Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Pneumologie

In Deutschland arbeiten ungefähr 550 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Kinder- und Jugend-Pneumologie“. Für diese Spezialisierung haben die Ärzte ihre Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie absolviert. Innerhalb der Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie spezialisieren sich die Fachärzte auf die Prävention, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation von angeborenen und erworbenen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, der Lunge, des Mediastinum und der Pleura sowie der hiermit verbundenen allergischen Erkrankungen des Säuglings, Kleinkindes, Kindes, Jugendlichen und Heranwachsenden in seinem sozialen Umfeld von der pränatalen Periode einschließlich der Transition in eine Weiterbetreuung.

Um ein Kinder-Pneumologe zu werden, absolvieren Fachärzte für die Kinder- und Jugendmedizin die Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zum ZB Kinder-Pneumologie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Weiterbildung Kinder-Pneumologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie

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Definition der ZB Kinder- und Jugend-Pneumologie

Die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Pneumologie umfasst in Ergänzung zur Facharztkompetenz die Prävention, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation von angeborenen und erworbenen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, der Lunge, des Mediastinum und der Pleura sowie der hiermit verbundenen allergischen Erkrankungen des Säuglings, Kleinkindes, Kindes, Jugendlichen und Heranwachsenden in seinem sozialen Umfeld von der pränatalen Periode einschließlich der Transition in eine Weiterbetreuung.

Wie viele Fachärzte gibt es mit der Zusatzbezeichnung Kinder-Pneumologie?

  • In Deutschland gibt es 541 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Kinder-Pneumologie“.

Voraussetzungen der Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie

Die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie baut auf der Facharzt-Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin auf. Dementsprechend gelten folgende Voraussetzungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium
  • Approbation als Arzt
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
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Die Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie kann erst nach der Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin begonnen werden.

Dauer der Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie

Die Weiterbildungszeit für die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie beträgt 24 Monate, also 2 Jahre.

Die Weiterbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden.

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Die Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie dauert in Vollzeit 2 Jahre. 

Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie

Weiterbildungsordnung der ZB Kinder-Pneumologie

Die Weiterbildungsordnung der Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Pneumologie

  • Koordination der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit 
  • Langzeitversorgung in Kooperation mit spezialisierten Einrichtungen 
  • Indikationen für Impfungen unter Immunsuppression 
  • Indikationsstellung zur genetischen Diagnostik 
  • Grundlagen der Ernährungsberatung 
  • Schulungsmaßnahmen unter Einbindung von Bezugspersonen 
  • Einleitung von präventiven und rehabilitativen Maßnahmen bei chronischen Erkrankungen 
  • Indikationsstellung zur psychosozialen Therapie 
  • Palliativmedizinische Versorgung 
  • Indikationen, Risiken, Prognose, Planung, Listung, Diagnostik und Therapie vor und nach Transplantationen 

Pneumologische Notfälle

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei pneumologischen Notfällen, z. B. Spannungs-/ Pneumothorax 

Asthma

  • Epidemiologie, Langzeitprognose, unterschiedliche Phänotypen, Epigenetik 
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie des Asthma 
  • Behandlung des schweren/therapierefraktären Asthma einschließlich Therapie mit Biologika 

Allergologische Diagnostik und Therapie

  • Epidemiologie, Langzeitprognose, unterschiedliche Phänotypen, Epigenetik 
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie allergologischer Erkrankungen, z. B. Anaphylaxie, allergische Rhinitis, atopisches Ekzem, Nahrungsmittelallergie 
  • Allergische bronchopulmonale Aspergillose 
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von serologischen und kutanen Tests bei komplexen Verläufen, insbesondere spezifische Immunglobuline, Komponentendiagnostik 
  • Indikationsstellung, Durchführung und Interpretation von allergologischen Haut-Tests 
  • Indikationsstellung, Durchführung und Interpretation der spezifischen nasalen Provokation 
  • Indikationsstellung und Durchführung der spezifischen Immuntherapie, insbesondere bei komplexen Verläufen und Polysensibilisierungen 

Akute und chronische Infektionen der Atemwege

  • Pneumologische Erkrankungen bei Hochrisiko-/ Immundefekt-Patienten 
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei Bronchiektasen 
  • Diagnostik und Therapie von Pilz-Infektionen sowie komplizierten Verläufen von bakteriellen und viralen Infektionen der Atemwege 
  • Thoraxdrainage 
  • Fibrinolyse-Therapie bei kompliziertem parapneumonischen Erguss 

Angeborene Lungenfehlbildungen

  • Differentialdiagnose und Management einschließlich chirurgischer Therapieoptionen, Prognose und Nachbetreuung angeborener Lungenfehlbildungen 

Bronchopulmonale Dysplasie

  • Weiterführende Diagnostik und Therapie bei bronchopulmonaler Dysplasie 

Cystische Fibrose

  • Epidemiologie, Genetik, Prognose 
  • Bedeutung des Neugeborenen-Screening 
  • Hygienemaßnahmen bei cystischer Fibrose 
  • Atypische cystische Fibrose 
  • Diagnostik und Therapie der cystischen Fibrose 

Tuberkulose und seltene Lungenerkrankungen

  • Epidemiologie und Mikrobiologie einschließlich Resistenzentwicklung 
  • Multiresistente Lungen-Tuberkulose 
  • Nicht-tuberkulöse Mykobakterien-Infektionen und atypische Mykobakteriosen der Lunge 
  • Weiterführende Diagnostik und Therapie der primären und postprimären Lungentuberkulose 
  • Diagnostik und Therapie von seltenen Lungenerkrankungen

Atemstörungen

  • Differentialdiagnose der chronischen respiratorischen Insuffizienz 
  • Diagnostik und Therapie dysfunktioneller respiratorischer Symptome, z. B. Vocal Cord Dysfunction, Hyperventilationssyndrom, dysfunktionelle Atmung vom thorakalen Typ mit insuffizienter Ventilation, psychogene Atemstörungen, Räusper- und Schnorchelstereotypien 
  • Diagnostik und Therapie obstruktiver und zentraler Schlafapnoe- und Hypoventilationssyndrome 
  • Invasive und nicht invasive Heimbeatmung einschließlich Überwachung und Beatmungsentwöhnung 
  • Heim-Sauerstofftherapie einschließlich Monitorversorgung 
  • Inhalationstherapie bei beatmeten Patienten 
  • Diagnostik und Therapie Respirator-assoziierter Komplikationen 
  • Tracheostoma-Management 
  • Einleitung und Überwachung von Clearance- Techniken, z. B. Physiotherapie, Hustenassistenz 
  • Demonstration von Inhalationssystemen unter Berücksichtigung der physikalischen Eigenschaften sowie der Vor- und Nachteile 

Funktionsdiagnostik

  • Lungenfunktions-Referenzwerte 
  • Funktionsuntersuchungen der Atemwege, z. B. Compliancemessung, eNO/nNO-Messung, Multiple- Breath-Washout 
  • Spiroergometrie 
  • Indikationsstellung, Durchführung und Befunderstellung von 
    • Fluss-Volumen-Kurven und Lungenvolumina
    • Bodyplethysmographie
    • Bronchospasmolysetest
    • bronchialen Provokationstestungen
    • 6-Minuten Gehtest
    • CO-Diffusion
  • Indikationsstellung, Durchführung und Befunderstellung der
    • flexiblen Bronchoskopie (Richtzahl: 50)
    • bronchoalveolären Lavage (Richtzahl: 25)
  • Indikationsstellung, Mitwirkung und ggf. Durchführung bei starren Bronchoskopien
  • Indikationsstellung, Durchführung und Befunderstellung der thorakalen Sonographie
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebender Verfahren 
  • Polysomnographie 
  • Befundinterpretation von Polygraphien, auch Durchführung 

Das Logbuch für die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie

Wie schon in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil für die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert.

Ist das Logbuch vollständig ausgefüllt, kann sich der Arzt für die Schwerpunktprüfung anmelden. Hierfür muss das Logbuch bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Das Muster-Logbuch der die Zusatz-Weiterbildung Kinder-Pneumologie kann hier heruntergeladen werden.

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Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.