Facharztausbildung für Strahlentherapie – Weiterbildung zum Strahlentherapeuten

Ein Strahlentherapeut ist ein Facharzt für Strahlentherapie, der sich durch sein Weiterbildung in der Strahlentherapie auf die Strahlenbehandlung maligner und benigner Erkrankungen spezialisiert.

Wer das Ziel hat als Strahlentherapeut in Deutschland zu praktizieren, muss eine mehrjährige Facharztausbildung in der Strahlentherapie absolvieren. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zur Weiterbildung Strahlentherapie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Facharztausbildung Strahlentherapie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Facharztausbildung Strahlentherapie

Facharztausbildung Strahlentherapie – Das Fachgebiet

Das Gebiet Strahlentherapie umfasst die Strahlenbehandlung maligner und benigner Erkrankungen. Dabei inbegriffen sind  physikalische Verfahren zur Radiosensibilisierung sowie zur  Verstärkung der Strahlenwirkung am Tumor unter Berücksichtigung von Schutzmaßnahmen des gesunden Gewebes.

Weiterbildung zum Facharzt für Strahlentherapie

Als Voraussetzung für die Facharztausbildung Strahlentherapie gilt der erfolgreiche Abschluss des Medizinstudiums sowie die damit verbundene Approbation als Arzt . Durch die Approbation ist der Mediziner berechtigt den Titel „Arzt“ zu tragen. Im Anschluss beginnt der Mediziner als Assistenzarzt bzw. Arzt in Weiterbildung zu arbeiten und kann sich auf eine spezifische Facharztausbildung spezialisieren. Beispielsweise kann die Weiterbildung Strahlentherapie gewählt werden. Am Ende der mehrjährigen Facharztausbildung muss der Assistenzarzt eine Facharztprüfung ablegen. Wird diese bestanden, erlangt der frische Strahlentherapeut den Facharzttitel „Facharzt für Strahlentherapie“.

Dauer der Facharztausbildung Strahlentherapie

Die Weiterbildungszeit in der Strahlentherapie beträgt 60 Monate, also 5 Jahre. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung Strahlentherapie wird der Facharzttitel in der Strahlentherapie erlangt.

Die Facharztausbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 60 Monate :

  • können bis zu 12 Monate zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen
Weiterbildungsordnung Strahlentherapie

Weiterbildungsordnung Facharzt Strahlentherapie

Die Weiterbildungsordnung Facharzt Strahlentherapie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnde kognitive Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnde Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Facharztweiterbildung Strahlentherapie

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Strahlentherapie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien

Indikationsstellung

  • Indikationsstellung für alle strahlentherapeutischen Verfahren unter Berücksichtigung der spezifischen Risiken und möglicher Komplikationen
  • Bewertung und Vergleich der unterschiedlichen strahlentherapeutischen Verfahren
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von vorbereitender und weiterführender Diagnostik im Rahmen von strahlentherapeutischen Behandlungen

Strahlenschutz

  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • Grundlagen des Umgangs mit offenen und geschlossenen radioaktiven Strahlen
  • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

Medizinische Strahlenphysik und Informationstechnologie

  • Grundlagen der Radioaktivität, Strahlerzeugung, Strahlcharakteristik sowie der Wechselwirkungen von Strahlung mit Materie
  • Dosimetrie und Bestrahlungsplanungssysteme sowie in der Strahlentherapie eingesetzte Geräte, z. B. Linearbeschleuniger, sonstige Teilchenbeschleuniger, radioaktive Quellen, Röntgentherapie, Bildgebungsanlagen, Zusatzgeräte
  • Strahlentherapeutisch relevante Informationstechnologie

Strahlenbiologie

  • Biologie unterschiedlicher Strahlenarten, insbesondere linearer Energietransfer (LET) und relative biologische Wirksamkeit (RBE)
  • Biologische Grundlagen der Strahlenbehandlung gutartiger Erkrankungen
  • Akute und späte Nebenwirkungen an gesunden Geweben
  • Bewertung von Risiken für strahlentherapieassoziierte Nebenwirkungen, insbesondere Spätfolgen (Toleranzdosen, linearquadratisches Modell, Dosisvolumeneffekte von Normalgewebsschäden) einschließlich Einsatz von Radioprotektoren
  • Strahlenbiologie von Tumoren
  • Bewertung von Tumorkontrollwahrscheinlichkeiten
  • Strahlenbiologie der Kombination der Bestrahlung mit medikamentösen und physikalischen Verfahren
  • Bewertung der Radiosensibilisierung und Verstärkung der Strahlenwirkung

Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen

  • Konzepte der strahlentherapeutischen Behandlung gutartiger Erkrankungen
  • Strahlentherapeutische Behandlung auch im Kontext interdisziplinärer Behandlungskonzepte von gutartigen Erkrankungen

Grundlagen der Onkologie

  • Interdisziplinäre Behandlungskonzepte
  • Grundlagen der Tumorbiologie und Tumorpathologie einschließlich der molekularen Diagnostik und Kategorisierung onkologischer Erkrankungen
  • Grundlagen nicht-radioonkologischer Therapieverfahren in interdisziplinären Konzepten, insbesondere operative Verfahren, systemische Therapien einschließlich myeloablativer Verfahren, Radionuklidtherapie und immunologischer Therapie
  • Indikationsstellung zur radioonkologischen Kombinationsbehandlung

Tumorerkrankungen

  • Strahlentherapeutische Behandlung, auch im Kontext interdisziplinärer Behandlungskonzepte von verschiedenen Tumorentitäten einschließlich onkologischer Notfälle und der Behandlung von Metastasen, insbesondere
    • Tumore des zentralen Nervensystems
    • Kopf-Hals-Tumore
    • gastrointestinale Tumore
    • Tumore der Lunge und des Mediastinum
    • Tumore der Brust
    • gynäkologische Tumore
    • urologische Tumore
    • Lymphome und Leukämien
    • Knochen- und Weichteilsarkome
    • Hauttumore
    • Tumore mit unbekanntem Primärtumor
    • Tumore des Auges und der Orbita
    • pädiatrische Tumore

Bestrahlungsplanung und Therapieverifikation

  • Lagerung und Immobilisation von Patienten
  • Indikation und Durchführung bildgebender Verfahren zur Therapieplanung und Verifikation der Bestrahlungsfelder, insbesondere konventionelle Simulation, CT-Simulation
  • Definition von Tumorvolumina und Normalgeweben anhand bildgebender Methoden
  • Computergestützte Bestrahlungsplanung auf der Basis von CT-Untersuchungen für die Strahlentherapie unter Berücksichtigung möglicher Kombinationstherapien und interdisziplinärer Behandlungen, ggf. unter Einbeziehung weiterer bildgebender Verfahren, z. B. MRT, Positronenemissionstomographie (PET) (Richtzahl: 500), davon CT verschiedener Körperregionen (Richtzahl: 200)

Externe Strahlentherapie

  • Durchführung von externer Strahlentherapie mit Linearbeschleunigern einschließlich Ersteinstellung, Genauigkeitskontrolle, Korrekturen, Dokumentation, Überwachung des Patienten, Erkennung und Behandlung von Nebenwirkungen, davon
    • bei gutartigen Erkrankungen (Richtzahl: 50)
    • bei bösartigen Erkrankungen mit Linearbeschleuniger (Richtzahl: 450)

Brachytherapie

  • Grundlagen der Anwendung umschlossener radioaktiver Stoffe zur permanenten Implantation, zur Afterloadingtherapie sowie zur endovaskulären Strahlentherapie
  • Durchführung von Brachytherapie, insbesondere bei Tumoren des weiblichen Genitale (Richtzahl: 100),
    • davon mit Afterloading-Einrichtung (Richtzahl: 60)

Medikamentöse Tumortherapie und Supportivtherapie

  • Begleitbehandlungen zur Verstärkung der Strahlenwirkung im Tumor und zur Protektion gesunder Gewebe
  • Indikation, Durchführung und Überwachung der systemischen Tumortherapie in Kombination mit Bestrahlungen bei soliden Tumorerkrankungen einschließlich der Beherrschung auftretender Komplikationen in Behandlungsfällen (Richtzahl: 500),
    • davon mit Chemotherapie (Richtzahl: 100)
  • Strahlentherapeutische Nachsorge von Tumorpatienten
  • Regelmäßige Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen,
    • davon Falldarstellungen (Richtzahl: 20)
  • Pharmakologie und Wirkungsweise von medikamentösen Tumortherapien
  • Indikationsstellung zur medikamentösen Tumortherapie unter Berücksichtigung von Komorbiditäten
  • Prävention, Erkennung und Behandlung spezifischer Nebenwirkungen von Tumortherapeutika
  • Aspekte der Nachsorge bei medikamentöser Tumortherapie
  • Grundlagen der Supportivtherapie und Rehabilitation bei Tumorerkrankungen
  • Prophylaktische und interventionelle Supportivtherapie, insbesondere Antiemese, Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung, Infektionsprophylaxe und Therapie von Infektionen, Antikoagulation
  • Einleitung und Überwachung physikalischer Maßnahmen
  • Psychogene Symptome, somatopsychische Reaktionen und psychosoziale Zusammenhänge
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie sowie parenterale Ernährung
  • Einleitung und Überwachung rehabilitativer Maßnahmen
  • Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

Das Logbuch für die Facharztausbildung Strahlentherapie

Für die Weiterbildung Strahlentherapie ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Strahlentherapie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Damit ein Arzt für die Facharztprüfung zum Facharzt für Strahlentherapie zugelassen wird, muss das Logbuch der Weiterbildung vollständig ausgefüllt bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Das Muster-Logbuch kann hier heruntergeladen werden.

Stellenangebote Strahlentherapie

Sie suchen nach passenden Stellenangeboten in der Strahlentherapie?

Sie wollen ihre Karriere in der Strahlentherapie langfristig und professionell planen und dabei das Optimum herausholen – ganz unter dem Motto „erfolgreiche Karriere und glücklich“?

Dann bewerben Sie sich bei Approbatio. Gerne über unsere Stellenangebote für Ärzte oder initativ!

Denn wir unterstützten Sie sehr gerne!

Profitieren auch Sie von unseren deutschlandweiten Kontakten zu Entscheidungsträgern in Kliniken und Krankenhäusern!