Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Im deutschen Gesundheitssystem arbeiten ungefähr 150 Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung „Orthopädische Rheumatologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie absolviert. Durch die Zusatzweiterbildung spezialisieren sich die Fachärzte auf die Diagnostik und Therapie von degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane einschließlich der interdisziplinären Zusammenarbeit bei komplexen rheumatischen Erkrankungen.

Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die ZB Orthopädische Rheumatologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Ärztevermittlung → Facharztausbildung → Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Definition Zusatzweiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie umfasst in Ergänzung zur Facharztkompetenz die Diagnostik und Therapie von degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane einschließlich der interdisziplinären Zusammenarbeit bei komplexen rheumatischen Erkrankungen.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatz-Weiterbildung „Orthopädische Rheumatologie“?

In Deutschland gibt es 135 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Orthopädische Rheumatologie“.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie baut auf der Facharztausbildung in der Orthopädie und Unfallchirurgie auf. Dementsprecheend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
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Für die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie wird eine Facharztanerkennung in der Orthopädie und Unfallchirurgie vorausgesetzt.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Die Weiterbildungszeit der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie beträgt 24 Monate.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie dauert in Vollzeit 2 Jahr2. 

Zusatzweiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie

  • Klinische Symptomatologie und Differentialdiagnose der degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane

Präventive Maßnahmen

  • Sekundäre und tertiäre Prävention von Gelenk-, Wirbelsäulen- und Weichteilmanifestationen bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten

Diagnostische Verfahren

  • page382image19848512 page382image19919040Sonographische Bildgebung bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane, insbesondere an Hand und Fuß
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation nuklearmedizinischer Diagnostik bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebender Verfahren bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation zur laborchemischer Differentialdiagnostik sowie immunologischer Methoden bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation laborchemischer Synovia-Diagnostik
  • Mikroskopische Untersuchung der Gelenkflüssigkeit einschließlich Befunderstellung (Richtzahl: 20)
  • Anwendung von Assessmentinstrumenten bei den degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane einschließlich Scoring klinischer Befunde (Richtzahl: 50)
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation histopathologischer Diagnostik
  • Spezielle osteologische Differentialdiagnostik und medikamentöse Differentialtherapie (Richtzahl: 20)
  • Manualmedizinische Untersuchung an den Bewegungsorganen bei Einzelbefunden sowie komplexen Befunden
  • Funktionsbezogene diagnostische Verfahren mit apparativen Messverfahren wie Muskelfunktionsanalyse, Stand-, Gang- und Bewegungsanalyse
  • Standardisierte Schmerzanamnese, Schmerzanalyse und Differentialdiagnose der Schmerzkrankheit unter Berücksichtigung psychologischer, arbeits- und sozialmedizinischer Gesichtspunkte bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten

Therapeutische Verfahren

  • Indikationsstellung, Einleitung und Durchführung der medikamentösen Therapie bei (peri-)operativer und konservativer Behandlung der Bewegungsorgane (Richtzahl: 250), davon
  • in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit internistischen Rheumatologen einschließlich der Überwachung der Dauertherapie im Langzeitverlauf entzündlich-rheumatischer Erkrankungen der Bewegungsorgane (Richtzahl: 50)
  • Spezielle Schmerztherapieoptionen durch lokale und systemische Maßnahmen bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane
  • Multimodale Schmerztherapie in interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • Erstellung eines Therapieplans einschließlich interdisziplinärer Therapiekoordination (Richtzahl: 50)
  • Interventionelle Schmerztherapie am Bewegungssystem einschließlich diagnostischer und therapeutischer Lokal- und Leitungsanästhesie sowie Injektions- und Punktionstechniken an Wirbelsäule und Gelenken (Richtzahl: 30)
  • Medikamentöse Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände
  • Einleitung und Überwachung von Schmerzbewältigungstraining einschließlich Entspannungsverfahren
  • Rehabilitationsspezifische Differentialdiagnose und Klassifikation von Gesundheitsstörungen
  • Rehabilitationsziele und Rehabilitationsmaßnahmen einschließlich Frührehabilitation bei orthopädisch- unfallchirurgischen, orthopädisch- rheumatologischen und orthopädisch-geriatrischen Krankheiten und Behinderungen unter kurativer und rehabilitativer Zielsetzung
  • Grundlagen der Integration in Bereiche der schulischen, beruflichen, sozialen und persönlichen Teilhabe
  • Erstellung von Behandlungs- und Rehabilitationsplänen mit epikritischer Bewertung (Richtzahl: 50), insbesondere
    • in der Frühmobilisation oder Frührehabilitation und bei Folgezuständen orthopädisch- unfallchirurgischer Erkrankungen
    • in der Rehabilitation degenerativer, entzündlicher und stoffwechselbedingter rheumatischer Krankheiten der Bewegungsorgane
  • Manualmedizinische Behandlungstechniken bei funktionellen Störungen der Bewegungsorgane
  • Einleitung, Verordnung und Überwachung von Verfahren der physikalischen Medizin, der Physiotherapie und Ergotherapie (Richtzahl: 50), insbesondere
    • bei akuten und chronischen rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane
    • bei chronischen Schmerzkrankheiten der Bewegungsorgane unter Verwendung standardisierter psychosozialer Evaluationsinstrumente
  • Technische Orthopädie bei degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten der Bewegungsorgane, Bau- und Wirkungsweise von Orthesen und Prothesen, Bandagen, Schienen und Apparaten einschließlich Materialkunde und Herstellungsverfahren
  • Indikationsstellung zur Prothesen- und Orthesenbehandlung, differenzierte Verordnung der Bauweise, Überprüfung der Funktionsfähigkeit und ggf. Langzeittherapie (Richtzahl: 50)
  • Operative Therapieoptionen von Gelenk-, Wirbelsäulen- und Weichteilmanifestationen bei entzündlichen rheumatischen Krankheiten und ihrer funktionellen Konsequenzen
  • Differentialindikation und spezifische Behandlung nach Operationen an den Weichgeweben, der Wirbelsäule und den Gelenken bei entzündlich rheumatischen Krankheiten
  • Operationen bei entzündlich rheumatischen Krankheiten
    • Synovialisektomien an großen oder kleinen Gelenken (Richtzahl: 10)
    • Tendosynovialisektomien (Richtzahl: 10)
    • Gelenkersatzoperationen (Richtzahl: 10)
    • Resektionsarthroplastiken (Richtzahl: 5)
    • Eingriffe an Weichgeweben, z. B. Bursektomien, Exstirpation von Rheumaknoten (Richtzahl: 10)
  • Erste Assistenz bei Operationen höheren Schwierigkeitsgrades bei entzündlich rheumatischen Krankheiten
    • Synovialisektomien an großen oder kleinen Gelenken (Richtzahl: 10)
    • Arthrodesen (Richtzahl: 10)
    • Sehnenverlagerungen, Rekonstruktionen oder  Transplantationen (Richtzahl: 5)
    • Neurolysen oder Verlagerungen peripherer Nerven

Gehalt während der Zusatzweiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Fachärzte verdienen während ihrer Zusatzweiterbildung Orthopädische Rheumatologie zwischen 6.196 Euro und 8.078 Euro. Dabei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Fachärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Facharzt Gehalt.

Das Logbuch für die Zusatzweiterbildung Orthopädische Rheumatologie

Das Logbuch ist ebenfalls wie in der Facharztausbildung Orthopädie und Unfallchirurgie ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie. Mithilfe des Ausbildungslogbuches werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Sobald das Logbuch vollständig ausgefüllt ist, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der Ärztekammer für die Zusatz-Weiterbildung Orthopädische Rheumatologie kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.