Facharztausbildung / Weiterbildung Pathologie

Facharztausbildung Pathologie

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In Deutschland arbeiten ungefähr 1.800 Ärzte mit dem Facharzttitel „Facharzt für Pathologie“. Um diesen Titel zu erlangen, haben die Ärzte ihre Facharztausbildung in dem Fachgebiet der Pathologie absolviert. Innerhalb der Weiterbildung Pathologie spezialisieren sich die Ärzte auf die Erkennung von Krankheiten, ihrer Entstehung und ihrer Ursachen.

Um ein Facharzt für Pathologie zu werden, müssen Assistenzärzte ihre Facharztausbildung in diesem Fachgebiet absolvieren. Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen zur Weiterbildung Pathologie zusammengefasst. Beispielsweise die Voraussetzungen für die Facharztausbildung Pathologie oder die Inhalte der Weiterbildungsordnung.

Facharztausbildung Pathologie

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Facharztausbildung Pathologie – Das Fachgebiet

Das Fachgebiet der Pathologie einschließlich der Neuropathologie spezialisiert sich auf die Erkennung von Krankheiten, ihrer Entstehung und ihrer Ursachen durch die Beurteilung von Untersuchungsgut bei morphologisch definierten Krankheiten oder durch Obduktion und dient damit zugleich der Beratung und Unterstützung der in der Behandlung tätigen Ärzte.

Wie viele Fachärzte gibt es für die Pathologie?

  • 1.799 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, davon
    • 61% Ärztinnen (736)
    • 59% Ärzte (1.063)

Voraussetzungen der Weiterbildung Pathologie

Als Voraussetzung für die Facharztausbildung Pathologie gilt der erfolgreiche Abschluss des Medizinstudiums sowie die damit verbundene Approbation als Arzt . Durch die Approbation ist der Mediziner berechtigt den Titel „Arzt“ zu tragen. Im Anschluss beginnt der Mediziner als Assistenzarzt bzw. Arzt in Weiterbildung zu arbeiten und kann sich auf eine spezifische Facharztausbildung spezialisieren. Beispielsweise kann die Weiterbildung Pathologie gewählt werden. Am Ende der mehrjährigen Facharztausbildung muss der Assistenzarzt eine Facharztprüfung ablegen. Wird diese bestanden, erlangt der Arzt den Facharzttitel „Facharzt für Pathologie“.

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Für die Facharztausbildung Pathologie wird ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt vorausgesetzt.

Facharztausbildung in der Pathologie

Facharztausbildung Pathologie: Das Gehalt

Assistenzärzte verdienen während ihrer Facharztausbildung Pathologie zwischen 4.694 Euro und 6.287 Euro. Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Bei welchem Arbeitgeber Assistenzärzte am meisten verdienen und wie sie ihr Gehalt steigern können, können Sie hier nachlesen: Assistenzarzt Gehalt.

Dauer der Facharztausbildung Pathologie

Die Weiterbildungszeit in der Pathologie beträgt 7 Monate, also 6 Jahre. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung Pathologie wird der Facharzttitel in dem Fachgebiet erlangt.

Die Facharztausbildung Pathologie muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Innerhalb der 72 Monate:

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 24 Monate Weiterbildung in Neuropathologie erfolgen

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen

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Die Facharztausbildung Pathologie dauert in Vollzeit 6 Jahre. 

Weiterbildung Pathologie

Weiterbildungsordnung: Facharztausbildung Pathologie

Die Weiterbildungsordnung der Facharztausbildung Pathologie unterscheidet zwischen:

  • Zu vermittelnden kognitiven Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Zu vermittelnden Handlungskompetenzen (Erfahrungen & Fertigkeiten)

Spezifische Inhalte der Facharztweiterbildung Pathologie

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Pathologie

  • Prinzipien interdisziplinärer Therapiekonzepte und Therapieplanung, insbesondere bei Tumorerkrankungen
  • Interpretation von klinischen Befunden im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen
  • Digitale Pathologie
  • Beurteilung unter Berücksichtigung der Morphologie erwünschter und unerwünschter Arzneimittelwirkungen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung
  • Spezielle Anatomie der verschiedenen Körperregionen

Obduktionstätigkeit

  • Spezielle Präparations- und Nachweismethoden der makroskopischen und mikroskopischen Diagnostik
  • Obduktionen (vollständige Leichenöffnung) einschließlich weiterführender Untersuchungen, epikritischer Auswertung und Dokumentation (Richtzahl: 150)
  • Vorstellung von Obduktionsbefunden in Morbiditätsund Mortalitätskonferenzen
  • Herrichtung von obduzierten Leichen und Konservierung von Leichen

Makroskopie

  • Makroskopische Beurteilung, Auswahl und Entnahme morphologischen Materials für die histologische und zytologische Untersuchung einschließlich der Methoden der technischen Bearbeitung und Färbung unter Berücksichtigung der Immunhistologie und Molekularpathologie

Aufbereitung und Befundung von Präparaten

  • Grundlagen der technischen Aufbereitung von Präparaten
  • Einflussgrößen und Störfaktoren auf Untersuchungsergebnisse einschließlich deren Steuerung

Mikroskopie

  • Beurteilung und Befunderstellung histologischer und zytologischer Präparate
  • Beurteilung und Befunderstellung von histopathologischen Untersuchungen verschiedener Entitäten (Richtzahl: 15.000),
    • davon Schnellschnittuntersuchungen (Richtzahl: 500)
  • Allgemeine und spezielle fachgebietsbezogene Methoden der morphologischen Diagnostik einschließlich der Immunhistologie/Immunzytologie, Molekularpathologie, der Morphometrie und der Zytogenetik sowie der Biochemie und Immunologie
  • Durchführung und Befunderstellung molekularpathologischer Untersuchungen sowie deren Interpretation

Zytopathologie und Zytometrie

  • Durchführung und Befunderstellung von zytopathologischen Untersuchungen verschiedener Entitäten (Richtzahl: 1.000)

Gynäkologische Exfoliativzytologie

  • Zervixkarzinome und deren Vorstufen
  • Beurteilung, Befunderstellung einschließlich Klassifizierung von Zellausstrichen (Richtzahl: 5.000), davon Zervixkarzinome und Vorstufen (Richtzahl: 200)

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

  • Mitwirkung an klinischen Demonstrationen sowie klinisch-pathologischen Konferenzen
  • Mitwirkung an interdisziplinären Tumorkonferenzen (Richtzahl: 30)

Asservierung und Dokumentation

  • Asservierung von Untersuchungsgut für ergänzende Untersuchungen
  • Grundlagen von Biobanken
  • Fotografische Dokumentation

Das Logbuch für die Facharztausbildung Pathologie

Für die Weiterbildung Pathologie ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Pathologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Damit ein Arzt für die Facharztprüfung zum Facharzt für Pathologie zugelassen wird, muss das Logbuch der Weiterbildung vollständig ausgefüllt bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden. Das Muster-Logbuch kann hier heruntergeladen werden.

Weiterbildungen für die Facharztausbildung Pathologie

Nach der Facharztausbildung Pathologie können die Fachärzte eine Zusatzbezeichnung erhalten. Hierfür müssen die Fachärzte für Pathologie eine Zusatzweiterbildung absolvieren. In welchen spezifischen Fachgebieten sich Fachärzte für Pathologie fortbilden können sehen Sie hier:

Diese Fortbildungsmöglichkeit können Assistenzärzte bereits nach 24 Monaten als Assistenzarzt in der Pathologie wahrnehmen:

Leon Pobuda

Leon Pobuda

Personalpsychologe (M.Sc.) & Geschäftsführer von Approbatio

Herr Pobuda studierte in Göttingen Psychologie mit den Schwerpunkten Personalpsychologie und Gesundheits- und Sportpsychologie. Innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht er das Führungsverhalten von Ärzten. Hauptberuflich ist Herr Pobuda Geschäftsführer der Personalberatung für Ärzte „Approbatio“.

Quellen:

Bundesärztekammer (2018). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018.

Bundesärztekammer (2019). Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019.