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Medizinstudium: Aufbau und Ablauf

Ablauf Medizinstudium

Der Aufbau und Ablauf des Medizinstudiums ist für Medizinstudenten und angehende Medizinstudenten sehr relevant. Wenn man die Voraussetzungen für das Medizinstudium erfüllt, dann muss man natürlich wissen, welche Inhalte einen während des Studiums erwarten. Hierfür haben wir euch alle wichtigen Informationen zusammengefasst.

Ablauf Medizinstudium

Autor: Leon Pobuda

Position: Geschäftsführer von Approbatio

Aktualisiert: 04.08.2021

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Aufbau des Medizinstudiums in drei Abschnitte

Der Aufbau vom Medizinstudium setzt sich aus drei verschiedenen Bausteinen zusammen:

  1. Vorklinik
  2. Klinik
  3. Praktisches Jahr

Ablauf des Medizinstudiums

Die Regelstudienzeit des Medizinstudiums beträgt insgesamt 12 Semester. Dabei gestaltet sich der Ablauf des Medizinstudiums wie folgt:

  1. Vorklinik = 4 Semester
  2. Klinik = 6 Semester
  3. Praktisches Jahr = 2 Semester

Der vorklinische Abschnitt des Studiums beträgt 2 Jahre. Anschließend folgt der klinische Teil, welcher 3 Jahre dauert. Im letzten Jahr des Studiums erfolgt das praktische Jahr (PJ).

Medizinstudium Aufbau

Prüfungen während des Medizinstudiums

Der Ablauf des Medizinstudiums sieht vor, dass am Ende von jedem Abschnitt eine ärztliche Prüfung stattfindet. Dementsprechend finden während des Studiums drei Prüfungsphasen statt:

  • Abschnitt der ärztlichen Prüfung (mündlich und schriftlich), auch als Physikum bezeichnet – zum Ende der Vorklinik
  • Abschnitt der ärztlichen Prüfung (schriftlich), auch als Hammerexamen bezeichnet – zum Ende der Klinik
  • Abschnitt der ärztlichen Prüfung (mündlich) – zum Ende des praktischen Jahres

Praktische Tätigkeiten

Der Aufbau und Ablauf des Medizinstudiums sieht vor, dass neben der theoretischen Ausbildung praktische Erfahrungen vermittelt werden. Hierfür müssen die Medizinstudenten verschiedene praktische Leistungen ableisten:

  • Erste-Hilfe-Ausbildung: Die Erste-Hilfe-Ausbildung muss spätestens zu Beginn des 1. Abschnitts der ärztlichen Prüfung nachgewiesen werden.
  • Krankenpflegepraktikum: Das Krankenpflegepraktikum kann vor dem Medizinstudium oder auch in den Semesterferien absolviert werden. Insgesamt dauert das Praktikum 3 Monate. Dabei besteht die Möglichkeit das Praktikum in drei monatliche Abschnitte zu splitten.
  • Famulatur: Die Famulatur ist ein 4-monatiges Praktikum. Mindestens 2 Monate müssen in einer Klinik absolviert werden sowie 1 Monat in einer Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung, die ärztlich geleitet wird, oder einer geeigneten ärztlichen Praxis.
  • Praktisches Jahr (PJ): Am Ende des Medizinstudiums muss ein einjähriges Praktikum absolviert werden.

Aufbau des Medizinstudiums: Die Vorklinik

Die Vorklinik dient dem Aufbau des medizinischen Grundwissens. Dabei befasst sich die vorklinische Phase vor allem mit der Theorie sowie den natur- und sozialwissenschaftlichen Grundlagen der Medizin. Inhaltlich werden folgende Fächer an der Universität gelehrt:

  • Anatomie: Wissenschaft der Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen
  • Histologie: Wissenschaft von biologischen Geweben
  • Physiologie: Beschreibung der Funktionen des menschlichen Körpers, z.B. Blutkreislauf
  • Physik: Bildet die Grundlagen für weitere Fächer wie Physiologie und Biochemie
  • Biochemie: Lehre von chemischen Vorgängen im Menschen, z.B. Hormon- und Stoffwechselkrankheiten
  • Biologie: Im Vordergrund stehen vor allem die Themen Zytologie, Genetik, Bakteriologie und Zellvermehrung
  • Chemie: Themen aus der anorganischen Chemie werden vermittelt sowie der organischen Chemie (Kohlenstoffverbindungen)
  • Psychologie / Soziologie: Inhalte sind zum Beispiel die menschliche Persönlichkeit und Verhaltensmuster im Krankheitsfall sowie die Interaktion von Mensch und Gesellschaft
  • Terminologie: Erlernen der Terminologie der medizinischen Fachsprache.

Zusätzlich zu den Studienfächern, müssen die Studierenden eine Erste-Hilfe-Ausbildung sowie ein Krankenpflegepraktikum absolvieren. Während des Krankenpflegepraktikum erleben die Medizinstudenten die Organisation, Aufgaben und Praxis der Krankenpflege in einer Klinik. Der erste Abschnitt des Medizinstudiums endet mit dem Physikum – dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung.

Aufbau des Medizinstudiums: Die Klinik

Im Anschluss an die Klinik erfolgt der klinische Teil vom 5. bis zum 10. Semester. Innerhalb von 3 Jahren rückt der Fokus zunehmend auf die klinischen Fächer:

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie
  • Arbeitsmedizin und Sozialmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Dermatologie und Venerologie
  • Frauenheilkunde / Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Humangenetik
  • Hygiene, Mikrobiologie und Virologie
  • Innere Medizin
  • Kinderheilkunde
  • Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pathologie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Rechtsmedizin
  • Urologie

Die klinischen Fächer sind im Gegensatz zu den Fächern aus der Vorklinik mehr praxisbezogen. Zusätzlich wird das praxisbezogene Wissen durch die ersten praktischen Erfahrungen ergänzt. Durch die viermonatige Famulatur werden die Studierenden langsam an die ärztliche Patientenversorgung in Einrichtungen der ambulanten und stationären Krankenversorgung herangeführt. Am Ende des klinischen Teils findet der zweite Abschnitt der ärztlichen Prüfung statt. Dieser Abschnitt wird auch als Hammerexamen bezeichnet.

Aufbau des Medizinstudiums: Das praktische Jahr

Die schöne Zeit des Medizinstudiums endet mit einem einjährigen Praktikum. Hier findet im 11. und 12. Semester gemäß dem Ablauf des Medizinstudiums das praktische Jahr (PJ) statt. Hierbei rotieren die Medizinstudenten zwischen verschiedenen Fachgebieten in einer Klinik oder einem Krankenhaus. Neben den Fachgebieten in der Inneren Medizin und der Chirurgie steht den Praktikanten ein Wahlfach zur Verfügung. Ziel des praktischen Jahres ist es, die Mediziner auf die zukünftige Tätigkeit als Assistenzarzt bzw. Assistenzärztin vorzubereiten.

Die letzte Prüfung des Medizinstudiums ist der dritte Teil der ärztlichen Prüfung, welche mündlich stattfindet. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums erhalten die Mediziner die Approbation und dürfen den Arzttitel tragen.

Leon Pobuda

Geschäftsführer von Approbatio
Personalpsychologe (M.Sc.)

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.