Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 300 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie absolviert. Innerhalb der Zusatzweiterbildung spezialisieren sich die Fachärzte auf die Prävention, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen der inneren Sekretion einschließlich ihrer Komplikationen des Säuglings, Kleinkindes, Kindes, Jugendlichen und Heranwachsenden in seinem sozialen Umfeld von der pränatalen Periode einschließlich der Transition in eine Weiterbetreuung.

Um die Zusatzbezeichnung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie zu erhalten, absolvieren Ärzte nach ihrer Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin die Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die ZB Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Ärztevermittlung → Facharztausbildung → Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Definition ZB Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie umfasst in Ergänzung zur Facharztkompetenz die Prävention, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen der inneren Sekretion einschließlich ihrer Komplikationen des Säuglings, Kleinkindes, Kindes, Jugendlichen und Heranwachsenden in seinem sozialen Umfeld von der pränatalen Periode einschließlich der Transition in eine Weiterbetreuung.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatz-Weiterbildung „Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie„?

In Deutschland gibt es 306 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie„.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie baut auf einer Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
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Für die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie wird eine Facharztanerkennung in Kinder- und Jugendmedizin vorausgesetzt.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Die Weiterbildungszeit für die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie beträgt 24 Monate, also 2 Jahre.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie dauert in Vollzeit 2 Jahre. 

Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

  • Prinzipien der endokrinen Regulation 
  • Molekulargenetische und immunologische Mechanismen endokriner und diabetologischer Erkrankungen 
  • Indikationsstellung zur genetischen Diagnostik 
  • Koordination der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit 
  • Einleitung von präventiven und rehabilitativen Maßnahmen bei chronischen Erkrankungen 
  • Langzeitversorgung in Kooperation mit spezialisierten Einrichtungen 
  • Ernährungsberatung 
  • Schulungsmaßnahmen unter Einbindung von Bezugspersonen 
  • Indikationsstellung zur psychosozialen Therapie 
  • Palliativmedizinische Versorgung 
  • Indikationen für Impfungen unter Immunsuppression 
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation labormedizinischer Untersuchungen unter Berücksichtigung alters- und entwicklungsspezifischer Referenzbereiche 
  • Durchführung endokriner Funktionsteste 

Hypothalamo-hypophysäre Erkrankungen

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei hypothalamisch-hypophysären Erkrankungen, auch Langzeitversorgung 

Schilddrüsenerkrankungen

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Schilddrüse
  • Interdisziplinäre Indikationsstellung zu chirurgischen Behandlungsverfahren

Nebennierenerkrankungen

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Nebennieren

Pubertät und gonadale Störungen

  • Fertilität, Fertilitätserhalt, Oozytenspende, Spermienspende
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Pubertätsentwicklung und der Geschlechtsentwicklungsstörungen, auch Langzeitversorgung
  • Indikationsstellung zur interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit bei Geschlechtsdifferenzierungsstörungen und Geschlechtsidentifikationsstörungen

Wachstumsstörungen

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei primären und sekundären Formen des Kleinwuchses und Hochwuchses sowie ossären Formen des Kleinwuchses, auch Langzeitversorgung

Knochen- und Mineralstoffwechselstörungen

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie von hereditären, erworbenen Störungen des Vitamin D-Stoffwechsels und Phosphat- Stoffwechsels sowie Erkrankungen der Nebenschilddrüse, primären und sekundären Osteoporoseformen, auch Langzeitversorgung

Diabetes mellitus

  • Ätiologie, Differentialdiagnose, Verlauf, Therapieoptionen, Prognose bei Diabetesformen im Kindes- und Jugendalter 
  • Ersteinstellung Typ 1 Diabetes (Richtzahl: 25)
  • Betreuung von Patienten mit Insulinpumpentherapie (Richtzahl: 25)
  • Therapieeinstellung und Therapieanpassung bei kontinuierlicher Blutzuckermessung, z. B. sensorunterstützte Pumpen- und Insulintherapie, sensorintegrierte Pumpentherapie (Richtzahl: 10)
  • Langzeitversorgung mit einer intensivierten konventionellen Insulin- Therapie/Insulinpumpentherapie einschließlich Beratung hinsichtlich Therapie, Sport und Ernährung (Richtzahl: 50)
  • Diagnostik, Therapieanpassung und Nachsorge bei Komplikationen und Notfällen unter Berücksichtigung von Risikofaktoren sowie assoziierten Autoimmunerkrankungen (Richtzahl: 10)
  • Psychosoziale Beratung bei 
  • mangelnder Diabetesintegration/Adhärenz
    Verdacht auf Depression oder Essstörung
    Inklusion in Kindergarten/Schule
    Diabetes und Berufswahl sowie zum Schwerbehindertenrecht 
  • Prä-, peri- und postoperatives Diabetesmanagement (Richtzahl: 5)
  • Durchführung von Schulungskursen für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker unter Einbezug von Bezugspersonen 

Adipositas

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie von syndromalen und monogenen Formen der Adipositas sowie metabolischer und psychiatrischer Komorbiditäten der Adipositas

Endokrinologische und diabetologische Notfälle

  • Addison-Krise, hyperthyreote Krise, diabetische Ketoazidose, hyperosmolares Koma, schwere Hypoglykämie, hypo/-hyperkalzämische Krise
  • Diagnostische und therapeutische Notfallmaßnahmen bei Patienten mit akuten Entgleisungen, endokrinen Notfällen sowie perioperatives Management bei Patienten mit Endokrinopathien in kooperativer Betreuung gemeinsam mit Intensivmedizin/Neonatologie, z. B. Hypophysen- oder Nebenniereninsuffizienz, Diabetes mellitus (Richtzahl: 10)

Bildgebende Verfahren

  • Bildgebende Untersuchungsverfahren, z. B. Röntgen, Szintigraphie, CT, MRT, Positronen- Emissions-Tomographie
  • Sonographie einschließlich Dopplertechnik von
    • Schilddrüse (Richtzahl: 100)
    • Nebennieren (Richtzahl: 40)
    • männlichen und weiblichen Genitalorganen (Richtzahl: 50)
    • Pankreas (Richtzahl: 20)
  • Befundinterpretation bildgebender Untersuchungen zur Bestimmung der Skelettreifung und Berechnung von Endlängenprognosen (Richtzahl: 50)

Gehalt während der Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Fachärzte verdienen während ihrer Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie zwischen 6.196 Euro und 8.078 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Fachärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können Sie hier nachlesen: Facharzt Gehalt.

Das Logbuch für die Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie

Wie schon in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.