Facharztausbildung / Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie

Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

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In Deutschland arbeiten ungefähr 400 Ärzte mit dem Facharzttitel „Facharzt für Pharmakologie“. Um diesen Titel zu erlangen, haben die Ärzte ihre Facharztausbildung in diesem Fachgebiet absolviert. Innerhalb der Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie spezialisieren sich die Ärzte u.a. auf die Erforschung von Arzneimittelwirkungen sowie die Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln.

Um ein Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie zu werden, müssen Assistenzärzte ihre Facharztausbildung in diesem Fachgebiet absolvieren. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zur Facharzt-Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

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Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie – Das Fachgebiet

Das Fachgebiet der Pharmakologie spezialisiert sich auf die Erforschung von Arzneimittelwirkungen, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln, die Erforschung der Wirkung von Fremdstoffen am Menschen, die Bewertung des therapeutischen Nutzens, die Erkennung von Nebenwirkungen sowie die Beratung und Unterstützung der in der Vorsorge und Krankenbehandlung Tätigen bei der Anwendung substanzbasierter therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen sowie die Risikobewertung von Fremdstoffen.

Wie viele Fachärzte gibt es für die Pharmakologie?

  • 405 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 27% Ärztinnen (110)
    • 73% Ärzte (295)

Voraussetzungen der Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie

Als Voraussetzung für die Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie gilt der erfolgreiche Abschluss des Medizinstudiums sowie die damit verbundene Approbation als Arzt. Durch die Approbation ist der Mediziner berechtigt den Titel „Arzt“ zu tragen. Im Anschluss beginnt der Mediziner als Assistenzarzt bzw. Arzt in Weiterbildung zu arbeiten und kann sich auf eine spezifische Facharztausbildung spezialisieren. Beispielsweise kann die Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie gewählt werden. Am Ende der mehrjährigen Facharztausbildung muss der Assistenzarzt eine Facharztprüfung ablegen. Wird diese bestanden, erlangt der Arzt den Facharzttitel „Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie“.

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Für die Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie wird ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt vorausgesetzt.

Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

Dauer der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

Die Weiterbildungszeit für die Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie beträgt 60 Monate, also 5 Jahre. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie wird der Facharzttitel in dem Fachgebiet erlangt.

Die Facharzt-Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 60 Monate:

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 18 Monate Weiterbildung in Klinische Pharmakologie erfolgen
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen
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Die Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie dauert in Vollzeit 5 Jahre. 

Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie

Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

Die Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen & Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Facharztweiterbildung Pharmakologie

Gemeinsame Inhalte des Gebiets Pharmakologie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Internationale und nationale Normen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln, z. B Good Clinical Practice des International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH-GCP), ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen (Deklaration von Helsinki)
  • Pharmakologische, toxikologische und klinische Grundlagen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln
  • Erkennung, Erfassung, Meldung und Bewertung unerwünschter Arzneimittelwirkungen und von Medikationsfehlern
  • Risiken von Wirk- und Schadstoffen
  • Risikomanagement und -kommunikation
  • Biometrie und Statistik, Pharmakoepidemiologie und Arzneimittelanwendungsforschung, Expositionserfassung
  • Pharmakologische Methodik, insbesondere Pharmako- und Toxikokinetik sowie Pharmako- und Toxikodynamik relevanter Wirk- und Schadstoffe
  • Biochemische, chemische, immunologische, mikrobiologische, molekularbiologische, physikalische und physiologische Arbeits- und Nachweismethoden
  • Grundlagen der tierexperimentellen Forschungstechnik zur Wirkungsanalyse von Arzneimitteln und Fremdstoffen, Erzeugung von Krankheitszuständen in Modellorganismen zur Wirkstoffprüfung
  • Grundlagen, Methoden und Anwendung der Pharmako- und Toxikogenomik
  • Standardmethoden der Qualitätssicherung für Labor- und Klinikuntersuchungen, Berichtswesen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung und Bewertung von Forschungsberichten
  • Grundlagen der Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Arzneimitteltherapie von Erkrankungen

Klinische Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten

  • Gesetzliche und ethische Anforderungen, Leitlinien und Empfehlungen klinischer Prüfungen
  • Zulassungsverfahren für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Post-Marketing-Surveillance
  • Biometrische Methoden und Datenmanagement
  • Planung und Erstellung von Prüfplänen, Durchführung der Studien, statistische Auswertung bzw. Bewertung der Ergebnisse klinischer Prüfungen der Phase I bis IV (Richtzahl: 8), davon
    • Durchführung von Studien Phase I/II (Richtzahl: 4)
    • Durchführung von randomisierten kontrollierten Studien (RCT) (Richtzahl: 2)

Wirkungsanalyse von Arzneimitteln am Menschen

  • Bewertung von Dosis-/KonzentrationWirkungsuntersuchungen (Richtzahl: 3)
  • Anwendung pharmakokinetischer und/oder -dynamischer Methoden
  • Methodik epidemiologischer Studien
  • Mitwirkung bei Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von nicht-interventionellen Studien (NIS) (Richtzahl: 2)

Bestimmung von Wirkstoffen und Arzneimitteln in Körperflüssigkeiten und Geweben

  • Bestimmungsmethoden, insbesondere chemischanalytische Verfahren, z. B. Massenspektrometrie, molekularbiologische Verfahren
  • Erkennung und Bewertung von Arzneimittelwechselwirkungen einschließlich der Mitbehandlung
  • Durchführung und Bewertung des therapeutischen (Drug-)Monitorings einschließlich der Mitbehandlung
  • Durchführung und Bewertung pharmakogenomischer Untersuchungen

Arzneimittelsicherheit und Arzneimitteltherapiesicherheit

  • Prinzipien, Meldesysteme, Stufenplanverfahren
  • Erkennung, Erfassung und Bewertung der Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Vorgehen bei Vergiftungen und Überdosierungen
  • Beratung bei Vergiftungen und Überdosierungen

Bewertung von Arzneimitteln

  • Evaluation von Arzneimitteln und Therapieverfahren anhand der Prinzipien der evidenzbasierten Medizin
  • Bewertung von Arzneimitteln in Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzten oder Prüfärzten
  • (Kosten)-Nutzen-Risiko-Bewertung

Arzneimitteltherapie

  • Beratungen und Mitbehandlung in der Arzneimitteltherapie unter Berücksichtigung von Therapie-Leitlinien einschließlich Nutzen-RisikoAbschätzung (Richtzahl: 30)

Therapie-Leitlinien

  • Grundlagen der Erstellung, Beurteilung und Implementierung von Therapie-Leitlinien unter Berücksichtigung der Prinzipien der evidenzbasierten Medizin
  • Mitwirkung bei der Erstellung und Implementierung von Therapie-Leitlinien

Spezifische Inhalte der Facharztweiterbildung Pharmakologie und Toxikologie

Gemeinsame Inhalte des Gebiets Pharmakologie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Internationale und nationale Normen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln, z. B Good Clinical Practice des International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH-GCP), ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen (Deklaration von Helsinki)
  • Pharmakologische, toxikologische und klinische Grundlagen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln
  • Erkennung, Erfassung, Meldung und Bewertung unerwünschter Arzneimittelwirkungen und von Medikationsfehlern
  • Risiken von Wirk- und Schadstoffen
  • Risikomanagement und -kommunikation
  • Biometrie und Statistik, Pharmakoepidemiologie und Arzneimittelanwendungsforschung, Expositionserfassung
  • Pharmakologische Methodik, insbesondere Pharmako- und Toxikokinetik sowie Pharmako- und Toxikodynamik relevanter Wirk- und Schadstoffe
  • Biochemische, chemische, immunologische, mikrobiologische, molekularbiologische, physikalische und physiologische Arbeits- und Nachweismethoden
  • Grundlagen der tierexperimentellen Forschungstechnik zur Wirkungsanalyse von Arzneimitteln und Fremdstoffen, Erzeugung von Krankheitszuständen in Modellorganismen zur Wirkstoffprüfung
  • Grundlagen, Methoden und Anwendung der Pharmako- und Toxikogenomik
  • Standardmethoden der Qualitätssicherung für Labor- und Klinikuntersuchungen, Berichtswesen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung und Bewertung von Forschungsberichten
  • Grundlagen der Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Arzneimitteltherapie von Erkrankungen

Pharmakologisch-toxikologische Methoden

  • Integrative Methoden
    • Krankheitsmodelle am Ganztier
    • Modellorganismen, Transgen-Techniken
    • Erfassung der Toxizität
    • Verhaltensstudien
    • Narkose und Analgesie
    • in vivo- und in vitro-Bildgebung
    • in vitro-Methoden aus den Bereichen Zytotoxizität, Gentoxizität, an isolierten Organen
  • Quantitative Struktur-Wirkungs-Beziehung, Struktur- und Ligand-basiertes Wirkstoffdesign, Vorhersage pharmakologischer und toxischer Wirkungen
  • Nachweismethoden für Arznei- und Fremdstoffe (Richtzahl: 4)
  • Durchführung und Bewertung chemisch- analytischer Methoden
  • Durchführung und Bewertung spezieller biochemischer und zellbiologischer Methoden
  • Durchführung und Bewertung molekularbiologischer Methoden

Pharmakologisch-toxikologische Untersuchungen

  • Durchführung und Bewertung von pharmako- und toxikogenomischen Untersuchungen
  • Planung, Durchführung und Auswertung von pharmakologisch-toxikologischen in vivo- Untersuchungen (Richtzahl: 50)
  • Planung, Durchführung und Auswertung von pharmakologischen und toxikologischen in vitro- Untersuchungen (Richtzahl: 100)

Arznei- und Schadstoffwirkungen am Menschen

  • Wesentliche Schadstoffe, Gifte und deren Antidote
  • Grundlage der Ableitung gesundheitsbasierter Grenzwerte, Expositionsbewertung, Risikobewertung
  • Analyse und Bewertung pharmakologischer und toxischer Wirkungen am Menschen einschließlich der Beratung (Richtzahl: 25)

Das Logbuch für die Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

Für die Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Damit ein Arzt für die Facharztprüfung zum Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie zugelassen wird, muss das Logbuch der Weiterbildung vollständig ausgefüllt bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Das Muster-Logbuch kann hier heruntergeladen werden.

Weiterbildungen für die Facharztausbildung Pharmakologie

Nach der Facharztausbildung Pharmakologie können die Fachärzte eine Zusatzbezeichnung erhalten. Hierfür müssen die Fachärzte für Pharmakologie eine Zusatzweiterbildung absolvieren. In welchen spezifischen Fachgebieten sich Fachärzte für Pharmakologie fortbilden können sehen Sie hier:

Diese Fortbildungsmöglichkeit können Assistenzärzte bereits nach 24 Monaten als Assistenzarzt in der Pharmakologie wahrnehmen:

Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.