie kann als Berufseinsteiger mit einem Einstiegsgehalt von circa 5.000 Euro monatlich rechnen. Je nach Berufserfahrung kann das Monatsgehalt auf bis zu 9.400 Euro ansteigen. Natürlich variiert das Gehalt von Bundesland zu Bundesland und von Klinik zu Klinik.
    Als Urologe mit einer eigenen Praxis in Deutschland liegt der verdienst mit circa 17.500 Euro im Durchschnitt schon deutlich höher. Natürlich variiert der Verdienst von Praxis zu Praxis.

    Maximilian Köhler

    Spezialist E-Commerce

    Nachdem Herr Köhler Wirtschaftsingeneurswesen an der Uni Hannover studierte beschloss er sich auf den Bereich E-Commerce zu spezialisieren.